Holzpflaster – robust und natürlich zugleich

Durch die hohe Nachfrage nach Loftwohnungen stieg auch das Interesse an dem einstigen Industrieboden Holzpflaster, welcher nun auch im Hausbau Verwendung findet.

Holzpflaster in den eigenen vier Wänden

Wer sich heute in der Planungsphase seines Traumhauses befindet, muss sich mit einer Vielzahl an Produkten und Gestaltungsmöglichkeiten befassen. Baufamilien entscheiden sich gerade beim Innenausbau für Produkte, die zeitlos und langlebig sind. Beim Boden kann zwischen mineralischen, künstlichen wie auch natürlichen Stoffen ausgewählt werden. Ob Fliesen, Parkett, Laminat oder Kunststoffböden verlegt werden, liegt dabei in der Hand des Bauentscheiders. Oder wie wäre es mal mit Holzpflaster?

Holzpflaster als Unikat

Unter den nachwachsenden Fußböden gibt es nicht nur das klassische Parkett. Holzpflaster ist ebenso ein natürlicher Fußboden, der zudem sehr robust ist. Das liegt an seiner einzigartigen Verlegeart. Während beim Parkettboden die Fasern des Holzes immer in Richtung der Breite oder Länge des Raumes verlaufen und damit die Trittfläche bilden, besitzt Holzpflaster eine besondere Achsenanordnung.

Bei Holzpflaster verläuft die Faser in Richtung der Bodenhöhe, sodass der Nutzer von den Fasern getragen wird. Fachkundige sprechen hierbei von der sogenannten Stirnholzfläche. Genau das ist auch der Grund, warum Holzpflaster solch eine Stabilität aufweist. Werden die senkrecht liegenden Holzfasern von oben belastet, können sie ein Vielfaches mehr tragen als längs zur Faser.

Weitere Vorteile des natürlichen Fußbodens

Holzpflaster besitzt nicht nur eine hohe Stabilität, sondern weist auch weitere positive Eigenschaften für die Nutzer auf. Im Gegensatz zu Stein- und Betonböden schont Holzpflaster die Gelenke. Die einzelnen Fasern wirken dämpfend und damit werden Knie- und Rückenschmerzen vermieden. Zudem lässt sich der Fußboden öfter abschleifen als Parkettboden und kann damit noch langfristiger genutzt werden. Außerdem lassen sich beschädigte Holzklötze einzeln entnehmen, ohne dass der komplette Boden ausgetauscht werden muss. Das spart nicht nur Kosten, sondern auch Zeit bei der Instandsetzung. Im normalen Hausgebrauch werden solche Abnutzungserscheinungen allerdings kaum auftreten, da die Stirnholzfläche des Holzpflasters sehr viel aushält.

Ökologie und Wohngesundheit von Holzpflaster

Holzpflaster ist ein nachwachsender und ökologischer Bau- und Werkstoff, der Eleganz und Einzigartigkeit zugleich ausstrahlt. Der Naturboden kann problemlos mit wechselnder Belastung umgehen und bietet gleichzeitig ein attraktives Design, was Bauentscheider besonders wertschätzen. Heute achten junge Baufamilien verstärkt auf die Wohngesundheit im Eigenheim. Dabei spielen unbedenkliche Baumaterialien und Werkstoffe wie Holz eine wesentliche Rolle für die Besitzer. Neben einem naturbelassenen Innenausbau oder der Einrichtung mit Massivholzmöbeln, kann auch das nachhaltige Holzpflaster maßgeblich zur Wohngesundheit beitragen. Das hat unter anderem mit der Hygroskopie des Holzes zu tun.

Holzpflaster ist hygroskopisch: Einfluss auf Wohnen und Leben

Holz besitzt eine einzigartige Zellstruktur aus Fasern, die bei Feuchteüberschuss in Wohnräumen Luftfeuchtigkeit in Form von Wasser in sich aufnehmen können. Wird die Raumluft trocken, verdunstet das gebundene Wasser. Dementsprechend sorgt Massivholz für eine kontinuierlich gesunde Wohnraumluft. Ausschlaggebend für das Holzfeuchtegleichgewicht sind die Zimmertemperatur sowie die relative Luftfeuchtigkeit im Raum. Wenn zum Beispiel in den Wintermonaten die Räume vermehrt beheizt werden, sinkt dadurch die Luftfeuchtigkeit in der Raumluft. Massivholz wirkt dem entgegen und sorgt für einen passenden Ausgleich. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Verlegeweise von Holzpflaster. Da die relevanten Poren genau die Trittfläche bilden, dient im Grunde der komplette Boden als Feuchtepuffer und bewirkt so ein angenehmes Raumklima.

Arten von Holzpflaster

Holzpflaster wird in verschiedenen Breiten und Längen in Form von rechteckigen, scharfkantigen Massivholzklötzen angeboten. Die Holzklötze haben eine Dicke von 22 bis 80 Millimetern und werden meistens aus Eiche, Fichte, Kiefer oder Lärche gefertigt. Auf Kundenwunsch können auch andere Holzarten eingesetzt werden. Die Verlegung des Holzbodens sollte durch speziell geschulte Fachbetriebe stattfinden, da Holzpflaster zum Beispiel auf einen Zementestrich geklebt und anschließend mit großen Bodenschleifmaschinen auf eine einheitliche Höhe geschliffen wird. Schließlich wird die Oberfläche je nach Kundenpräferenz mit Holzöl oder Lack versiegelt.

Nicht nur im klassischen Hausbau zuhause

Übrigens: Holzpflaster ist so formstabil und robust, dass je nach Ausführung der Klotzhöhe auch Gabelstapler, Flurfahrzeuge oder Sattelschlepper problemlos darauf abgestellt oder bewegt werden können, ohne dass der natürliche Werkstoff Ermüdungserscheinungen zeigt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er einst primär für Werkstätten und Montagehallen gedacht war. Allerdings bewährt sich die Formstabilität von Holzpflaster auch bei starkem Durchgangsverkehr durch Personen in öffentlichen Einrichtungen wie Hotels oder Bibliotheken. In einigen österreichischen Städten finden sich heute noch Holzpflasterböden in überdachten Hauseinfahrten, da die Geräusche der Kutschenräder und der Hufe der Pferde stärker geschluckt wurden, als bei Pflastersteinen.


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