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Modernes zweistöckiges Musterhaus mit Carport, Terrasse, Flachdach, Gartenanlage und heller Fassade unter blauem Himmel.
Baulexikon - Kompaktes Hausbauwissen,
30.01.2026

Der Carport: Schutz und Mehrwert für Ihr Fahrzeug

Ein Carport bietet eine hervorragende Möglichkeit, das eigene Fahrzeug vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee, Hagel oder intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Im Gegensatz zu einer geschlossenen Garage überzeugt der Carport durch seine luftige Bauweise, die für eine schnelle Trocknung des Autos sorgt und so die Korrosionsgefahr verringert. Zudem fügt sich der Carport durch verschiedene Materialoptionen wie Holz oder Aluminium meist harmonisch in das Gesamtbild des Grundstücks ein.

Ab welcher Größe benötigt ein Carport eine Baugenehmigung?

Ob Sie eine Baugenehmigung benötigen, hängt in Deutschland primär vom jeweiligen Landesbaurecht Ihres Bundeslandes ab. Die meisten Bundesländer erlauben den Bau von Carports bis zu einer gewissen Größe „verfahrensfrei“.

  • Grenzwerte: Oft liegt die Grenze für eine Genehmigungsfreiheit bei einer Grundfläche von 20 bis 30 Quadratmetern und einer mittleren Wandhöhe von maximal 3 Metern.
  • Bebauungsplan: Auch wenn das Landesrecht den Bau erlaubt, kann der lokale Bebauungsplan der zuständigen Gemeinde Einschränkungen vorsehen (z. B. bei der Dachform oder dem Standort).
  • Grenzbebauung: Es gelten meist spezielle Regeln für Bauten direkt an der Grundstücksgrenze (oft darf die Gesamtlänge der Bebauung an einer Grenze 9 Meter nicht überschreiten).

Tipp: Fragen Sie vor dem Kauf immer kurz bei Ihrem zuständigen Bauamt nach, um teure Rückbaumaßnahmen zu vermeiden und um Ihren Geldbeutel zu schonen.

Wichtige Ergänzung zur Grenzbebauung

Auch wenn ein Carport „genehmigungsfrei“ ist, darfst man ihn nicht beliebig an die Grenze setzen. Die meisten Landesbauordnungen erlauben eine Grenzbebauung ohne Abstandsflächen nur unter folgenden Bedingungen:

  • Länge: Maximal 9 Meter entlang einer Grenze.
  • Gesamtlänge: Die Summe aller Grenzbebauungen auf dem Grundstück (z. B. Carport + Schuppen) darf oft 15 Meter nicht überschreiten.
  • Brandschutz: Ab einer gewissen Größe oder Nähe zum Nachbarhaus können Brandschutzwände (F30/F90) vorgeschrieben sein.

Worauf muss man beim Bau eines Carports achten?

Ein langlebiger Carport erfordert eine sorgfältige Planung. Beachten Sie vor allem die folgenden drei Punkte:

  1. Das Fundament: Ein Carport muss stabil im Boden verankert sein, um Windlasten standzuhalten. In der Regel sind H-Anker in Punktfundamenten die beste Wahl, da sie das Holz vor Bodenfeuchtigkeit schützen und dem Carport maximale Stabilität verleihen.
  2. Materialwahl: Holz (meist KDI-Kiefer oder Brettschichtholz) ist preiswert und nachhaltig, benötigt aber regelmäßige Pflege durch einen schützenden Anstrich. Aluminium ist teurer, dafür aber nahezu wartungsfrei.
  3. Dachneigung und Entwässerung: Damit Regenwasser gut abfließen kann, sollte das Dach ein Gefälle von mindestens 1 % bis 2 % haben. Planen Sie zudem eine Dachrinne ein, um das Wasser kontrolliert abzuleiten und Staunässe am Fundament zu verhindern.

Wie hoch sind die Kosten für einen Carport?

Die Preisspanne für einen Carport ist sehr groß und richtet sich nach Material, Größe und Eigenleistung:

Vergleich der Baustoffe

Typ Preisspanne (ca.) Merkmale
Hochwertiger Doppel-Carport aus Holz 2.500 € – 6.000 € Stabilere Pfosten, oft mit Geräteraum.
Aluminium-Carport 4.000 € – 10.000 € Langlebig, modern, inklusive Dacheindeckung (Glas/Polycarbonat).
Design- oder Solar-Carports ab 12.000 € Spezialanfertigungen oder mit integrierter PV-Anlage.

Zusatzkosten: Vergessen Sie nicht die Kosten für das Fundament (ca. 300 bis 800 €) und eventuelle Montagekosten durch Fachbetriebe.

Was passiert bei Überschreitung?

Sollte der Carport größer geplant sein (z. B. ein großer Doppelcarport mit 60 m²), sollten Sie ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren einleiten. Hierfür benötigen Sie in der Regel:

  1. Einen offiziellen Bauantrag
  2. Eine Flurkarte/Lageplan
  3. Eine statische Berechnung (wird meist vom Hersteller mitgeliefert).

Tipp: Ein kurzer Anruf beim lokalen Bauamt klärt oft in zwei Minuten, ob ein formloser Brief (Bauanzeige) reicht oder ob man einen Architekten für den Antrag einschalten muss.

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