Modernes offenes Wohnzimmer mit geschlossenem Kamin.

Der Kamin im Haus – das ist zu beachten

Ein Kamin im Haus sorgt nicht nur für Wärme, sondern hält auch viele weitere technische, finanzielle wie auch wohnliche Vorteile für die Hausbewohner bereit.

Gerade in der kalten Jahreszeit sorgt ein Kamin im Haus für eine behagliche Wohntemperatur. Die Nachfrage der Bauherren nach verschiedenen Kaminen sowie Kachel- und Pelletöfen ist den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Doch was gibt es alles zu beachten?

Ein Abzug am Kamin

Haus mit Flachdach mit Abzug für den Kamin

Egal, für welches Modell sich Hausbesitzer entscheiden, jeder Kamin im Haus braucht einen Abzug wie den Schornstein. Zwar gibt es auch Bioethanol-Kamine, die ohne einen Abluftzug auskommen, da sie keinen Rauch entwickeln, doch gelten sie nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht als Kaminofen. Wie solch ein Abzug funktionieren muss, klärt der Bezirksschornsteinfeger, der auch für die bauliche Abnahme zuständig ist. Im Regelfall zieht ein Kaminofen die benötigte Luft für das Feuer aus dem Raum. Da moderne Häuser zunehmend mit kontrollierten Wohnraumbelüftungen ausgestattet sind, benötigt der Kamin im Haus eine raumluftunabhängige Luftleitung. Die Lüftungsanlagen sorgen für einen kontinuierlichen Austausch der Wohnraumluft. Würde dabei ein normaler Kamin zum Einsatz kommen, droht eine Rauchgasvergiftung. Daher muss ein raumluftunabhängiger Kamin verwendet werden, der über eine eigene Luftzufuhr verfügt.

Eigenschaften von Kamintypen

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Für den Laien ist der Unterschied kaum erkennbar, doch es gibt zwei grundlegende Ofentypen: Zum einen den Kaminofen und zum anderen den Speicherofen. Während der Kaminofen ausschließlich seine volle Heizleistung entfaltet, solange die Flammen lodern, kann der Speicherofen noch über mehrere Stunden Wärme abgeben, auch wenn das Feuer schon erloschen ist. Er besitzt einen Speicherblock sowie eine wärmespeichernde Ofenverkleidung. Materialien wie Speckstein, Granit, Keramik oder Schamotte besitzen eine schwache Wärmeleitfähigkeit und eignen sich daher als ideale Wärmespeicher.

Offener oder geschlossener Kamin?

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Der offene Kamin mit knisterndem Holz ist heute kaum noch umsetzbar, da gesetzliche Verordnungen bezüglich Feinstaub-Emission und Ökobilanz dies nicht zulassen: Ab 2024 benötigen offene Kamine im Haus eine Tür, einen Filter gegen Feinstaub und sie müssen ordentliche Emissionswerte laut Bundesimmisionsschutzverordnung (BImSchV) liefern. Dennoch gibt es Möglichkeiten und Wege, das gemütliche Ambiente aufrecht zu erhalten, ohne gegen die Verordnung zu verstoßen. Ein Kamin mit großer Glasfläche kann für eine behagliche Atmosphäre sorgen. Die Hersteller haben sich darauf eingestellt und bieten mittlerweile Kamine mit Glas an drei Seiten an, was für eine Lagerfeuerstimmung bei den Bewohnern sorgen kann.

Die gängigsten Kamine als Heizsystem

Den Kamin für das Haus gibt es auch in verschiedenen Formen und Ausführung und dabei hat jeder Typ seine ganz eigenen Vorteile:

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  • Der Dänische Kamin weist ein großes Sichtfenster auf und sorgt so für viel Gemütlichkeit in den heimischen Wohnzimmern. Gleichzeitig ist er demontierbar und kann an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Durch modernste technische Ausstattungen ist auch der Wirkungsgrad der Brennkammer effizienter und damit kostensparender, als bei älteren Modellen.
  • Der Gaskamin bietet weitaus mehr Wohlfühlwohnen, da das Gas wie bei einem Kaminofen hinter der Glastüre verbrannt wird und die Bestückung mit Gas durch die Gasleitungen erfolgt. Zudem bleiben bei der Gasverbrennung der Kamin und die Luft immer sauber. Das Gas erzeugt bei der Verbrennung fast keinen Feinstaub und auch der Wirkungsgrad ist höher. Gaskamine im Haus können mit Erdgas wie auch mit Propangas betrieben werden.
  • Wie der Name schon sagt ist der Hängekamin an der Wand oder Decke befestigt und stammt ursprünglich aus den skandinavischen Ländern. Da sich dieser Kamin an jedem beliebigen Ort montieren lässt, kann er auch mitten im Raum platziert werden. Zudem befindet er sich in einer gewissen Höhe und damit außerhalb der Reichweite von Kindern. Dementsprechend ist auch das Befeuern, Schüren und Reinigen von Hängekaminen rückenfreundlicher als bei Standkaminen.
  • Der Kachelofen gehört wohl zu den klassischen Vertretern und wird seit Jahrhunderten von Menschen genutzt. Je nach Größe der Brennkammer kann der Kachelofen 12 bis 24 Stunden wohlige Wärme ausstrahlen und dabei das gesamte Haus heizen. Als Brennstoff können Holz, Pellets oder Kohle genutzt werden. Mittlerweile bieten Hersteller auch Kachelöfen mit Sichtfenster an, um den Lagerfeuereffekt mit zu liefern. Außerdem hat der Kachelofen im Haus den besonderen Ruf, dass er eine angenehme Wärmequelle ist, da er eine Strahlungswärme abgibt und dabei nicht die einzelnen Luftschichten durchmischt.
  • Der Pelletofen eignet sich besonders gut für Energiesparhäuser, da diese Häuser durch technische Anlagen geregelt werden und sich mit Holzpellets gut steuern lassen. Die Pellets werden aus Holzabfall wie Sägemehl hergestellt und sind damit preiswerter als klassisches Brennholz in Scheitform. Zudem ist der Wirkungsgrad  konzentrierter und damit effizienter. Soll der Kamin als Pelletofen das ganze Haus heizen, empfiehlt sich auch die Kombination mit der Warmwasserversorgung. Dazu werden Wassertaschen um die Brennkammer angebracht. Das Wasser erhitzt sich dann beim Erwärmen der Innenräume gleich mit, was unterm Strich eine Kostenersparnis liefert. Allerdings ist dieses System nicht auf Gemütlichkeit ausgelegt und schafft keine Atmosphäre, sondern schont eher die Umwelt sowie die Haushaltskasse. Für einen klassischen Einfamilienhaushalt sollte der Warmwasserspeicher mit 1.000 Litern Fassungsvermögen ausgelegt sein. Um die Effizienz weiter zu steigern, kann eine Solaranlage auf das Dach montiert werden. Sie sorgt im Sommer für die Warmwasseraufbereitung, während der Pelletofen sich in den Wintermonaten darum kümmert.

Brandschutzregeln beim Kamin

Egal, für welches Modell sich die Baubesitzer auch entscheiden, für alle gelten die gleichen Brandschutzmaßnahmen.

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  • Abgaswert:
    Gängige Kaminöfen fallen meist unter die Feinstaubnorm, welche sie aber in den wenigsten Fällen überschreiten. Allerdings sollte sich der zukünftige Kaminbesitzer bei der jeweiligen Kommune vorab informieren, da sie die Richtlinien eigenständig festlegen können. Zudem können die Kommunen fordern, dass der Einbau eines Kamins im Haus nur durch fachkundige Firmen erfolgt.

  • Abluft:
    Da die größte Gefahr bei einem Kamin in geschlossenen Räumen nicht vom Feuer selbst ausgeht, sondern vom Rauch, ist eine funktionierende Abluft ein Muss. Gerade Kohlenstoffmonoxid wird von Menschen nicht wahrgenommen und kann damit unbemerkt zu einer Rauchvergiftung führen. Daher muss der Kamin fachgerecht an den Kaminabzug des Hauses angeschlossen sein und vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden.
  • Abstandsregelung:
    Der Kamin im Haus darf nicht direkt an der Wand stehen und muss daher einen Mindestabstand von zwanzig Zentimetern aufweisen. Sollte aus Platzgründen der Wandabstand nicht eingehalten werden, kann mit speziellen nichtbrennbaren Stoffen hinter dem Kamin nachgeholfen werden. An der Vorderseite bzw. der Tür gilt ein Abstand von 50 Zentimetern zum umliegenden Mobiliar.
  • Bodenfläche:
    Unter dem Kamin im Haus muss eine nicht brennbare Bodenplatte verlegt sein.
  • Rauchwarnmelder:
    Sie sind in Neubauten Pflicht und müssen bei Bestandsbauten in den wichtigsten Räumen installiert sein. Wer einen Kamin im Haus hat, der sollte unbedingt einen zusätzlichen Melder montieren. Tipp: Es gibt auch spezielle Rauchmelder, die bei einer erhöhten Kohlenstoffmonoxid-Konzentration in der Luft Alarm schlagen.
  • Feuerlöscher:
    Grundsätzlich ist ein Feuerlöscher im Haus ratsam, aber bei einem Haus mit Kamin sollte er unbedingt vorhanden sein. Bestenfalls befindet sich dieser gut sichtbar und unweit des Kamins.

Selbst einbauen oder fachmännisch montieren lassen

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Zwar werden viele Kaminöfen mit einem kinderleichten Einbau beworben, doch ein Fachmann kann beim Montieren mehr Sicherheit für die Bewohner wie auch die Immobilie gewährleisten. Daher sollten die Mehrkosten nicht auf Kosten der Gesundheit vermieden werden. Zudem entfällt damit auch eine mehrfache Nachprüfung durch den Kaminfeger, der beim ersten Mal den Kamin im Haus freigibt.

Blauer Engel nun für Kaminöfen gefordert

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Vor kurzem wurden die Kriterien für die Vergabe des Umweltzeichens „Blauer Engel“ an Scheitholzkaminöfen beschlossen, was erstmals die Möglichkeit bietet, dass Kaminöfen über die aktuellen gesetzlichen Vorgaben hinaus zertifiziert werden können. In ländlichen Regionen, in denen viel mit Holz geheizt wird, können die Behörden nun effektiver gegen die Feinstaubbelastung vorgehen. Zu den Vergabekriterien gehört beispielsweise die Reduzierung von Staub- und Abgasemissionen gegenüber den konventionellen Kaminöfen. Hierbei spielt die Abscheidetechnik eine wesentliche Rolle. Auch die automatisierte Luftregelung muss den Vorgaben entsprechend funktionieren, da sonst der Betrieb untersagt und der Kamin stillgelegt werden kann.

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