Konstruktionsholz – Der Stoff, aus dem Träume gebaut werden

Konstruktionsholz – Zum einen steht der Begriff für das im Volksmund bekannte Bauholz, zum anderen aber wird er auch mit dem Begriff Konstruktionsvollholz gleichgesetzt.

Der Begriff Konstruktionsholz (oder Bauholz) wird als Sammelbegriff für unterschiedliche Arten von Massivhölzern sowie Holzwerkstoffplatten verstanden, aus denen etwas konstruiert wird. Allerdings gibt es auch das sogenannte
Konstruktionsvollholz (KVH), welches als klar definierter Baustoff gemäß der DIN-Norm 4074 geregelt ist. Daher sollten die beiden Begriffe nicht verwechselt werden. Was genau unter Konstruktionsholz oder Bauholz zu verstehen ist:

  • Balken (je nach Einsatzgebiet und Bauweise: Pfosten, Riegel, Pfetten und Sparren)
  • Kantholz
  • Latte
  • Leiste
  • Schalung
  • Brett
  • Diele/Bohle
  • Faserplatte: Mitteldichte Faserplatte (MDF), Hochdichte Faserplatte (HDF)
  • Furnierschichtholzplatte oder Tischlerplatte (Stab- und Stäbchenplatte)
  • Spanplatte oder OSB-Platte (Spanorientierte Platte)

Der Balken wiederum wird in der Industrie auf unterschiedliche Art und Weise gefertigt, zum Beispiel als:

  • massive Balken
  • Konstruktionsvollholz (KVH) mit und ohne Keilverzinkung
  • Balkenschichtholz (Duo- oder Triobalken)
  • Brettschichtholz (BSH)


Konstruktionsholz im Bauwesen

Bild: pixabay © Capri23auto

Im Grunde wird Konstruktionsholz nach wie vor bei jedem Bauvorhaben eingesetzt. Selbstverständlich findet sich in den einzelnen Holzbauweisen der natürliche Baustoff um ein vielfaches häufiger, als beim konventionellen Nassbau. Allein der Wandaufbau eines Holz-Fertighauses besteht aus vielen Pfosten und Riegeln, die das Grundgerüst der Wand bilden. Die Dämmung kann zudem aus Holzfasern bestehen und die Wandtafeln werden mit diversen Holzwerkstoffplatten beplankt, sodass die reine Wandkonstruktion schnell einen Konstruktionsholz-Anteil von mindestens 80 Prozent aufweist. Aber auch der Nassbau kommt nicht ohne das Konstruktionsholz aus. In den meisten Fällen wird der Dachstuhl immer aus Holzbalken gefertigt und mit Kanthölzern und Latten versehen, die später die Dachziegel tragen. Auch zur Schalung von Beton werden Schalungsbretter benötigt, die den Betonteilen ihre Form geben.

Die ökologische Komponente des Naturprodukts

Holz begleitet den Menschen seit Tausenden von Jahren als Bau- und Werkstoff und ist nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken. Holzhäuser, Möbel, Böden, Werkzeuge, Sportgeräte und vieles mehr werden aus diesem natürlichen Bau- und Werkstoff geschaffen. Dabei spielen auch Faktoren wie Ökologie und Nachhaltigkeit eine prägende Rolle, da Konstruktionsholz als einer der wenigen Baustoffe nachwächst und bei nachhaltig forstwirtschaftlicher Nutzung auch endlos angepflanzt werden kann. Zudem wird beim Wachstum eines Baumes klimaschädliches Kohlenstoffdioxid von den Blättern aus der Luft gefiltert, aufgespalten und in Sauerstoff und Kohlenstoff getrennt. Der Sauerstoff wird wieder an die Umgebung abgegeben und der Kohlenstoff im Baum für das Wachstum eingelagert. Somit ist Holz ein klimafreundlicher und ökologischer Baustoff zugleich. Beim Thema Dämmung ist Holz ein perfekter Baustoff, da die Wärmeleitfähigkeit von Holz weitaus schlechter ist, als bei anderen Baustoffen wie Beton, Stahl oder Aluminium. Damit ist die Konstruktion der Holzwände bereits ein wärmedämmendes Bauteil und der Baustoff Holz ist ein sehr guter ökologischer Dämmstoff.

Konstruktionsvollholz im Hausbau

Unter Konstruktionsvollholz versteht man veredelte Bauschnitthölzer, die eine geschützte Produktbezeichnung besitzen. Das spezielle Bauholz muss die Anforderungen der DIN 4074 und deren Qualitätseigenschaften erfüllen, um die Produktbezeichnung tragen zu dürfen. Vorwiegend wird Konstruktionsvollholz im Holz- und im Fertigbau eingesetzt. Aber auch im Holz-Ingenieurbau wie dem Hallen- und Objektbau wird diese besondere Form von Konstruktionsholz verwendet. Es lässt sich in verschiedensten Maßen und Holzarten wie Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche oder Douglasie mit genau definierten Oberflächenqualitäten beziehen.

 

Anforderungen an Konstruktionsvollholz

Das Konstruktionsvollholz wird in zwei Gruppen unterteilt: Zum einen in Hölzer, die gehobelt und gefräst im sichtbaren Bereich (KVH Si) verbaut werden und zum anderen im Hölzer, die egalisiert und gefast im nicht sichtbaren Bereich (KVH-Nsi) zum Einsatz kommen. Außerdem gehört zu den Anforderungen an das Konstruktionsvollholz die Holzfeuchte der fertigen Bauprodukte, welche um 15 ± 3 % abweichen darf. Zum Vergleich: Klassisches Bauholz muss eine Holzfeuchte von maximal 20 % beim Einbau aufweisen. Auch die Einschnittart der Rundholzstämme ist relevant. Hierbei muss ein sogenannter „herzgetrennter“ Einschnitt erfolgen. Das bedeutet, dass das Mark des Baumes sich nicht im Querschnitt des Holzes befindet. KVH kann auch – je nach Hersteller – mittels Keilverzinkung (kronenartige Verbindung mit Leim) angeboten werden, um die Ausbeute eines Stammes möglichst groß zu halten. Aufgrund der Einschnitttechnik und der Holzfeuchte neigt das Konstruktionsvollholz zu einer geringeren Rissbildung, ist formstabiler und wird ohne chemischen Holzschutz eingesetzt.

 


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