Holzfurnier für Möbel – natürliche Oberfläche für edles Finish  

Holzfurnier wird seit Jahrhunderten im Möbelbau eingesetzt und ist heute wie damals ein gefragtes Naturmaterial zum Veredeln – Neuerdings auch für Brillen oder Handtaschen.

Was ist Furnier?

Holzfurnier ist eine besondere Art der Holznutzung und wird meist nur aus besonders geradlinigem und ausgewähltem Stammholz gewonnen. Dabei werden je nach Einsatzgebiet dünne Blätter aus Holz (0,3 bis 6 mm) mit Sägen, Messerschnitt oder Schälen des Stamms herausgearbeitet. Gerade bei teuren und exklusiven Holzarten können so ganze Einrichtungen hergestellt werden, welche aus Massivholz um ein Vielfaches teurer wären. Denn die Furnierblätter können auf jedes beliebige Trägermaterial aufgeleimt werden.

Geschichte des Holzfurniers

Anhand gut erhalten gebliebener Objekte und Abbildungen auf Grabmalen und Keramiken kann der Weg des Furniers von Ägypten über Griechenland und das Römische Reich bis in das Mittelalter verfolgt werden. Eine Blütezeit erlebte Holzfurnier in der Renaissance (ab 1350 in Italien), sowie im Barock und im Rokoko. Ab dem 15. Jahrhundert verwendete man per Hand geschnittene bzw. abgehobelte, kleinflächige, dünne Holzteile zum Belegen von teuren Truhen und Schränken sowie weiteren Möbeln. Die Herstellung selbst kleiner Mengen Holzfurnier war in diesen Zeiten allerdings so arbeits- und zeitaufwändig, dass diese Technik ausschließlich für dekorative Zwecke eingesetzt wurde und die hergestellten Objekte nur wohlhabenden Bevölkerungsschichten wie Königen, Adligen und reiche Bürgern vorbehalten waren.

Besonderheiten von Holzfurnier

Jeder Baum bzw. jede Holzart verfügt über individuelle Merkmale, wie spezielle Maserungen, kleine Astlöcher oder interessante Verfärbungen. Diese Wachstumsmerkmale sind typisch für echtes Holz und tragen wesentlich zum Charakter eines furnierten Möbelstückes bei. In manchen Fällen werden Wuchsmerkmale von den Kunden fälschlicherweise für Fehler gehalten. Verfärbungen zeigen sich oftmals dunkel und entstanden meist durch an Eisenteilen kondensierte Wassertropfen. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl an einzigartigen Wuchsmerkmalen, die Holzfurnier extravagant und damit kostenintensiv machen. Nachfolgend finden sich einige dieser Besonderheiten und welche Holzarten dafür bekannt sind:

  • Noppen: Kleine, runde oder ovale Knospen. 
    Zu finden bei: amerikanisch Ahorn, europäisch Ahorn, Birke, Buche, europäisch Eiche, Erle, Esche, amerikanisch Kirschbaum, europäisch Kirschbaum, Mahagoni, amerikanisch Nussbaum, europäisch Nussbaum, Teak, Zebrano.
  • Gum: Kleine schwarze Punkte bis Striche zwischen den Jahresringen, die durch Harzeinschluss entstanden sind.Zu finden bei: Amerikanisch Kirschbaum.
  • Riegel: In gleichmäßigem Abstand quer zur Maserung laufende Strahlen. Über den gesamten Stamm verteilt, manchmal auch wellenförmig.
    Zu finden bei: Europäisch Ahorn, Buche, Esche, Kirschbaum, Mahagoni, amerikanisch Nussbaum, europäisch Nussbaum, Teak.
  • Blitze: Quer zur Wuchsrichtung laufende Striche und Strahlen.
    Zu finden bei: Amerikanisch Ahorn, europäisch Ahorn, europäisch Eiche, Esche, Kirschbaum, Mahagoni, amerikanisch Nussbaum, Teak, Zebrano.
  • Spiegel: Helle, leicht schillernde Punkte, hervorgerufen durch quer angeschnittene Markstrahlen.
    Zu finden bei: Ahorn, Buche, europäisch Eiche, amerikanisch Kirschbaum.
  • Blasen: Runde oder ovale helle Felder.
    Zu finden bei: Amerikanisch Ahorn, Esche, Mahagoni.
  • Harzgallen: Oft dunkle Punkte und Striche, die längs der Jahrringe verlaufen, entstanden durch Harzeinlagerungen.
    Zu finden bei: Fichte, Kiefer, Zebrano.

So wird Furnier hergestellt

Je nach Verwendungszweck wird Furnier aus dem Holz ausgewählter Bäume gewonnen, die geradlinig und mit wenig Ästen gewachsen sind. Wird das Holz für Furnierplatten benötigt, können auch ungleichmäßigere Hölzer – bevorzugt Nadelholz – genutzt werden. Je nach Herkunftsland stammen sie aus überwiegend nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Die zumeist verwendeten Baumarten für Holzfurnier sind Ahorn, Buche, Eiche, Esche und Nussbaum aus heimischen, europäischen und im Falle von Eiche, Ahorn und Nussbaum auch amerikanischen Wäldern.

Ist der richtige Baum gefunden, wird er geschält, gemessert oder gesägt – je nachdem, für was das Holzfurnier später eingesetzt werden soll. Bevor das Holz eingesägt wird, wird es in großen Becken gekocht, um eventuelle Spannungsrisse zu vermeiden und um es später leichter verarbeiten zu können. Bei der Aufarbeitung des Stammholzes entstehen Holzblätter, die zwischen 0,3 bis 6 Millimeter dick sind. Diese werden getrocknet, nach Qualität und Sorte gestapelt, zugeschnitten und zu einem Deck zusammengesetzt. Diese Furnierdecks werden anschließend auf Trägermaterialien wie Massivholz-Stäbchenplatten, Spanplatten, MDF-Platten, Multiplexplatten oder Sperrholz aufgeleimt und meist mit Hitze verpresst.

 

Einsatzgebiete von Holzfurnier

Es gibt eigentlich nichts, das sich nicht mit dem dünnsten Massivholz der Welt herstellen oder veredeln ließe. Allein bei der Inneneinrichtung sind die Möglichkeiten hier grenzenlos. Tische, Schränke, Betten, Stühle, Lampen, Badewannen, Waschbecken, alles kann mit dem Filetstück des Baumes hergestellt werden. Weiter geht es bei Fenstern, Türen, Wandtafeln, Decken und Böden. Auch bei Gebrauchsgegenständen gibt es inzwischen etliche schicke Produkte aus dem nachhaltigen und ökologischen Material: Ob Handtasche, Rollkoffer oder Brille, in vielen Bereichen findet sich heute Holzfurnier wieder. Darüber hinaus gibt es pfeilschnelle Kiteboards für Wasserratten, Abfahrtsski für Wintersportler oder auch Longboards für die besondere Art der Fortbewegung. Und auch Musiker erfreuen sich schon immer an furnierten und wohlklingenden Streich- und Zupfinstrumenten, Schlagzeugen oder edlen Furnierpianos.

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