Hausbau mit oder ohne Keller? -  Zusätzlicher Wohnraum bietet große Vorteile

Ein Keller hat für ein Eigenheim große Vorteile. Er bietet zusätzlichen Wohnraum und Platz für Hobbys. Außerdem steigert er den Wert des Hauses.

Spätestens bei der Grundrissplanung stellt sich Bauherren die Frage, ob das Haus auf einen Keller oder eine Bodenplatte gestellt werden soll. Für beide Varianten gibt es gute Gründe. Manchmal ist der Hausbau mit Keller sogar zwingend erforderlich. Schon bei leichter Hanglage lässt es sich nicht vermeiden, dass ein Teil des Hauses „unter Tage“ liegt. Dann stellt ein Keller das bessere, mitunter das einzig vernünftige, Fundament für das Haus dar.

Denn die Außenwände des Hauses schützen dieses nicht ausreichend gegen Kälte und Feuchtigkeit aus dem Erdreich. Hierfür braucht es einen Keller statt einer Bodenplatte. Ein Qualitätskeller macht das sichere und dauerhafte Bauen am Hang möglich. Auch bei besonders feuchten Grundstücken ist ein hochwertiger Keller häufig die einzig praktikable Lösung.

Keller statt Bodenplatte: Höhere Anschaffungskosten, höherer Nutzwert

Eine Bodenplatte kostet weniger als ein Keller. Ihr Preis liegt nach einer Musterrechung der Initiative pro Keller etwa 300 Euro pro Quadratmeter unter dem eines Kellers. Dieser bietet Bauherren dafür vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Die Frage „Bodenplatte oder Keller?“ sollte nicht allein anhand finanzieller Argumente beim Hausbau, sondern auf lange Sicht entschieden werden.

Die Baukosten des Hauses mit Keller statt Bodenplatte steigen um etwa 15 bis 20 Prozent an. Dafür vergrößert das Untergeschoss die Wohn- und Nutzfläche in den eigenen vier Wänden jedoch um bis zu 40 Prozent. Kein anderer Raum des Hauses ist damit gemessen am Quadratmeterpreis für die Herstellung günstiger. 

Moderne Keller sind Multitalente

Keller schaffen Platz. Sie sind Zentrale für Haustechnik, bieten Raum für Hobbys oder Büro, fungieren als Rückzugsort für Sport oder Wellness. Häufig werden sie als Wohnkeller genutzt – besonders dann, wenn in Hanglage Tageslicht einfällt oder direkter Zugang nach draußen besteht. Ein Fertigkeller aus wasserundurchlässigem Beton wie er unter dem Fertighaus zum Einsatz kommt, kann unkompliziert umgewidmet werden: Diente der Raum zunächst als Hobbyraum, wandelt er sich zum Wohnraum oder wird für andere Zwecke „umgenutzt“.

Für die Grundrissplanung bedeutet ein Keller statt einer Bodenplatte eine zusätzliche Etage auf gleicher Grundfläche, unabhängig von Bebauungsplan oder Konstruktion des Hauses. Ein Keller hilft, kompakte Bauplätze bestmöglich zu nutzen und maximalen Wohnraum auf kleiner Grundfläche bereitzustellen. Mehr Platz heißt mehr Lebensqualität. Wenn Rückzugsorte vorhanden sind, hat jeder mehr Raum für eigene Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten. Wer sich nicht „auf der Pelle hockt“, hat weniger Konflikte zu bestehen. Viele Bauherren schätzen, wenn ein Keller den unbeliebten Abstellraum im Erdgeschoss ablöst. 

Keller statt Bodenplatte: Hoher Schutz vor Feuchtigkeit

Die Keller werden mit verschiedenen Schutzschichten umgeben - je nach Bodenqualität. Sie bieten Wasser wenig Angriffsfläche und damit Schutz vor Feuchtigkeit. Bei einem Fertigkeller nach dem Prinzip der „Weißen Wanne“ werden die Außenwände und der Kellerboden aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) mit speziellen Fugenabdichtungssystemen hergestellt. Die Alternative dazu ist die Ausführung der „Schwarzen Wanne“. Dieses System zeichnet sich durch eine wirksame Abdichtung aus, die aus einer Dickbeschichtung, Folien, Schweißbahen oder verstärkten Polyethylenschichten besteht. Das verhindert die Diffusion von Wasserdampf. Grundsätzlich kommt heute eher die "Weiße Wanne" zum Einsatz.

 

Qualiät „unter Tage“ zahlt sich aus 

Wärmedämmung und Energieverbrauch hängen von Material und Ausführung des Kellers ab - und von der Zuverlässigkeit des Kellerbauers. Selbst die beste Dämmung der Außenwände nützt wenig, wenn es „von unten zieht“. Wird beim Baukredit auf Fördermittel zurückgegriffen, müssen die Förderstandards, unabhängig ob Hausbau mit Keller oder Bodenplatte, eingehalten werden. Die KfW-Bank überprüft im Rahmen ihres Programms „Energieeffizient Bauen“ stichprobenartig, ob die im Förderantrag genannten energetischen Werte des Hauses tatsächlich erreicht wurden. Ist das nicht der Fall, droht eine Rückzahlung und schlimmstenfalls eine Klage wegen Subventionsbetrug. Wer sein Haus auf einen Qualitätskeller setzt, hat keine Probleme zu befürchten.

Qualitätskeller für ein Fertighaus fertigen die fünf Mitgliedsunternehmen der Gütegemeinschaft  Fertigkeller (GÜF), die das renommierte „RAL-Gütezeichen Fertigkeller“ tragen. Dieses Siegel wird für kontrollierte Qualität im Fertigkellerbau nach Prüfungen im Werk und auf der Baustelle für ein Jahr vergeben. Überwacht werden unter anderem der Fertigungsprozess, die Baumaterialien und der Service. Auch einige Haushersteller haben eine eigene Kellerherstellung. Die GÜF-Unternehmen haben auch qualitätsgeprüfte Bodenplatte im Portfolio.    

Statt Bodenplatte: Fertigkeller und Fertighaus 

Ein Fertigkeller ist die Ideallösung für Bauherren, die ein Fertighaus errichten und die Vorteile der Fertigbauweise kennen. Früher wurden Keller gemauert, heute werden sie zunehmend industriell vorgefertigt. Fertigkeller sind aus wasserundurchlässigem Beton. Sie stehen für kurze Bauzeit, Termintreue und Maßgenauigkeit. Meist bestehen sie aus vorgefertigten Hohlwänden, die auf der Baustelle mit Beton verfüllt werden. Sie können je nach Beschaffenheit des Erdreiches verschiedene Schutzschichten umfassen. Wie Fertighäuser werden auch Fertigkeller individuell geplant und im Werk vorgefertigt. Das Kellergeschoss wird auf die Statik des Hauses und die Bodenqualität ausgerichtet.

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