Farbpsychologie – Wie Farben zuhause wirken

Farbpsychologie hat Einfluss auf Wohlbefinden und Stimmung und ist ein wichtiger Faktor bei der Hausgestaltung. Schließlich wollen wir uns in den eigenen vier Wänden wohlfühlen.

Die Farbpsychologie spielt bei der Planung des Eigenheims eine ebenso wichtige Rolle wie Formsprache und Grundrissaufteilung. Mit einem gut überlegten Farbkonzept können Räume besonders zur Geltung gebracht werden und optisch zum Beispiel vergrößert werden. Zudem haben Farben Einfluss auf Atmosphäre, Stimmung und das Wohlfühlwohnen.

Ursprung der Farbpsychologie

Das Wissen über die Farbenlehre basiert auf der International Association of Colour Consultants (IACC), die sich bereits 1957 damit beschäftigt hat. Architekten, Psychologen und andere Experten haben erforscht, wie Farben auf den Menschen wirken und wie sie entsprechend genutzt werden können. Farben geben dem Menschen Orientierung und am Beispiel von Früchten zeigt sich dies besonders gut. Je nach Reifegrad der Frucht signalisieren uns Farben die Verzehrbarkeit.

Einflüsse der Farbpsychologie

Farben spielen auch in der Architektur eine wesentliche Rolle. Sie haben Einfluss auf den Stoffwechsel, können Stress mindern oder die Konzentration steigern. Gleichzeitig können sie als Wandfarbe optisch Räume vergrößern oder verkleinern. Die Farbpsychologie fußt auf Grundprinzipien und kann im Zusammenspiel einen gewünschten Effekt bei den Bewohnern erzeugen. Auch die Ausstattung des Raumes, die Proportionen, die Beleuchtung sowie die Nutzung legen wesentliche Parameter fest, die das Farbkonzept eines Raumes beeinflussen.

Licht und die Farbpsychologie

Aber nicht nur Farben haben Einfluss auf die Farbpsychologie, sondern auch die Beleuchtung. Je nach Intensität und direkter oder indirekter Lichtquelle wirken Farben nochmals unterschiedlich. Dabei können schon Farbnuancen einen großen Unterschied machen.

Farbunterschiede bei Tages- und Kunstlicht

Bei Sonnenlicht wirken Farben grundsätzlich am natürlichsten, während bei Licht durch Glühbirnen der Effekt etwas verfälscht wird. Farben unter oder hinter Energiesparlampen spiegeln dann schon ein stark verfälschtes Farbspektrum wider, was für eine ganz andere Wirkung sorgt.

Durch Farbenakzente Räume kreieren

Farbe und Atmosphäre gehen immer Hand in Hand und deshalb sollten Räume aufgrund ihrer Funktionen mit der passenden Farbgestaltung versehen sein. Zwar wirken die Farben nur subjektiv auf die Betrachter, jedoch lösen sie ein Wärme- oder Kälteempfindung bei ihnen aus. Eine unbedachte Farbwahl kann sich auch negativ auf die Bewohner auswirken, was ein zentraler Punkt in der Farbpsychologie ist. Dann fühlen sie sich unter Umständen unwohl im Raum, können aber nicht sagen, woher dieses Gefühl kommt. Auch ein Farbmix an der Wand sorgt beim Betrachter für innere Unruhe.

Expertentipp:

Eine optische Vergrößerung des Raumes kann durch das Überstreichen des oberen Rands der Decke geschaffen werden. Wird an der Wand ein schmaler Streifen stehen gelassen, wirkt der Raum niedriger.  

Die Bedeutungen einzelner Farben

Jede Farbe hat ihre eigene Wirkung und erinnert an Dinge aus dem Umfeld. Eine kurze Übersicht zu den gängigsten Farben.

Weiß

  • Erinnert an: Federn, Schnee, Hochzeitskleid
  • Steht für: Neuanfang, Leichtigkeit, Reinheit, Frieden
  • Wirkt: steril, neutral, sauber, unschuldig

Große weiße Wandflächen wirken hart und machen den Betrachter müde.

Gelb

  • Erinnert an: Sonnenblumen, Gold, Bienen
  • Steht für: Optimismus, Kreativität, Warnung, Verrat
  • Wirkt: wärmend, aufhellend

Gelb sorgt optisch für eine Vergrößerung des Raumes oder hellt diesen auf.

Orange

  • Erinnert an: Orangen, Kürbis, Feuer
  • Steht für: Energie, extravagant
  • Wirkt: wärmend, konzentrationsfördernd (in Kombination mit Blau)

Orange schafft in Kombination mit Licht und Wärme ein angenehmes Raumklima.

Rot

  • Erinnert an: Rosen, Blut, Kirschen
  • Steht für: Leidenschaft, Liebe, Verbot
  • Wirkt: aufmerksamkeitserregend, anziehend

Ein kräftiges Rot fördert die Aggressivität und sollte nicht in Besprechungsräumen vorhanden sein.

Rosa

  • Erinnert an: Pfingstrosen
  • Steht für: Weiblichkeit, Sensibilität, Erotik
  • Wirkt: kitschig, sexistisch

Rosa Flächen in Innenräumen erzeugen oft überraschend modische Effekte.

Violett

  • Erinnert an: Lavendel
  • Steht für: Religion, Luxusleben, Sexualität, Homosexualität
  • Wirkt: attraktiv, ambivalent

Violett macht Räume freundlicher.

Blau

  • Erinnert an: Wasser, Himmel
  • Steht für: Wahrheit, Beständigkeit, Seriosität
  • Wirkt: kühlend, frei

Eine klassische Schlafzimmerfarbe, sie entspannt und beruhigt zugleich.

Grün

  • Erinnert an: Gras, Bäume
  • Steht für: Natur, Hoffnung, Umweltbewusstsein
  • Wirkt: harmonisch, beruhigend, giftig

Eine gute Farbe für Arbeitsplätze mit hohem Lärmpegel und für Ruheräume.

Braun

  • Erinnert an: Herbst, Holz
  • Steht für: Faulheit, Schmutz, Gemütlichkeit
  • Wirkt: altmodisch

Brauntöne sind gemütlich und wirken beruhigend.

Grau

  • Erinnert an: Beton
  • Steht für: Alter, Nüchternheit
  • Wirkt: veraltet, elegant, trist

Graue Wände können die Einrichtung in Szene setzen. Die Farbe selbst wirkt eher monoton.

Schwarz

  • Erinnert an: Nacht, Raben, Tod
  • Steht für: Mysterium, Hass, Trauer, Ablehnung
  • Wirkt: elegant, praktisch

Schwarz ist keine Farbe für große Flächen in Räumen, aber sie eignet sich hervorragend als Abgrenzungsfarbe, um Akzente im Raum zu setzen.

Praktische Beispiele der Farbpsychologie

Die Farbpsychologie in Verbindung mit der Architektur schafft im Raum Effekte wie Wohlbefinden, Entspannung und Konzentration. Beispiele hierfür wären:

  • blaues Licht beeinflusst den Tag-Nacht-Rhythmus,
  • weiße Wände erhöhen den Stressfaktor
  • und rotes Licht wirkt anregend auf den Stoffwechsel.

Der Fußboden sollte immer dunkler als die Wände sein, da er sonst Instabilität suggeriert. Größere Flächen wirken immer stärker als kleine, weshalb die Intensität der Wandfarbe zum Beispiel mit Pastellfarben reduziert werden sollte. Kleine Flächen können auch mit kräftigen Farben versehen werden.

Fazit

Werden diese Hinweise der Farbpsychologie beachtet, können Sie ihr Eigenheim zu einer wahren Wohlfühloase machen und immer den Effekt im jeweiligen Raum erreichen, den Sie sich wünschen.

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