Obst und Gemüse aus dem Stadtgarten

Voll im Trend: Urban Gardening 

Urban Gardening ist ein Gemeinschaftserlebnis mit Mehrwert. Denn wer sein Beet pflegt, erntet leckere und vor allem vollkommen biologisch angebaute Früchte, Kräuter & Co.

Stadtmenschen beschäftigen sich mit dem Anbau von Gemüse, Kräutern oder Obst – ein Trend, der sobald nicht aus der Mode zu kommen scheint. Denn über die Selbstversorgung hinaus bieten die neuen Gemeinschaftsgärten spannende Erfahrungsräume.


Urban Gardening – was ist das?

Gemeinsam einen Garten in der Stadt anlegen, ungenutzte Flächen umwandeln oder urbar machen, um darauf Obst, Kräuter und Gemüse anzubauen. Darum geht es beim städtischen Gärtnern. Neben dem Ernten der selbstangebauten Früchte, steht die Gemeinschaft im Vordergrund.

Daher wird Urban Gardening oft auch als Gemeinschaftsgärten, mobile Landwirtschaft, Stadtlandwirtschaft oder Schrebergärten bezeichnet. Plötzlich gelten Schrebergärten nicht mehr als spießig, sondern werden selbst von jungen Leuten zunehmend nachgefragt. Die Bandbreite der Gartenformen reicht von Selbsterntegärten über Nachbarschaftsgärten bis zu mobilen Gärten in Hochbeeten und Kisten.


Was ist das Besondere an Stadtgärten?

Selbstbestimmung, Bewusstseinsbildung, Kompetenzerwerb und der soziale Aspekt stehen bei allen urbanen Garteninitiativen im Vordergrund. Das gemeinsame Handanlegen, bei dem jeder für sich etwas lernt und auch Wissen weitergeben kann, vermittelt vielen Beteiligten neue Erfahrungsräume. Angebaut werden kann alles, was auf wenig Platz gedeiht. Regionale Obstsorten, Gemüse, Kräuter und auch Blumen. Für Städter entsteht so ein ganz neuer Bezug zur Natur.


Urban Gardening nur eine Mode?

Es spricht vieles dafür, dass es sich um eine nachhaltige Bewegung handelt. In nahezu allen deutschen Großstädten gibt es bereits Vereine, die Urban Gardening propagieren und umsetzen. So haben sich die Prinzessinnengärten in Berlin-Kreuzberg längst zu einem Anziehungspunkt über das Viertel hinaus entwickelt. Das Projekt „Wandelgarten“ in Wuppertal und Umgebung ist Teil der internationalen Bewegung „Urban Gardening“. Und im Garten „Annalinde“ in Leipzig wird soziale urbane Landwirtschaft nach Maßstäben des ökologischen Landbaus betrieben.

Gärtnern hat sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Wer einen Garten anlegt, übernimmt Verantwortung für die Pflanzen und auch für die Menschen, die gemeinsam in dem Garten Projekte planen und voranbringen. Der Spaß am „Urban Gardening“ beschert übrigens Gartencentern willkommene Neukunden in allen Altersgruppen. Denn der Trend zur Selbstversorgung ist sowohl in der jungen Generationen als auch bei älteren Semestern deutlich erkennbar.


Obst und Gemüse aus dem Stadtgarten?

Die Befürchtung, die Städte sind viel zu belastet, um dort gesundes Gemüse anzubauen, ist leider nicht ganz unbegründet. Auf jeden Fall dort, wo der Boden Schwermetalle enthalten könnte, muss auf Hochbeete mit guter Bioerde ausgewichen werden. Um die Schadstoffbelastung aus der Luft möglichst gering zu halten gilt: Je größer die Entfernung zwischen Gemüsebeet und stark befahrener Straße, umso besser. Natürliche Barrieren, wie Hecken oder Gebäude reduzieren die Schadstoffbelastung von Stadtgemüse deutlich.

Fazit: Bewegung an der frischen Luft, eine gemeinschaftliche Naturerfahrung oder einfach die Freude am Gärtnern sind sehr positive Aspekte des Urban Gardening. Großstadtgärtner müssen weder auf das gemeinschaftliche Erlebnis verzichten noch auf das Ernten der Früchte ihrer Arbeit. Es ist allerdings angeraten, die Pflanzräume mit Bedacht auszuwählen bzw. zu schützen.