Grundsätzlich soll das Fundament eine unbeabsichtigte Bewegung oder Verformung der daran angeschlossenen Struktur verhindern. Es hat die Aufgabe, alle Vertikal- und Horizontallasten sicher und ohne Setzungen in den Baugrund abzuleiten. Seine Dimensionierung hängt von der Art der Belastung und der Tragfähigkeit des Bodens ab. Zudem muss es Sicherheit gegenüber Grundbruch bieten und hierfür extra bemessen werden. Grundbruch wird in der Bodenmechanik als ein seitliches Wegbrechen des Bodens durch zu große Krafteinwirkung bezeichnet.
Fundamente werden in der Technik als Schnittstelle zwischen verschiedenen Funktions- und Strukturbereichen verstanden und erfüllen dabei sowohl die Funktionskriterien der tragenden, als auch die der befestigten Struktur. Außerdem finden sich im Bauwesen auch elastische Sonderformen, die der Entkopplung oder Trennung von Strukturen dienen. Auf dem Fundament lastet das ganze Gewicht des Bauwerks.
Mit der Erfindung des Stahlbetons kommen Flach- und Tiefgründungen im Bauwesen überwiegend zum Einsatz. Wie der Name schon sagt, werden bei der Flachgründung die Bauwerkslasten durch flächenförmige Fundamente auf die Gründungsfläche abgetragen. Bei der Tiefgründung wiederum wird mittels Pfählen die Bauwerkslast tief in die Gründungsfläche abgeleitet. Baurechtliche Regelungen hierzu finden sich in der DIN 1054-1. Da kein Gebäude ohne eine frostsichere Gründung auskommt, dürfen Minusgrade unter keinen Umständen das Fundament erreichen. Entsprechend müssen mindestens 80 Zentimeter Boden zwischen der Oberkante des Fundaments und der Oberkante der Baugrube liegen.
Eine Bodenplatte bildet den Übergang zwischen Boden und Gebäude. Man unterscheidet zwischen nicht tragenden Kellerbodenplatten und Fundamentplatten. Sie kommen in Gebäuden ohne Keller zum Einsatz und spielen bei der Statik eine tragende Rolle. Umgangssprachlich ist die Bodenplatte gleichzusetzen mit der Fundamentplatte. Im Gegensatz zur nicht tragenden Kellerbodenplatte muss die tragende Bodenplatte besonders stabil sein, da sie für die Verteilung des Gewichts am kompletten Bauwerk zuständig ist. Damit werden Bodenverformungen vermieden und Setzungsrisse verhindert. Gleichzeitig schützt eine stabile Bodenplatte das Gebäude vor Eigenbewegungen des Bodens. Diese entstehen zum Beispiel durch Kälte und Wärme.
Die Boden- bzw. Fundamentplatte übernimmt eine wichtige Funktion bei der Statik des Hauses, muss einen fachgerechten Aufbau besitzen und für verschiedene klimatische Bedingungen in Mindesttiefen verbaut sein:
Direkt nach den Erdarbeiten wird der Aushub auf die Grubensohle – die sogenannte Sauberkeitsschicht – aufgebracht, die aus Kies oder Magerbeton besteht und mindestens 5 Zentimeter dick sein sollte. Zusätzlich werden oft diffusionsdichte Folien aus Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC) auf der Sauberkeitsschicht eingesetzt, um ein Eindringen von Nässe am Fundament zu verhindern. Abschließend kommt noch eine Wärmedämmung zum Einsatz. Dabei wird die Wärmedämmung entweder unter oder über der Fundamentplatte angebracht und je nach Lage werden auch unterschiedliche Materialien genutzt.
Wärmedämmung über der Bodenplatte:
Wärmedämmung unter der Bodenplatte:
Die Kosten für eine Bodenplatte hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab, weshalb sich auf diese Frage keine pauschale Antwort geben lässt. Als ganz grober Richtwert kann bei einer 20 cm dicken Fundamentplatte mit rund 70 bis 100 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Bei einem kellerlosen Fertighaus mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern können geschätzte Kosten von rund 7.000 bis 10.000 Euro auf den Bauherrn zukommen. Eine einfache Unterkellerung als Fundament eines solchen Hauses würde hingegen geschätzt rund 30.000 Euro kosten. Allerdings sind hierbei die Erdarbeiten noch nicht einkalkuliert, die bei beiden Varianten unterschiedlich ausfallen werden.
Ein Haus mit Fundamentbetonplatte hat Vor- und Nachteile, die angehende Baufamilien gut gegeneinander abwägen sollten. Wer gerne kostengünstig bauen möchte, sollte über ein Haus mit Bodenplatte nachdenken. Allerdings muss dann auf eine gute Wärmedämmung der Bodenplatte geachtet werden. Sonst ist der Wärmeverlust groß und die Heizkosten steigen immens an. Ein Keller kann viel Abstellfläche für technische Geräte auf gleicher Grundfläche bieten. Ein Haus mit Fundamentbetonplatte muss dabei eher größer geplant werden, um denselben Stauraum und Platz für die Heizungsanlage zu schaffen. Das treibt dann die Baukosten in die Höhe. Hierbei sollten angehende Baufamilien immer mit dem ausgewählten Hausbauunternehmen sprechen und sich beide Varianten anbieten lassen.
Sollte beim Baugrundstück der Grundwasserspiegel hoch sein, spricht das meist für ein Haus mit Fundamentbetonplatte statt mit Keller. Schließlich kann bei einem hohen Grundwasserstand der Keller leicht überschwemmt werden und das führt dann zur Schimmelbildung. Kellerbauer bieten auch sogenannte schwimmende Keller an, die aber bei den Baukosten wieder entsprechend höher zu Buche schlagen. Unabhängig vom Grundwasserspiegelstand sollte im Vorfeld immer ein Bodengutachten in Auftrag gegeben werden. Zudem liefert solch ein Gutachten auch etwaige Altlasten zu Tage, die schlimmstenfalls aufwändig beseitigt werden müssen.