Die Kosten für einen Architekten

Möchten Sie Ihr ganz individuelles Traumhaus verwirklichen, kann hierfür ein Architekt hinzugezogen werden, welcher allerdings zusätzliche Kosten verursacht.

Wer sich den Traum vom Einfamilienhaus verwirklichen möchte, kann auf unterschiedliche Mittel zurückgreifen. Neben dem Kauf einer Bestandsimmobilie oder dem Bau eines Fertighauses gibt es auch den klassischen Weg über einen Architekten. Er geht auf die Wünsche und Anforderungen der Baufamilie ein und plant gemeinsam mit ihr das zukünftige Traumhaus, individuell auf die Bewohner zugeschnitten. Allerdings sind solche Projekte oft kostspieliger, da der Architekt Kosten verursacht. Welche Vor- und Nachteile entstehen durch das Bauen mit einem Architekten?

Aufgaben des Architekten

Der Architekt begleitet das komplette Bauprojekt von der Planung über die Ausführung bis hin zur Übergabe des Gebäudes.
In Deutschland werden Architekten grundsätzlich bei der Architektenkammer gelistet und nur diese dürfen sich auch als Architekt bezeichnen. Dafür muss ein abgeschlossenes Hochschulstudium und im Regelfall eine zweijährige Berufserfahrung vorliegen. Die Eintragung bei der Kammer ermöglicht, dass der Planer auch Bauanträge einreichen kann. Er begleitet das komplette Bauprojekt von der Planung über die Ausführung bis hin zur Übergabe des Gebäudes. Hierzu benötigt der Architekt die entsprechenden Vollmachten der Baufamilie, um in deren Namen mit dem Bauausführenden sprechen zu dürfen und gegebenenfalls Einwände vorzubringen. Zudem gehören zu seinen Aufgaben die Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung vor Baubeginn und die Ausschreibung der einzelnen Gewerke. Ebenso fallen in seinen Aufgabenbereich das Baumanagement und die Kostenkontrolle während der Bauausführung.

Die Architektenkosten beim Bau eines Einfamilienhauses

Bei einem individuell geplanten Haus sollten Bauherren den freien Architekten als Kostenstelle ins Bauprojekt „Eigenheim“ mit einplanen.
Bei einem individuell geplanten Haus sollten Bauherren den freien Architekten als Kostenstelle ins Bauprojekt „Eigenheim“ mit einplanen. Wer sich allerdings für ein Fertighaus in Holzbauweise entscheidet, bekommt den Architekten vom Haushersteller gestellt, er ist im Gesamtpaket „Hausbau“ enthalten. Auf welchen Leistungsumfang die angehenden Baufamilien zurückgreifen können, sollten sie vorab mit dem Fachberater abklären. Auch bei einem Bauträger sind die Kosten für das Haus meist geringer, da die Individualität für die Bauherren wegfällt. Wer nicht so viel Wert auf Individualität legt und eher auf den Geldbeutel schauen muss, sollte daher eher auf einen Fertighaushersteller oder Bauträger zurückgreifen.

Honorarhöhe eines Architekten: Die wesentlichen Faktoren

Pauschal kann zur Honorarhöhe eines Architekten keine Aussage getroffen werden, da diese von unterschiedlichen Faktoren bestimmt wird. Zur Berechnung wird hierbei die Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) herangezogen. Sie gilt als verbindliches Preisrecht. Wichtig dabei sind:

  • die anzurechnenden Baukosten
  • der Umfang der Leistungen, also welche nach Leistungsphasen prozentual angerechnet werden
  • der Aufwand des Bauprojekts, also wie ausgefallen die Wünsche der Bauherren sind
  • Vereinbarung mit dem Architekten: Die HOAI weist einen Mindest- und Maximalsatz auf

Die Leistungsphasen: Abrechnung durch den Architekten

Wie bereits erwähnt, rechnen Architekten die Kosten nach Leistungsphasen ab, die sich aus der HOAI (Teil 3 Objektplanung) ergeben:

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Leistungsphase Anteil am Gesamthonorar
1.Grundlagenermittlung: Festlegung der Rahmenbedingungen in Zusammenarbeit mit der Baufamilie
2 %
2. Vorplanung: Erstellung von Skizzen und Zeichnungen im geeigneten Maßstab nach Vorstellung des Baufamilie, Feststellung der Realisierbarkeit und erste Kostenschätzung
7 %
3. Entwurfsplanung: Anfertigung von Grundrissen, Schnittzeichnungen und Außenansicht im Maßstab 1:100, Baubeschreibung, Kostenberechnung
15 %
4. Genehmigungsplanung: Einreichung der Bauanträge bei den zuständigen Behörden und erwirken der Baugenehmigung
3 %
5. Ausführungsplanung: Erstellen von genauen Zeichnungen im Maßstab 1:50 und Detailzeichnungen im größeren Maßstab
25 %
6. Vorbereitung der Leistungsvergabe: Genaue Maßberechnung und Erstellung der Leistungsbeschreibung für Handwerker und Erstellen der Ausschreibung für Firmen
10 %
7. Mitwirkung bei Vergabe: Prüfung von eingehenden Angeboten und Erstellung eines Kostenvoranschlags
4 %
8. Objektüberwachung: Kontrolle der korrekten Ausführung von Arbeiten auf der Baustelle und Abnahme von fertigen Arbeiten inkl. Rechnungsprüfung
32 %
9. Objektbetreuung und Dokumentation: Zusammenstellung wichtiger Dokumente und Übergabe an Baufamilie
2 %

Architektenkosten und Baunebenkosten

Die Kosten eines Architekten bei der Planung für ein Einfamilienhaus liegen im Regelfall bei etwa 12 bis 15 Prozent der Gesamtkosten für die Baumaßnahme. Grundstückskosten und Baunebenkosten sind hierbei nicht inkludiert. Werden alle Leistungsphasen des Architekten in Anspruch genommen und die Baumaßnahme auf 250.000 Euro beziffert, liegen die Architektenkosten bei etwas mehr als 30.000 Euro. Zudem kommen noch die Baunebenkosten oben drauf. Dazu gehören der Tragwerksplaner (Statiker), der Energieausweis, der Vermessungstechniker für das Grundstück sowie die Versicherungs- und die Finanzierungskosten. Allerdings ist es nicht ratsam, gerade beim Architekten Kosten einzusparen, denn die können Sie später teuer zu stehen kommen. Schließlich baut auf ihm das komplette Projekt auf. Wer sich allerdings für ein Fertighaus entscheidet, hat diese Leistung gleich inkludiert und gewisse planerische Freiheiten ohne zusätzlichen Aufschlag.

Die Vor- und Nachteile beim Hausbau mit dem Architekten

Wie eingangs erwähnt, bietet das Bauen mit einem Architekten Vor- und Nachteile:

Vorteile:

  • Die maximale Individualisierung des Traumhauses ist möglich. Gerade ungleichmäßige Grundstücke stellen für den Architekten kein Problem dar, da er das Haus dementsprechend an die Lage anpassen kann und so das Optimum für die Baufamilie herausholt.
  • Geringeres Risiko bei der Insolvenz von Bauunternehmen, da die einzelnen Gewerke vom Architekten vergeben werden und im Falle des Wegfalls eines Unternehmens kann ein anderes beauftragt werden.
  • Der Architekt hält der Baufamilie den Rücken frei und kümmert sich um alle Probleme, die beim Bau auftreten können, ohne dass der Häuslebauer davon betroffen ist.
  • Der Architekt haftet zudem bei einer mangelhaften Bauüberwachung, da dies zu seinen Aufgaben gehört. Fehlerhafte Bauausführungen durch Handwerker gehören allerdings nicht dazu. Der Architekt trägt aber Sorge, dass eventuelle Fehler durch den Handwerker behoben werden. Ein Architekt, der das komplette Leistungsspektrum erfüllt, wird unter Umständen erst bis zu zehn Jahre nach Ende des Baus aus der Haftung entlassen. Dafür muss die Gewährleistungsfrist der Handwerker komplett erloschen sein.

Nachteile:

  • Da das Gebäude durch die Mitwirkung eines Architekten sehr individuell ist, muss jegliche Planung individuell ausgeführt werden.
  • Mehr Zeitaufwand für die Bauherren, da die Planung weitaus komplexer wird und daher viel zusammengesessen werden muss. Wem die Individualität nicht so wichtig ist, kann sich dies sparen.
  • Die Grundstückssuche wird meist von einem Bauträger übernommen, was der Baufamilie Zeit und Nerven erspart. Auch der Fertighausanbieter hilft heute bei der Grundstückssuche und erleichtert so seinen potenziellen Bauherren, den Traum vom Eigenheim so schnell wie möglich umzusetzen.

Fazit zu den Kosten für den Architekten

Sie möchten gewisse Freiheiten bei der Planung, aber nicht zu hohe Architektenkosten beim Bau des Traumhauses verursachen? Dann sind Sie mit einem Fertighausanbieter bestens beraten, da diese durch eigene Architekten heute problemlos individuelle Häuser bieten und das ohne Mehrkosten. Wer sich dennoch ein ganz ausgefallenes Haus wünscht, kann dann ebenfalls auf den firmeneigenen Architekten zurückgreifen, der wie beim freien Architekten schließlich die Kosten des Baus erhöht.

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