Spezialwissen für Eigenleister

10 Tricks aus der Wissens-Kiste der Profis

Am Fertighaus lässt sich durch Eigenleistung nicht nur eine ganze Menge Geld sparen, sondern man erarbeitet sich buchstäblich auch eine gehörige Portion Besitzerstolz. Kein Wunder, was man selbst, im Schweiße seines Angesichts, installiert, verlegt, montiert hat, besitzt für die allermeisten Menschen einen wesentlich größeren ideellen Wert als das, was von anderen gemacht wurde. Daher sind aktuelle Ausbauhäuser auch so begehrt. Doch eines haben die meisten Eigenleister, sofern sie nicht selbst der handwerkenden Zunft angehören, meistens nicht: All die kleinen Wissens-Kniffe, die einen Profi erst zum Profi machen. Natürlich können wir keine dreijährige Berufsausbildung und langjährige Erfahrungen durch einen einzelnen Ratgeber ersetzen. Aber mit den folgenden Tricks können auch absolute Nicht-Handwerker sich ein gehöriges Stück vom Profikuchen schnappen und bei der Eigenleistung an ihrem Fertighaus punkten – sowohl in monetärer wie ideeller Hinsicht.

1. Walnuss gegen Kratzer

Es ist in den Wirren von Endausbau und Einzug schnell passiert: Holz auf Boden, Decke und auf Möbeln bekommt Kratzer. Das nervt besonders, wenn es sich um brandneue Dinge handelt. Doch hier hilft Mutter Natur: Einfach mit dem Kern einer frisch geknackten Walnuss und etwas Druck über den Kratzer reiben. Feine Nusspartikel setzen den Kratzer zu, der Fettanteil ölt gleichzeitig die Oberfläche und fixiert alles.

2. Folie gegen Farbe

Bild: fotolia.com © rdnzl

Die Farbwannen, die man als Zwischenstufe benutzt, um mit der Rolle frische Farbe aufnehmen zu können, sind ein echtes Problem, denn sie lassen sich nur sehr schwer unter fließendem Wasser reinigen. Solange man aber wasserbasierende Farben nimmt (das sind heute praktisch alle, die im Innenraumfarbensegment angeboten werden), kann man sich anders auf Profi-Art helfen: Die saubere Wanne vor Arbeitsbeginn einfach mit zwei Lagen Frischhalte- oder Alufolie großzügig auslegen und dann erst die Farbe einfüllen. Ist die Arbeit beendet, einfach alles durchtrocknen lassen, die Folie samt der daran haftenden Farbreste abziehen und über den Hausmüll entsorgen.

3. Hanf korrekt verarbeiten

Verschraubte Rohre, vor allem im Wasserbereich, werden nach wie vor ganz klassisch mit Hanffasern eingedichtet – absolut unvermeidbar, um eine wirklich dichte Verbindung herzustellen. Doch der Hanf muss korrekt verarbeitet werden und das machen viele falsch. So geht’s richtig:

Bild: fotolia.com © GHotz

  1. Eine Eisensäge quer über das Gewinde ziehen, um es anzurauen
  2. Einen dünnen Streifen Hanffasern aus dem Knäuel ziehen und zwischen zwei Fingern flach wie eine Haarsträhne ausstreichen
  3. Ein Ende auf die Gewinde-Oberseite legen, sodass es zwei Zentimeter nach rechts (aus Sicht des Rohrstücks und in Eindrehrichtung) überlappt. Der Rest zeigt nach links. Die Hanfsträhne sollte die meisten Gewindegänge abdecken.
  4. Einmal herumwickeln und das überlappende Stück zur haltenden Hand hin unter der Wicklung einklemmen
  5. Drei- bis viermal umwickeln, dabei darauf achten, dass die Strähne flach bleibt und sich nicht verdrallt, danach den Rest abschneiden
  6. Die Hanf-Oberfläche mit Dichtmittel (Fermit) dünn bestreichen. Dadurch bleiben auch die offenen Enden am Rest kleben

Und dann kann die Verschraubung zügig zusammengedreht werden.

4. Zoll ≠ Zoll

Eigentlich. Eigentlich ist es ein Anachronismus, dass an deutschen Fertighäusern des 21. Jahrhunderts immer noch von Zoll gesprochen wird, weil Deutschland ein metrisches Land ist (wie eigentlich alle Länder außer den USA). Doch im Gas/Wasser-Bereich ist Zölligkeit, zumindest in der Bezeichnung, noch Usus. Allerdings herrscht hier bei Laien, gerade wenn es um den Außendurchmesser geht (etwa, weil man Löcher für Rohre bohren muss), gewaltige Verwirrung. Denn technisch gesehen gibt es keine Zölligkeit mehr, heute arbeitet man mit Umrechnungstabellen, die sich auf das Material und die sich daraus ergebenden Wandstärken stützen. Daraus ergibt sich, dass die Innendurchmesser (um die geht es letztlich) heute auf genaue Millimeterwerte gerundet sind – ein 1″-Rohr hat dann nicht 25,4mm Nennweite, sondern „nur“ 25.  Und den zum Bohren notwendigen Außendurchmesser sollte man im Zweifelsfall vor Ort per Messschieber ablesen.

5. Tapeten-Rakete

Tapezieren ist eine Fummelarbeit, die vor allem deshalb lange dauert, weil man jede einzelne Bahn sorgsam mit Schere oder Messer abschneidet. Bei Handwerkern gilt jedoch „Time is Money“. Da schneidet keiner, zumindest nicht bei Raufasertapeten. Die kleistert man einfach an die Wand, lässt sie oben überlappen, drückt eine Abreißschiene in die Kante und reißt den Überlapp einfach ab.

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6. Werkzeug ganz schlau

Profis liefern auch deshalb Profi-Arbeit ab, weil sie entsprechendes Profi-Werkzeug besitzen. Tatsächlich kann gutes Werkzeug bei der Eigenleistung das entscheidende Zünglein an der Waage sein. Deshalb gilt einerseits, niemals am falschen Ende sparen und andererseits, notfalls Profiwerkzeug leihen, das man nur einmal benötigt. Und: Gutes Werkzeug ist wertstabil. Im Zweifelsfall kann man es nach Fertigstellung auch einfach verkaufen.

7. Lasern ganz fix

Handwerker besitzen heute meistens Laser, mit denen sie genau lotrechte Punkte, Strahlen oder sogar Gitter an alle Stellen projizieren können. Wichtig beispielsweise, falls man Farbstreifen auf die Wand malen will. Doch die Profilaser sind teuer, sehr teuer. Einfacher geht es damit (Beispiel für einen waagerechten Farbstreifen):

Bild: fotolia.com © Digipic
  1. Wasserwaage an einem Ende der Wand waagerecht ausrichten
  2. Einen handelsüblichen Laserpointer darauflegen
  3. Den Strahl so drehen, dass er direkt vor dem Pointer an die Wand leuchtet
  4. Von einem Helfer dort einen hauchfeinen Bleistiftpunkt anzeichnen lassen
  5. Pointer etwas nach außen drehen, sodass der Strahl an der Wand „weiterwandert“, dort ebenfalls einen Punkt setzen

Das wiederholt man, bis man die eine Kante eingezeichnet hat. Dann wird die Wasserwage um die gewünschte Streifenbreite umgesetzt und das Ganze wiederholt. Anschließend klebt man entlang der Bleistiftstriche ab.

8. Drehen gegen Ausreißer

Säge ist Säge, ob Handkreis-, Stich- oder Tischkreissäge? Stimmt nicht, denn bei allen unterscheidet sich die Arbeitsrichtung. Und da sieht es immer so aus, dass der Schnitt an der Seite am saubersten ist, an der das Sägeblatt ins Holz hineingeht. Zu kompliziert? Dann einfach einen Blick auf die Zähne werfen, sie sind immer wie eine Pfeilspitze in die Eintrittsrichtung gebogen. Dort, wo die Zähne hinzeigen, sollte die „schöne“ Seite des Holzes sein, etwa die Oberseite eines Laminatbretts. Bei einer Stichsäge führt das beispielsweise dazu, dass die gute Seite beim Schneiden nach unten weist.

Und auf die andere Seite, wo das Sägeblatt austritt, klebt man einen Streifen Klebeband, um Ausreißer noch besser zu verhindern.

9. Pendeln für die Mitte

Wird die Lampe, dort, wo man gerade den Haken in die Decke drehen will, wirklich genau über der Mitte des Esstischs hängen? Das könnte man natürlich mittels Zollstock langwierig ausmessen. Besser ist jedoch das gute alte Pendellot. Dazu braucht es nur ein rundes Stück Holz, etwa ein fünf-Zentimeter-Stück eines Besenstiels. Ins eine Ende dreht man genau in der Mitte einen Schraubhaken hinein, ins andere Ende bohrt man mittig ein Loch, das dem Außendurchmesser eines Bleistifts entspricht. Einen solchen leimt man dann dort hinein, an den Haken knotet man Schnur. Die wird dann an die Decke gehalten und dort, wo die Bleistiftspitze pendelt, ist die genaue Senkrechte. Funktioniert übrigens auch toll, um die erste Tapetenbahn akkurat senkrecht auszurichten – einfach an der Schnur orientieren.

10. Quer durch die Fuge

An diesem Punkt kommen sowohl die im Fertighausbau so beliebten Trockenbauplatten sowie Fliesen gleichermaßen zu ihrem Recht. Denn bei beiden gilt, dass nach ihrer Anbringung Spachtelmasse in die Fugen eingebracht werden muss. Und da gilt: Wer quer geht, der gewinnt. In der Praxis bedeutet das:

  1. Eine geringe Menge Spachtelmasse auf die Kelle nehmen
  2. Mit Druck schräg zur Fuge abziehen
  3. Schrittweise vorgehen
  4. Spachtelmasse abtrocknen lassen, währenddessen etwaige Malheure entfernen
  5. Die zweite, abschließende Schicht dann entlang der Spachtellinie aufbringen, nicht mehr schräg

Auf diese Weise zieht man profimäßig sauberer Fugen und hat bei Gipskartonplatten hinterher um Längen weniger Arbeit beim Abschleifen.


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