Igel im eigenen Garten

Igel im Garten - so machen Sie Ihren Garten igelfreundlich

Igel sind im Garten gern gesehen Gäste. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie Ihren Garten igelfreundlich und naturnah gestalten können.

Sobald die ersten Blätter im Herbst von den Bäumen fallen, wuselt der Igel im Garten oder in Grünanlage umher, um sich einen Wintervorrat anzufuttern. Dabei bevorzugt er proteinreiche Nahrung wie Insekten, Schnecken und Würmer. Irrtümlich wird geglaubt, dass auch Fallobst und andere pflanzliche Nahrung auf seinem Speiseplan stehen. Dem ist de facto aber nicht so. Wer seinen eigenen Garten winterfit macht, sollte dabei auch an die kleinen Stacheltiere denken, um sie sicher ins neue Jahr zu bringen.

Besonderheiten zum Igel

Igel mit seinem Nachwuchs

Anfang Oktober beziehen je nach Witterung bereits die Männchen ihr Winterquartier, während die Weibchen mit dem Nachwuchs einige Wochen später folgen. Der Igel ist der einzige Insektenfresser unter den Winterschläfern. In wetterfesten und wärmegedämmten Nestern aus Laub, Reisig und Grünschnitt können die possierlichen Tierchen bis zu 6 Monate (November bis April) ohne oder mit kaum Nahrung überwintern. Dementsprechend können Sie solche potenziellen Schlafplätze ruhig bis zum späten Frühjahr im Garten liegen lassen, um den Tieren eine Möglichkeit zum Schlafen zu bieten. 

Gleiches gilt für den Zeitraum von Juni bis September, wenn die Igel ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Auch dann sollten solche Plätze aus Laub & Co. unangetastet bleiben. Wer einen Gartenteich oder Pool besitzt, sollte diesen gut abdecken. Zwar sind Igel gute Schwimmer, können aber an zu steilen Böschungen nur schwer wieder herausklettern und werden bis zur Erschöpfung schwimmen. Bestenfalls findet sich noch eine Rampe aus Holz am Rand des Gewässers, damit die Tiere aus dem kalten Nass kommen können.

Ein schöner Unterschlupf für Igel & Co.

Unterschlupf für Igel im Garten

Nicht nur angehäuftes Laub und Gartenabfälle, sondern auch Holzstapel mit Hohlräumen sowie Komposthaufen können dem kleinen Insektenfresser ein lauschiger Überwinterungsplatz sein. Vermeiden Sie, solche Plätze im späten Herbst oder Winter abzubauen, umzugraben oder gar anzuzünden, da sich die streng unter Artenschutz stehenden Tiere darunter befinden können. Besonders gut für den Igel eignen sich auch wind- und regengeschützte Bereiche, die sich zwischen Sträuchern oder an einer Hauswand befinden. 

Aber nicht nur Igel nutzen gerne solche Verstecke, sondern auch Siebenschläfer, Mäuse, Reptilien und Amphibien. Auch Kellerschächte und tiefe Gruben sollten Sie gelegentlich kontrollieren, um möglicherweise hineingefallene Igel zu retten. Auch Mähroboter sollten im Herbst nicht mehr in Betrieb sein, da die kleinen Tiere durch die Klingen verletzt werden können und teils zu Tode kommen. Notfalls sollte das Mähen auf jeden Fall mitten am Tag stattfinden, da die Tiere vermehrt in der Dämmerung und nachts unterwegs sind.

Igelhaus für den Garten

Laubhaufen für Igel zum Überwintern

Im Handel finden sich auch fertige Igelhäuschen zu kaufen, die dem Igel einen passenden Nistplatz bieten. Diese Modelle sollten auch einen integrierten Katzenschutz in Form eines verwinkelten Eingangs besitzen. Zwar können auch ausrangierte Meerschweinchen- sowie Kaninchenhütten diesen Zweck erfüllen, doch weisen diese meist keinen Katzenschutz auf. Durch Zweige und Äste vor dem Eingang kann der Hunde- wie Katzenschutz geschaffen werden. 

Zum Schutz vor Wind sollte noch ein Gewicht wie ein Ziegelstein obenauf gelegt werden. Das Igelhaus für den Garten darf dann noch mit Heu, Laub oder Stroh ausgekleidet werden. Ab Anfang Oktober sollte der igelfreundliche Unterschlupf in einer ruhigen, schattigen Ecke des Gartens stehen, in der möglichst wenig Durchgangsverkehr herrscht. Ab April verlassen die kleinen Stacheltiere meist ihr Winterquartier, welches Sie dann gründlich reinigen sollten, bevor sich im kommenden Oktober der nächste Vierbeiner hier einnistet. Optional kann das Quartier auch ab Juli als Nistplatz für die weiblichen Igel bereitstehen.

Igel füttern

Igel an einer Futterstelle

Aus unserer Sicht sind Igel Schädlingsbekämpfer, da sie Schnecken, Engerlinge und Käfer aber auch nützliche Würmer vertilgen. So sorgen Sie für ein ökologisches Gleichgewicht unter den Insekten. In nahrungsarmen Herbsttagen kann auch zugefüttert werden, wobei dies nicht Überhand nehmen sollte. Katzen- wie Hundefutter, spezielles Igelfutter aus dem Fachhandel sowie ungewürztes Hackfleisch und Ei, können dem Igel problemlos aufgetischt werden. Dieses Nahrungsangebot wird aber auch von Nachbarskatzen, Mardern sowie Ratten in Anspruch genommen. Daher sollten Sie immer Einsicht auf die Futterstelle haben und im Zweifel diese wieder einstellen. Spätestens bei Frost muss dann aber das Zufüttern gelassen werden, da die Tiere sonst künstlich aus ihrem Winterschlaf wachgehalten werden. Tiere die ausgezehrt, apathisch oder mager (unter 600 Gramm) sind, sollten Sie zu einer Igelstation oder einem Tierarzt bringen. Zum Trinken eignen sich niedrige Wasserschalen, die auch nur damit gefüllt sind. Milch sorgt meist für Koliken, was den Tieren nicht bekommt.

Das igelfreundliche Gärtnern

Igel mit seinem Nachwuchs

Wie eingangs erwähnt sollte kein Gift oder Chemie im Garten zu finden sein. Der igelfreundliche Garten basiert auf Ökologie und wird naturnah geführt. Liegengebliebene Laubhaufen bieten nicht nur Igeln Platz, sondern auch Amphibien, Reptilien und Insekten finden dort Unterschlupf. Sollten Sie einen Gemüsegarten oder ein Blumenbeet besitzen, sollten einige Samenstände bestehen bleiben. Laubbläser und Rasenmäher sollten möglichst ab Herbst nicht mehr zum Einsatz kommen. Auch das Umgraben des Komposts sollte möglichst behutsam erfolgen, da sich auch hier die nützlichen Insektenfresser einnisten. Eine heimische Pflanzung aus Stauden, Gehölzen und Wiese taugen den Tieren am ehesten. Gerade Blumenbeete sind ein wahres Paradies für die kleinen Säugetiere.

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Einige weitere Tipps für den igelfreundlichen Garten

Willkommen-Schild für Igel
  • Grundstücksgrenzen zum Nachbarn sollten durch Hecken oder Zäune für den Igel passierbar bleiben
  • Vor dem Mähen der Wiese sollte diese ausreichend nach Igeln abgesucht werden
  • Mögliche Nistplätze sollten unberührt bleiben
  • Wasser- und Futterstellen platzieren und igelgerecht auslegen
  • Keine chemischen Mittel im Garten verwenden
  • Mögliche Igelfallen wie Netze und Maschendrahtzäune verbannen
  • Ein abwechslungsreiches Biotop an Pflanzen im Garten schaffen

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