Die Grundsteuer fürs Haus – Das sind die Neuheiten

Die Grundsteuerreform ist beschlossene Sache. Doch was ist die Grundsteuer? Gilt sie für Haus oder Grundstück? Wie viel Grundsteuer wird fällig? Und was ist die Grundsteuer C?

Kaum zu glauben, aber Grundsteuer und Haus sind als Paarung fast so alt wie das Amen in der Kirche. Bereits seit der Kaiserzeit wird die Steuer erhoben und ist seitdem – neben der ebenfalls recht erquicklichen Gewerbesteuer – eine der wichtigsten Einnahmequellen der Gemeinden in Deutschland. Vom 1. Januar 2025 an gilt eine neue Regelung der Grundsteuer.

So sieht die Grundsteuer beim Haus aus

Wer ein Grundstück besitzt, zahlt Grundsteuer. Wer also ein bereits bestehendes Haus kauft, muss die regelmäßig fällige Steuer ebenso entrichten, wie jemand, der ein Grundstück kauft und ein neues Haus darauf errichtet. Ausnahme: Wer zum Beispiel ein Haus oder eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus vermietet, der kann die Grundsteuer auf den Mieter umlegen.

Diese Grundsteuerarten gibt es

Zwei Grundsteuerarten sind in Deutschland heute von Belang: Die Grundsteuer A für Agrarflächen und die Grundsteuer B für mit Häusern bebaute oder bebaubare Flächen. Dabei ist die Grundsteuer B überwiegend höher, als die Grundsteuer A. Wichtig: Die Grundsteuer ist nicht deutschlandweit einheitlich geregelt. Ins Gewicht fällt zum Beispiel die Art der Unterkunft, also ob es sich zum Beispiel um ein Einfamilienhaus, ein Zweifamilienhaus oder ein Mehrfamilienhaus handelt. Und auch die Lage spielt eine entscheidende Rolle bei der Grundsteuer fürs Haus.

Zukünftig neu hinzu kommt die Grundsteuer C. Damit dürfen Gemeinden für baureife, aber unbebaute Grundstücke einen höheren Hebesatz festlegen, wenn auf diesen keine Bebauung erfolgt. Die Grundsteuer C soll dem zunehmenden Mangel an Bauplätzen entgegen wirken und gleichzeitig Spekulanten ausbremsen. Damit soll die Grundsteuer C Anreize dafür schaffen, auf baureifen Grundstücken zusätzlichen Wohnraum zu errichten.

Grundsteuer fürs Haus: Komplizierte Berechnung

Um die Berechnung der Grundsteuer fürs Haus zu verstehen, braucht man schon fast einen akademischen Abschluss. Drei Schritte sind auch in Zukunft maßgeblich:

Grundstückswert x Steuermesszahl x Hebesatz

 

In einem ersten Schritt wird zum 1. Januar 2022 der Wert aller Grundstücke neu berechnet. Dieser setzt sich aus dem Bodenrichtwert sowie aus der Grundstücksfläche, der Immobilienart und dem Alter des Gebäudes zusammen. Neu ist, dass zukünftig auch die Höhe der statistisch ermittelten Nettokaltmiete eine Rolle spielt.

Grundsteuermesszahl und Hebesatz

In einem zweiten Schritt der Grundsteuerreform werden die Wertsteigerungen ausgeglichen, die im Vergleich der aktuellen mit den seit 1964 nicht mehr aktualisierten Werten entstanden sind. Das passiert durch Senkung der so genannten Steuermesszahl.

In einem dritten Schritt wird es schließlich den Städten und Gemeinden erlaubt, die Hebesätze an die neuen Bewertungen anzupassen. Unterschiede gibt es damit von Bundesland zu Bundesland, aber auch von Stadt zu Stadt und von Ort zu Ort.

Rechenbeispiel: Grundsteuer für ein Haus in Frechen bei Köln

    50.000 Euro Einheitswert der Immobilie
x  0,0035 Grundsteuermesszahl (3,5 ‰)
=  175,00 Euro Grundsteuermessbetrag
x  5,2  Grundsteuerhebesatz für Frechen (520 %)
=  910,00 Euro Grundsteuer pro Jahr

Unser Tipp: Vor dem Bauen genau informieren!

Wer beabsichtigt, ein Grundstück zu kaufen und zu bebauen oder ein bebautes Grundstück zu kaufen, sollte sich vorher genau über die Kosten der Grundsteuer fürs Haus informieren. Von gar keiner Grundsteuer bis hin zu mehreren hundert Euro Belastung pro Jahr ist alles möglich. Dabei sollten Bauherren auch die aktuellen Informationen der Bundesregierung im Blick behalten.

Auch die kommunalen Entscheidungen über neue Hebesätze gilt es im Auge zu behalten. Zudem bietet das Bundesfinanzministerium umfangreiche Informationen zur neuen Grundsteuer fürs Haus.

Infobox:
Durchschnittliche Grundsteuer eines Einfamilienhauses in Deutschland: Rund 600 Euro
Durchschnittliche Grundsteuer einer Wohnung in Deutschland: Rund 230 Euro


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