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Welche Dachrinne für die Dachentwässerung?

Die Dachrinne gehört zu jedem Haus dazu. Bauherren sollten schon bei der Hausplanung an die Dachentwässerung mit Regenrinne und Fallrohren denken. Das ist zu beachten.

Die Dachrinne an der Dachtraufe bündelt anfallendes Regenwasser oder schmelzenden Schnee, der über die Dacheindeckung anfällt. Zum einen soll das Wasser nicht unkontrolliert am Haus herablaufen, da sonst Schäden entstehen können und zum anderen kann damit Regenwasser für den Garten gesammelt werden. Zudem wird durch den Gesetzgeber eine Entwässerung von Niederschlag gefordert. Bereits im Mittelalter wurde das Wasser von den Dächern gesammelt, da es in regenarmen Regionen überlebenswichtig war. Jedes Gebäude, ob Haus, Carport oder Gartenhaus besitzt heute eine Dachentwässerung. Auf was bei der Auswahl der Dachrinne zu achten ist, wird in den nachfolgenden Abschnitten erklärt.

Als Schutz für das Haus

Eine Regenrinne erfüllt in erster Linie eine Schutzfunktion am Haus, da bei starkem Regenfall sehr viel Wasser auf dem Dach ankommt. Das muss sinnvoll abgeleitet werden, ohne die Bausubstanz – nämlich Außenwand oder Keller – zu beschädigen. Angrenzende Verkehrswege dürfen ebenfalls nicht durch Regenwasser beeinträchtigt werden, daher ist eine Dachentwässerung von Nöten. Doch nicht nur Wasser, sondern auch Laub, kleine Äste und Schmutz können sich auf der Dacheindeckung sammeln und werden durch das auftreffende Wasser mit abgewaschen. Der Unrat sollte möglichst gebündelt an einer Stelle gesammelt werden und sich nicht kreuz und quer verteilen. Damit der Schmutz keine unschönen Verfärbungen auf der Hausfassade hinterlässt, ist eine Dachrinne ebenfalls unerlässlich. Beschädigte Regenrinnen sollten daher umgehend erneuert oder instand gesetzt werden. Die Dachrinnen finden sich meist auf Traufhöhe am Traufbalken oder an einem Dachsparren befestigt.

Bestandteile einer Regenrinne

Es gibt eine Vielzahl an Materialien, Größen und Formen bei Regenrinnen, die unterschiedliche Vorteile bringen. Deshalb sollte die Wahl der Dachrinne nicht unbedacht getroffen werden. Die Grundkonstruktion besteht aus Dachrinne samt Eckwinkeln, Fallrohren und Verbindungsstücken, Dehnungsausgleich sowie Dachrinnenhalterungen. Die Dachrinnen können als halbrunde oder kastenförmige Elemente gefertigt sein. Bei besonders individuellen Bauten und Bauherren können Flaschner auch speziell angefertigte Dachrinnen herstellen. Die einzelnen Bestandsteile können aus Metallen wie Kupfer, Aluminium, Stahlblech, (Titan-) Zink oder Kunststoff wie Plyvinylchlorid (PVC) gefertigt sein. Alle Bauteile des Dachentwässerungssystems sollten aus demselben Material sein, da unterschiedliche Metalle miteinander reagieren können.

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Kunststoffrinnen sind im Vergleich zu Dachrinnen aus Metall weitaus günstiger, wobei es auch hier Qualitätsunterschiede gibt – Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Sie müssen farb-, temperatur- und UV-beständig sein, damit Hausbesitzer mindestens 10 Jahre etwas davon haben.

Verzinkte Dachrinnen halten 15 oder mehr Jahre. Besonders die titanverzinkten Regenrinnen sind sehr robust. Jeglicher Witterung wie Hitze und Nässe können sie standhalten und sie lassen sich zudem sehr einfach verarbeiten. Allerdings sind titanverzinkte Dachrinnen auch kostspieliger als die anderen Entwässerungssysteme.

Stahlblech- oder Kupfer-Regenrinnen sind ein guter Mittelweg in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie sind preiswerter als Zinkrinnen, aber robuster als Kunststoffrinnen. Allerdings bekommen Kupferrinnen nach einiger Zeit ein grünbräunliches Aussehen, da sich eine Patina bildet. Die Patina macht das Metall robuster, was aber optisch nicht unbedingt jedem Hausbesitzer zusagt.


An Schwarzwald- und Alpenhäusern finden sich teilweise auch noch Holzregenrinnen. Diese bilden aber eine Ausnahme im Bauwesen und finden heute kaum noch Verwendung. Einst wurden fast ausschließlich Holz- oder Steinrinnen an den Häusern verbaut. Erst seit dem 18. Jahrhundert finden sich in Europa vor allem auch Metallregenrinnen an den Häusern.

Die Größe und Form einer Dachrinne

Die Größe und Form einer Dachrinne ergibt sich immer aus der Grundfläche des Daches. Schließlich sollte das Entwässerungssystem auch die aufkommenden Wassermengen am Dach bewältigen können. Hierbei kann ein Dachdecker mit Rat und Tat zu Seite stehen. Schließlich kann er nicht nur bei der Wahl des Dachentwässerungssystems helfen, sondern auch die fachgerechte Montage übernehmen. Damit können sich Bauherren sicher sein, dass sich keine Baumängel einschleichen. Vorgehängte oder innenliegende Dachrinnen müssen seit 2001 mittels einer hydraulischen Berechnung der Dimensionierung laut Deutscher Industrie Norm (DIN 1986-100) ermittelt werden. Dabei muss das Entwässerungssystem ein mittleres Regenereignis problemlos bewältigen können, ohne dabei an seine Grenzen zu stoßen.

Nutzung von Regenwasser

Wer ein Grundstück bebaut oder versiegelt muss hierfür eine sogenannte Niederschlagswassergebühr an die heimatliche Gemeinde entrichten. Je mehr Grundfläche durch ein Haus, eine Garage oder eine betonierte Fläche versiegelt ist, desto höher sind die Abwassergebühren. Da die Gebühr nach bebauter Fläche und nicht nach anfallender Regenwassermenge berechnet wird, zahlt der Bewohner das Regenwasser auch, wenn er es nicht auffängt und nutzt. Daher ist es sinnvoll, über eine Regenwassernutzung für den Garten nachzudenken. Das in der Dach- oder Regenrinne gesammelte Wasser wird mittels eines Fallrohrs außen am Haus nach unten abgeleitet. Das kann natürlich auch über eine Regenablaufkette erfolgen. Dort kann es dann in einer Zisterne oder in Regentonnen gesammelt werden. Wer einen Nutzgarten besitzt, kann das Regenwasser besonders gut an heißen Sommertagen für seine angebauten Pflanzen gebrauchen. Aber auch Zierpflanzen oder angelegte Blumenbeete können mit dem gesammelten Regenwasser gegossen werden.

Dachrinne beim Fertighaus

Wie der Name schon sagt, muss sich eine angehende Baufamilie eines Fertighauses kaum mit der Thematik der Dachrinne sowie der Dachentwässerung auseinandersetzen. Sie wird vom Hersteller fertiggestellt: Der Fachberater und der Architekt des Herstellers planen das komplette Haus gemeinsam mit der Baufamilie und wird auch die Wahl der Dachrinne samt Entwässerungssystem einfließen lassen. Im Bemusterungszentrum können sich die Bauherren die verschiedenen Dachentwässerungssysteme und -möglichkeiten anschauen und dann das für sich passende wählen. Beim Fertighaus mit eigenem Garten bietet sich die Regenwassernutzung am ehesten an. Unternehmenseigene Dachdecker oder Flaschner kümmern sich dann um die Montage der Regenrinnen am Haus und damit können sich Kunden wirklich sicher sein, dass die Dachentwässerung optimal funktioniert.


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