Fertighaus-Check: Welche Holzhäuser sind am sichersten?

Wer mit seinem Holzhaus auf Nummer sicher gehen will, sollte auf diese Zertifizierungen achten. Sie gehen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.

Es gibt heute viele gute Gründe, sich für ein Fertighaus zu entscheiden. Einer davon ist die hohe Bauqualität, die nicht nur den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht, sondern die dem Bauherrn auch noch mehr Sicherheit für sein Holzhaus bietet. Die meisten Holzbauunternehmen entscheiden sich für freiwillige Zusatzqualifikationen, mit denen sie sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Denn Bauherren setzen bei ihrem persönlichen Fertighaus-Check am ehesten auf die Hersteller, die ihnen die größte Sicherheit und Qualität versprechen und die sie durch die entsprechenden Gütesiegel glaubhaft und transparent nachweisen können.

Höchste Sicherheit für Holzhäuser und deren Bewohner

Das Qualitätssystem in der deutschen Fertighausindustrie gliedert sich in 3 Teile und die höchste Stufe wird mit dem QDF-Siegel belegt.
Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) hat für seine Mitgliedsbetriebe eine weitere Qualitätsinstanz mit noch höheren Anforderungen geschaffen - die Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF).
Bei der Abnahme des Hauses, die persönlich mit dem Bauleiter durchgeführt wird, spart sich der Bauherr viele Termine mit Einzelhandwerkern und weiß im Zweifelsfall sofort, an wen er sich mit einer Reklamation wenden kann.

 

Wer in Deutschland Holz-Fertighäuser fertigen beziehungsweise montieren möchte, unterliegt gesetzlich geforderten Qualitätsstandards. Diese werden anhand eines Anforderungskatalogs überprüft und durch das „Übereinstimmungszeichen“, kurz Ü-Zeichen, bestätigt. Neben den gesetzlichen Anforderungen können weitere freiwillige Zertifizierungen einen gehobenen Standard bieten: Das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung vergibt unterschiedliche Zertifizierungen für die Qualität und die Sicherheit beim Bau von Holzhäusern, wie zum Beispiel das RAL Gütezeichen "Holzhausbau".

Das QDF-Siegel steht an der Spitze

Sogar noch einen Schritt weiter gehen die führenden Hersteller von Holz-Fertighäusern: Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) hat für seine Mitgliedsbetriebe eine weitere Qualitätsinstanz mit noch höheren Anforderungen geschaffen - die Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) Sie bildet die Spitze eines Qualitätsdreiecks für den Holzbau in Deutschland. Das QDF-Siegel bietet die umfassendsten und sichersten Qualitätsversprechen für Holzhäuser. Es ist das beste Argument für Bauherren bei ihrem persönlichen Fertighaus-Check.

Was bringt die Überwachung von Holzhäusern?

 

Was haben Holzfeuchte, Bauprodukte und der Abstand von Klammern im Holzbau gemeinsam? Diese Punkte werden von unabhängigen Bau-Überwachern kontrolliert. Mit den Überwachungen wird sowohl dem Hersteller von Holzhäusern als auch ihren Kunden belegt, dass die vorgefertigten Bauprodukte ordnungsgemäß gefertigt wurden. Dieser Qualitätsnachweis an vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelementen ist gerade deshalb so bedeutsam, weil sich die beidseitig geschlossenen Bauelemente später auf der Baustelle nicht mehr einsehen lassen. Der Bauherr muss also nicht blind vertrauen, sondern kann sich auf den Fertighaus-Check des unabhängigen Gutachters verlassen. 

So läuft der Fertighaus-Check ab

Grundsätzlich führen die überwachten Holzbauunternehmen eine eigene Produktionskontrolle durch, um permanent sicherzustellen, dass die gefertigten Bauelemente für Ihr Holzhaus ordnungsgemäß hergestellt werden.
  • Grundsätzlich führen die überwachten Holzbauunternehmen eine eigene Produktionskontrolle durch, um permanent sicherzustellen, dass die gefertigten Bauelemente für Ihr Holzhaus ordnungsgemäß hergestellt werden.
  • Zusätzlich wird das Unternehmen zwei Mal im Jahr von den unabhängigen Experten auf Herz und Nieren geprüft:
  1. Los geht es mit der Wareneingangskontrolle, bei der geschaut wird, ob die Qualität der gelieferten Rohstoffe und Bauprodukte der bestellten Ware entspricht.
  2. Es folgt die Überprüfung der Weiterverarbeitung von Rohstoffen und Bauprodukten zu den erforderlichen Bauteilen für Ihr Haus.
  3. Schließlich müssen die fertig verpackten Holzbauelemente, die auf Sattelschlepper verladen werden, Ihren  Anforderungen entsprechen, damit daraus Ihr persönliches Traumhaus gebaut werden kann.
  4. Der Umfang der werkseigenen Produktionskontrolle endet mit der Endmontage auf der Baustelle des Kunden. Dort schließt eine regelmäßige Baustellenüberwachung im Rahmen des unabhängigen Fertighaus-Checks an.

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Im Detail: Qualitätsanforderungen beim Fertighaus-Check

Grundsätzlich werden beim unabhängigen Fertighaus-Check die vom Hersteller zu erbringenden technischen Nachweise unter die Lupe genommen. Hierzu gehören unter anderem die Statik sowie der Brandschutz- und der Wärmeschutz. Neben dem theoretischen Teil der Überprüfung von Papieren und Plänen sind die Überwacher aber auch in den Werkshallen und auf den Baustellen unterwegs und schauen sich stichprobenartig die gefertigten Bauprodukte an. Dabei messen sie etwa die Feuchtigkeit des verbauten Holzes, prüfen die Größenangaben einzelner Produkte und deren tatsächliche Umsetzung in der Produktionshalle.

 

Fundierte Entscheidungshilfe

Eine Analyse der Fertigungsstraße der Holzhäuser wird durchgeführt, um die Eignung der technischen Ausrüstung im Fertigungsprozess zu dokumentieren. Zwei Mal jährlich rücken die Überwacher an und prüfen die Unternehmen. Bei kleineren Mängeln muss das Unternehmen diese binnen einer vorgegebenen Frist beheben und dies den Prüfern belegen – ähnlich wie beim TÜV. Anschließend wird dem Unternehmen ein Nachweis über die erfolgreiche Zertifizierung in Form einer Urkunde ausgestellt, die es berechtigt, die überwachten Produkte als besonders qualitätsgeprüft mit dem QDF-Siegel zu vermarkten. Damit geben die Hersteller Ihnen als Baufamilie eine fundierte Entscheidungshilfe für Ihren persönlichen Fertighaus-Check.

Diese Zertifizierungsstelle checkt Ihr Fertighaus schon vor Baubeginn

In Deutschland gibt es drei unabhängige Zertifizierungsstellen, die die Herstellung und Montage von Holz-Fertighäusern überwachen und sicherstellen. Damit geben sie nicht nur Bauherren, sondern auch Kreditinstituten die gewünschte Sicherheit.

Eine solche Prüf- und Überwachungsstelle ist die Bundes-Gütegemeinschaft Montagebau und Fertighäuser (BMF) aus Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen. Sie ist vom RAL-Institut als Gütegemeinschaft anerkannt und berechtigt, diverse RAL Gütezeichen zu führen. Sie verleiht die Gütezeichen „Holzhausbau“ (RAL GZ 422), „Stahlsystembauweise“ (RAL GZ 613) und „Mobile Raumsysteme“ (RAL GZ 619).

Außerdem übernimmt die BMF die Überwachungen für die Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF), die das gleichnamige Gütezeichen (RAL GZ 518) verleiht. Als anerkannte Überwachungs- und Zertifizierungsstelle nach Landesbauordnung (LBO) und Bauproduktenverordnung (BauPVO) führt die BMF Fremdüberwachungen auf nationaler und europäischer Ebene durch. Zertifiziert werden die Bauprodukte „Holztafelelemente“, „Nagelplattenbinder“, „Bauholz“ und „Bausätze für Gebäude aus Holz“. Diese umfassende Qualitätsbestreben ist die ideale Grundlage für einen gründlichen Fertighaus-Check.

Das Gütezeichen Holzhausbau (RAL-GZ 422) baut auf der baurechtlichen Zertifizierung der Holztafelelemente auf und wird für ein- oder beidseitig beplankt Holztafelelementen vergeben.
Zu den gütegesicherten Leistungen des RAL Gütezeichens Holzrohelementherstellung (RAL-GZ 421) gehören unter anderem die Erstellung von Elementöffnungen, das Einbringen von Dämmung, das Aufbringen der Beplankung und die Montage von Einbauelementen.
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