DIY-Naturgarten

Back to Nature – mit dem eigenen Naturgarten

Ein Garten ist als Rückzugsort gedacht, für die Menschen in erster Linie, die dort einen Ausgleich zum Alltag finden und die Seele baumeln lassen können. Ein Garten ist aber genauso ein Rückzugsort für viele andere Lebewesen, sofern diesen ein Platz im heimischen Grün zugestanden wird. In einem Naturgarten ist dieser für alle vorhanden, denn die unterschiedlichen Gestaltungselemente sorgen für eine lebendige Flora und Fauna.

Einen Naturgarten anlegen?

Bild: fotolia.com © reichdernatur

Zunächst mag es wie ein Widerspruch klingen, einen Naturgarten anzulegen, zu gestalten oder gar von Anfang an durchzuplanen. Tatsächlich ist es keinesfalls widersprüchlich: Um einen möglichst vielfältigen Garten anzulegen, der einer großen Zahl von Pflanzen und Tieren als Lebensraum dienen kann, ist es durchaus sinnvoll, sich vorher Gedanken über die Möglichkeiten und das Konzept als solches zu machen.

Warum ein Naturgarten?

Denn der Naturgarten ist zwar von der Umwelt inspiriert, das heißt gleichwohl nicht, einfach alles sprießen zu lassen – was im Prinzip natürlich auch eine Möglichkeit wäre. Keine gute allerdings, denn auf diese Weise wird vielen Pflanzenarten die Lebensgrundlage genommen, weswegen bedachtsame Eingriffe weit mehr zum Naturschutz beitragen, als den Garten sich selbst zu überlassen.

So aussehen darf der Naturgarten wiederum, das ist die ganze Idee dahinter. Die Gartenarbeit beschränkt sich im Zuge dessen auf das Notwendige, Düngung und Schädlingsbekämpfung sind nur dann ein Thema, wenn sie wirklich notwendig sind und dann nur mit natürlichen Mitteln. Die besten dieser Mittel heißen Voraussicht und Planung.

Auf diese Weise ist es tatsächlich möglich, gute Voraussetzungen für ein ökologisches Gleichgewicht zu schaffen, in dem viele Arten – Pflanzen wie Tiere – sich heimisch fühlen können. Es ist daher vor allem der Anblick eines gesunden Gartens und das Gefühl, inmitten der Natur weilen zu können, die für einen solchen Naturgarten sprechen.

Bild: fotolia.com © Christine Kuchem

Grundlegende Prinzipien des Naturgartens

Ein Naturgarten bedeutet nicht, auf das Gärtnern komplett zu verzichten.

Daran orientieren sich auch die Prinzipien, nach denen Gestaltung und Pflege vorgenommen werden. Wobei Gestaltung ab dem Zeitpunkt, ab dem alle Pflanzen ihren Platz im Garten gefunden haben, nicht mehr korrekt ist. Denn jetzt werden Wachstum und Verbreitung nur noch in die richtigen Bahnen gelenkt. Am ehesten noch sind größere Eingriffe notwendig, wenn Raum für die Ansiedlung neuer Arten geschaffen werden soll.

Wie die Anleitungen weiter unten zeigen, ist es daher auch für Naturgärtner lohnenswert, sich über ihre Ausstattung Gedanken zu machen, falls doch einmal handwerkliche Tätigkeiten gefragt sind. Unwahrscheinlich ist das jedenfalls nicht, eine gewisse Grundausstattung mit Gartengeräten und Werkzeugen benötigt auch das Anlegen eines Naturgartens. Wer geschickt besondere Aktionen nutzt, kann den Kostenrahmen recht klein halten und beim Kauf von Geräten, notwendigem Zubehör oder Pflanzen sparen.
 


Die Pflege des Naturgartens ist weitestgehend mit recht wenig Aufwand verbunden. Von „leicht“ kann hingegen keine Rede sein, denn ein Grundverständnis für das Zusammenwirken verschiedenster Arten gehört schon dazu, wenn deren Miteinander gelingen soll. Die Belohnung ist ein Garten, der weniger Arbeit verursacht und im Gegenzug mehr Zeit lässt, um Flora und Fauna beobachten zu können.

Weniger Aufwand bezieht sich im Übrigen ebenso auf den Einsatz von künstlichen „Hilfsmitteln“: Gift für die Schädlingsbekämpfung oder Mineraldünger sind in einem Naturgarten nicht vorgesehen, sie werden im Idealfall auch gar nicht gebraucht. Das Nebeneinander vieler Arten ist sozusagen die Grundlage für einen natürlichen Selbstschutz gegen Schädlinge, die entweder durch bestimmte Pflanzen abgeschreckt oder von Fressfeinden beseitigt werden. Falls der Wunsch oder der Bedarf besteht, beim Pflanzenwachstum etwas nachzuhelfen, geht das ebenfalls mit natürlichen Methoden.

Variations on a theme: Eigene Interpretationen des Naturgartens

Naturgärten geben der Natur zwar ihren Raum, können aber trotzdem individuell geformt werden.

Da das Hauptthema das Vorbild der Natur ist, entwickelt sich kein Naturgarten wie der andere. Das hängt nicht nur mit den Pflanzen zusammen, die dort gesetzt werden – wie sich ein naturbelassener Garten letztlich präsentiert ist vielmehr zu einem großen Teil von der vorgefundenen Bodenbeschaffenheit und dem Standort abhängig. Folgende Ausgangssituationen sind dabei am häufigsten zu finden:

  • Nährstoffreiche Gartenböden, mit viel Sonne bis hin zu Halbschatten
  • Nährstoffreiche Gartenböden mit Halbschatten bis Schatten
  • Magere Böden mit überwiegend Sonne
  • Feuchte Böden sowie Wasser- und Sumpfbereiche mit viel Sonne bis Halbschatten
  • Unbestimmte Elemente, wozu neben Wegen auch Steinhügel, Mauern oder Sitzecken gehören

Beim letzten Punkt gilt es für Naturgärtner übrigens, eine Entscheidung darüber zu fällen, wie viele „menschliche Spuren“ ihr Garten enthalten soll und wie diese eingebunden werden können. Wege, Mauern und andere Elemente wie Zäune, Tore etc. lassen sich etwa problemlos gleichzeitig als Lebensraum für verschiedene Pflanzen nutzen. Sie können sogar für neue Voraussetzungen sorgen, unter denen das Anpflanzen bestimmter Arten überhaupt möglich wird. Ein Grund mehr also, bei der Planung die nötige Weitsicht walten zu lassen.

Wie sich solche unterschiedlichen Elemente der Gartengestaltung selbst herrichten lassen, erklären wir in den nachfolgenden Kapiteln.

Das eigene Haus mit Naturgarten

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Lebensraum Trockenmauer

Auch eine Natursteinmauer will durchdacht sein, damit die Stabilität langfristig gewährleistet ist.

Der Naturgarten muss nicht zwangsläufig nur aus Grün und Pflanzen bestehen, immerhin sieht es in der Natur ebenfalls anders aus. Deshalb ist es wichtig und richtig, auch Bereiche aus „toten“ Materialien einzubinden – wie etwa eine Trockenmauer, die ein wichtiger Lebensraum sein kann. Hier erklären wir, wie diese gelingt

Anleitung: Trockenmauer

Bild: fotolia.com © reichdernatur

Welche Werkzeuge werden benötigt?

Ausreichend für den Bau der Trockenmauer sind eine Spitzhacke, ein Spaten, eine Schubkarre und ein Gummihammer.

Welche Materialien werden benötigt?

Das hängt ein wenig von den Vorstellungen des einzelnen Gärtners ab, grundsätzlich braucht es aber:

  • Schotter
  • Sand
  • Mutterboden
  • Natursteine

Für letztere kommen ganz verschiedene Gesteinsarten in Frage, denkbar sind etwa Findlinge oder ungeschlagene Natursteine, genauso wie Granit, Kalkstein oder Jura. Von leichtem Sandstein hingegen ist abzusehen, da dieser nicht über die notwendige Stabilität verfügt und zu leicht bricht.

Wie wird vorgegangen?

  1. Selbst eine Trockenmauer für einen Naturgarten braucht ein Fundament. Dazu wird zunächst an der gewünschten Stelle ein Graben von etwa 40 Zentimeter Tiefe ausgehoben.
  2. Dieser Graben wird anschließend bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern mit dem Schotter aufgefüllt, darüber kommen 10 Zentimeter Sand, der danach glatt geharkt wird.
  3. Bevor die Steine nun zur Trockenmauer aufeinandergestapelt werden, sollte eine Vorauswahl stattfinden. Aus Gründen der Stabilität und Optik empfiehlt es sich, die untere Reihe aus den größten und stabilsten Steinen zu bilden, besonders schöne Steine eignen sich wiederum für die Reihe(n) darüber.
  4. Entsprechend der Sortierung werden die großen Steine nacheinander direkt auf den Sand gesetzt und mit dem Gummihammer festgeschlagen, damit sie einen sicheren Stand haben.
  5. Die Reihen darüber sollten abwechselnd aus kleineren und größeren Steinen bestehen, für den Abschluss bieten sich – wie schon gesagt – große und schöne Steine an.
     

Tipps für den Bau der Trockenmauer:

  • Etwaige Pflanzen werden schon während des Aufbaus in die Lücken eingesetzt. Dazu sollten sie zunächst ausreichend durchnässt werden, bevor sie mit einer Mischung aus Sand, Lehm und Lauberde (fungiert als Substrat) in die Aussparungen und Öffnungen platziert werden.
  • Bei einer Hanglage empfiehlt es sich, die Mauer leicht zum Hang hin zu neigen. Zwischen 10 und 15 Prozent Neigung reichen dazu aus, in regelmäßigen Abständen sollten außerdem einzelne Steine quer zum Verlauf der Mauer platziert werden, um besseren Halt zu gewährleisten. Zwischenräume füllt man am besten mit Sand und Kies, damit Regenwasser besser abläuft und die Mauer nicht unterspült.
  • Bei einer solchen Mauer im Hang kann die Hinterfüllung in einem letzten Schritt mit Mutterboden abgedeckt werden. Damit ist eine ideale Voraussetzung geschaffen, um Steingartenstauden anzupflanzen. Diese sollten aber so in den Boden eingebracht werden, dass sie über die Mauerkrone überhängend wachsen können.

Bepflanzung für die DIY-Trockenmauer

Unterschiedlichste Pflanzen finden auf einer Trockenmauer ihren Lebensraum, von alpinen Gewächsen bis zu Farnen.

Bild: fotolia.com © JFsPic

Grundsätzlich gibt es für den Naturgarten eine wahre Fülle an Pflanzen, die sich bestens eignen. Die gibt es für Trockenmauern ebenfalls, allerdings müssen die Kandidaten hier besondere Anforderungen erfüllen. Vor allem sollten die gesetzten Pflanzen mit verhältnismäßiger Trockenheit zurechtkommen. Viel Wasser wird ihnen weder auf der Mauerkrone noch in den Lücken zwischen den Steinen bleiben, um den Flüssigkeitshaushalt zu bestreiten.

Außerdem ist Winterhärte eine wünschenswerte Eigenschaft, da die Bepflanzung der Trockenmauer ganzjährig an Ort und Stelle bleibt. Die Auswahl fällt damit zwar gewissermaßen auf Spezialisten, wirklich klein wird sie dadurch aber nicht. Im Gegenteil, wie der Blick auf einige der schönsten „Bewerber“ für das Trockenmauerprojekt zeigt. Möglich ist sogar eine wirklich internationale Zusammenstellung, solange die gewählten Pflanzen ursprünglich aus Steppen- oder alpinen Regionen stammen und entsprechend genügsam sind.

Je nach Standort der Mauer lassen sich eventuell sogar Arten ansiedeln, die etwas mehr Feuchtigkeit oder weniger Sonnenlicht bevorzugen, wie die Kapuzinerkresse oder verschiedene Farne. An sonnigeren Plätzen lässt sich der Naturgarten sogar mit einem Kräutergarten kombinieren. Da sich die Steine tagsüber aufwärmen und so durch die Nacht hindurch die Wärme abstrahlen, fühlen sich auch eher mediterrane Arten wie Rosmarin, Thymian oder Lavendel auf der Trockenmauer wohl.

Lebensraum Gartenteich

Wasser im Naturgarten lockt noch mehr Tierarten an, als ohnehin schon.

Wo Wasser ist, da ist auch Leben. Was also läge da näher, als den Naturgarten um einen Teich zu erweitern. Der muss nicht zwangsläufig die Ausmaße eines Schwimmteichs für die ganze Familie annehmen, denn vielen kleineren Gartenbewohnern ist bereits mit einem Tümpel geholfen, der zwischen 4 und 12 Quadratmetern groß ist. Abhängig ist die Ausdehnung des Naturteichs in erster Linie von den Platzverhältnissen, was sich in den meisten Fällen auch auf die Standortwahl auswirken wird. Ansonsten gibt es gerade hinsichtlich der verwendeten Materialien (für die Abdichtung) eine große Auswahl.

Bild: fotolia.com © Heinz Valdukat

  • Naturmaterialien

Lehm- und Tonböden machen Abdichtungen aus Kunststoff unnötig, sind umweltverträglich und lassen bei der Gestaltung viel Spielraum. Allerdings werden in den wenigsten Gärten die notwendigen Bodenbedingungen anzutreffen sein, diese Böden unterliegen außerdem natürlichen Prozessen: Sinkende Wasserstände bis hin zum Austrocknen müssen daher einkalkuliert werden.

  • Fertigteiche aus Polyethylen/glasfaserverstärktem Kunststoff

Der größte Vorteil bei dieser Variante ist die Robustheit, dafür müssen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und der gestalterischen Freiheit Abstriche gemacht werden – Form und Größe sind bei diesen Fertigteichen vorgegeben.

  • Abdichtungen aus Ton oder Betonit

Falls die oben genannten Naturböden nicht vorhanden sind, können diese alternativ herbeigeschafft werden. Die Verarbeitung ist für Laien nicht unbedingt einfach, aber machbar. Mit undichten Stellen muss bei der Verwendung von Naturmaterialien jedoch auch dann gerechnet werden, wenn der Teich von Fachleuten angelegt wird. Zudem ist der Arbeitsaufwand sehr hoch, das Ergebnis allerdings sehr gut umweltverträglich.

  • Folienabdichtungen

Im Gegensatz dazu dürften Teiche mit Folienabdeckungen aus Polyethylen oder EPDM-Kautschuk inzwischen am weitesten verbreitet sein. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie vergleichsweise günstig sind, flexibel einsetzbar und recht langlebig. Naturgärtner müssen an dieser Stelle abwägen, ob die Verwendung von Kunststoffen im Sinne der Umweltverträglichkeit für den Naturteich in Frage kommt.

Anleitung: Tümpel mit Lehmabdichtung

Beim Anlegen des Teichs sollte von Beginn darauf geachtet werden, verschieden tiefe Zone einzurichten.

Um die Prinzipien des Naturgartens auch beim Anlegen eines Teichs – genauer: eines kleinen Tümpels – einzuhalten, ist trotz der etwas aufwändigeren Prozedur die Verwendung von Lehm als Abdichtung empfehlenswert.

 

Im Vorfeld sollten folgende Aspekte beachten:

  • Erster Schritt muss die Standortwahl sein. Besonders geeignet sind flache Stellen mit guter Sonneneinstrahlung, die aber auch schattige Tagesabschnitte bietet. Damit nicht zu viel herabfallendes Laub in den Tümpel gelangt, ist außerdem ein Mindestabstand von Bäumen und Sträuchern hilfreich.
  • Auch bei der Formgebung sollte nicht drauflos gegraben werden. Vielmehr gilt es zu berücksichtigen, dass die Uferzone einen schönen Übergang zum restlichen Garten bilden sollte. Dazu kommt eine Flachwasserzone von etwa 20 Zentimeter Breite (das erleichtert Tieren den Zugang und den Ausstieg), die Tiefwasserzone sollte mindestens 40 Zentimeter tief sein. Tipp: Die Lehmabdichtung wird später eine gewisse Dicke aufweisen müssen, um ihren Zweck zu erfüllen. Deshalb sollten beim Aushub gut 50 Zentimeter zusätzlich eingeplant werden.

 

Welche Werkzeuge werden benötigt?

Wie bei der Trockenmauer sind Spitzhacke, Spaten und Schubkarre unerlässlich, hilfreich sind außerdem Kelle und Stampfer, um den Lehm zu verstreichen und fest zu stampfen.

Welche Materialien werden benötigt?

  • Lehm
  • Sand
  • Kies
  • gegebenenfalls ein Schutzgitter
  • Pflanzen

 

Wie wird vorgegangen?

  1. Der erste Arbeitsabschnitt besteht darin, die Grundform des Teichs auszuheben, anschließend folgt die Abdichtung (siehe unten).
  2. Sobald die Vorarbeiten abgeschlossen sind, können mit Gartenerde, Sand und Kies Buchten modelliert werden. Denkbar ist auch, vor allem im Randbereich mit größeren Steinen zu arbeiten.
  3. Nach Fertigstellung der Ausgestaltung kann der Teich mit Wasser befüllt werden. Im letzten Schritt wird die Bepflanzung eingesetzt.

Richtiges Abdichten mit Lehm

Wenn die vorhandene Gartenerde keinen ausreichenden Anteil an Lehm enthält, muss für die Abdichtung folgerichtig eine größere Menge besorgt werden. Das sollte unproblematisch sein, denn Lehm erlebt gerade eine Renaissance als Baustoff. Bevor es überhaupt ans Abdichten des ausgehobenen Teiches geht, kann es unter Umständen sinnvoll sein, den Teichboden mit einem Schutzgitter auszulegen. Auf diese Weise können sich keine Mäuse von unten an die Abdichtung herangraben.

  1. Die aufgetragene Lehmschicht sollte mindestens 50 Zentimeter stark sein. Die Abdichtung wird aber in mehreren Schichten aufgetragen, die immer wieder genässt und festgestampft werden müssen.
  2. Während der gesamten Arbeit darf der Lehm nicht vollständig austrocknen, die Schichten bekommen ansonsten Risse, durch die das Wasser später ablaufen kann.
  3. Im Bereich des Ufers empfiehlt es sich, die Lehmschicht sogar 60 Zentimeter dick aufzutragen, um der erhöhten Austrocknungsgefahr vorzubeugen.
  4. Die Lehmabdichtung wird insgesamt so hochgezogen, wie die spätere Teichoberfläche liegen soll. Zu diesem Zweck sollte im gesamten Uferbereich eine Zone von rund 30 Zentimetern eingeplant sein.

Alternative Miniaturteich

Beim Naturteich kommt es nicht in erster Linie auf die Größe an, selbst in einem alten Fass ist hierfür Platz.

Wer den Arbeitsaufwand scheut oder schlichtweg nicht über den Platz verfügt, einen Tümpel anzulegen, kann auch in einer Miniaturvariante für ein feuchtes Biotop sorgen – in einem handelsüblichen Bottich. Möglich sind aber auch andere Gefäße, um den Miniteich anzulegen.

Welche Materialien werden benötigt?

  • Bottich
  • Erde, Muttererde, Wasser
  • Feld- und Kieselsteine
  • Wasser- und Uferpflanzen

Wie wird vorgegangen?

Um den Miniaturteich im Bottich in den Naturgarten zu integrieren, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird das Behältnis, wie ein Fertigteich, im Boden versenkt, oder es wird an der gewünschten Stelle platziert, mit Erde eingefasst und mit Steinen befestigt.

Für den Teich selbst wird der Boden mit Feldsteinen besetzt. Je nach verwendeten Pflanzen ist darauf zu achten, diesen die optimale Höhe zu bieten. Falls notwendig kann mit gesäuberten Kieselsteinen nachgeholfen werden. Zum Abschluss nur noch Wasser einfüllen.

Bild: fotolia.com © Gabriela

Tiere, Pflanzen, Pflege: Der richtige Umgang mit dem Gartentümpel

Wie eingangs schon erwähnt, hat ein Naturgarten nichts mit Wildwuchs zu tun und das gilt selbstverständlich genauso für die Bepflanzung eines Teichs und seiner Umgebung. Theoretisch sind zwischen Tiefwasserzone und Teichumgebung insgesamt vier unterschiedliche Bepflanzungszonen zu finden, die jeweils für ganz verschiedene Arten als Habitat dienen:

Bild 1: fotolia.com © Christine Kuchem

  • Tiefwasserzone

Bei einer Wassertiefe zwischen 80 bis 120 Zentimetern wird von der Tiefwasserzone gesprochen. Hier fühlen sich Unterwasserpflanzen wie Tausendblatt, Krebsschere, Hornblatt und Seerosen wohl. Da auf Technik verzichtet werden soll, sind diese Arten umso wichtiger für den Sauerstoffhaushalt des Teichs.

  • Flachwasserzone

So wird der Bereich zwischen 10 bis 40 Zentimeter Tiefe genannt, in dem Pflanzen wie Hechtkraut, Froschkraut, Wasserminze oder Froschlöffel angesiedelt werden können.

  • Sumpfzone

Der feuchte Untergrund der Sumpfzone, die sich noch bis zu einer Wassertiefe von 10 Zentimetern erstreckt, ist eine ideale Heimat für Zwerg-Binse, den Kleinen Rohrkolben, Sumpf-Schwertlilie und -Vergissmeinnicht sowie den Blut-Weiderich.

  • Teichumgebung

Ab hier wachsen die Pflanzen wieder auf normaler Gartenerde und das meist deutlich höher als die Artgenossen der anderen Zonen. Taglilie, Wiesenraute, Wasserdost und Kreuzkraut gedeihen hier unter anderem gut.

Bei der Pflege gilt einmal mehr das Motto, dass maximal sanfte Eingriffe getätigt werden sollten. Das heißt für den Naturteich in erster Linie, regelmäßig die sich bildenden Algen abzuschöpfen, abgestorbene Pflanzenteile zu entfernen und bei Bedarf Wasser nachzufüllen. Filter und Schlammsauger kommen aus Rücksichtnahme vor der Natur nicht zum Einsatz.

Davon profitieren die verschiedenen Tiere, die so das Feuchtbiotop in Ruhe genießen können. Ein Tümpel in der oben genannten Größenordnung wird zwar nur in seltenen Fällen ausreichend Platz für Amphibien wie Lurche, Molche und Frösche bilden und selbst als Nistplatz für Libellen könnte er schon zu klein sein. Trotzdem erfüllt auch ein Tümpel wichtige Funktionen innerhalb des großen Biotops Naturgarten, nicht zuletzt deshalb, weil Wasser eine Lebensgrundlage für alle Lebewesen ist und damit die Voraussetzungen geschaffen werden, um einer Vielzahl von Tierarten, von Insekten bis zu kleineren Säugetieren, die Ansiedlung zu ermöglichen.

Lebensraum für geflügelte Gartenbewohner

Meisen und andere Höhlenbrüter sind wegen der schwindenden Bestände alter Bäume auf Hilfe angewiesen.

Apropos Insekten und Vögel. Für die ist ein Feuchtbiotop ebenso wichtig wie Hecken, Sträucher und Bäume sind ein guter Anfang, damit sie sich im Garten heimisch fühlen können. Wer ein wenig kreativ veranlagt ist und die für eine noch größere Artenvielfalt sorgen möchte, schafft mit Nistkästen und Nisthilfen neuen „Wohnraum“ und eine gute Voraussetzung für noch mehr Tiere im eigenen Garten.

Anleitung: Nistkästen für Höhlenbrüter

Viele Vogelarten bauen ihre Nester nicht in irgendwelchen Astgabeln, sondern in Baumhöhlen. Alte Obstbäume sind daher eine beliebte Anlaufstelle, um einen Unterschlupf für den Nachwuchs herzurichten, und sollten nach Möglichkeit nicht gefällt werden. Falls keine Bäume vorhanden sind, kann man den Höhlenbrütern aber auch auf andere Weise helfen.

Bild: fotolia.com © nataba

Welche Werkzeuge werden benötigt?

  • Hammer
  • Holzbohrer
  • Stichsäge
  • Schraubendreher oder Akku-Schrauber
  • Schleifpapier

Welche Materialien werden benötigt?

  • Bretter aus unbehandeltem Holz, Stärke etwa 2 Zentimeter
  • 25 Holzschrauben (4 bis 5 Zentimeter lang)
  • 3 Nägel (8 bis 10 Zentimeter lang, dienen zur Befestigung des fertigen Kastens)
  • 4 drehbare Schraubhaken
  • Leinöl
  • wasserdichte Folie

Wie wird vorgegangen?

  1. Zunächst müssen die Bretter entsprechend ihrer Verwendung zugeschnitten werden, auf folgende Maße:

    - Vorderseite: 14 x 25 Zentimeter (Breite x Länge)
    - Dach: 20 x 20 Zentimeter
    - Boden: 14 x 14 Zentimeter
    - Seitenwände: Diese werden auf einer Seite angeschrägt, deswegen haben die langen Seiten unterschiedliche Maße. Die Breite beträgt 16
    - Zentimeter, die Länge der vorderen Kante 23 Zentimeter, die der hinteren Kante 27 Zentimeter
    - Rückseite: 18 x 27 Zentimeter
    - Leiste: 5 Zentimeter x ca. 60 Zentimeter

  2. Die Seitenränder werden nach dem Zuschnitt abgeschliffen, damit sie sich wirklich bündig zusammenfügen. An dieser Stelle empfiehlt es sich, die Zusammensetzung des Nistkastens generell einmal zu überprüfen, bevor die Einzelteile befestigt werden.
  3. Aus dem Brett für die Vorderseite wird das Einflugloch ausgeschnitten, in ungefähr 6 Zentimetern Abstand von der Kante der Vorderseite. Mit dem Schleifpapier anschließend die Kanten glätten.
  4. Seitenwände mit der Rückwand und dem Boden verschrauben, anschließend die Decke aufsetzen.
  5. Die Vorderseite wird mit den drehbaren Schraubhaken oben und unten an den Seitenwänden festgemacht – auf diese Weise kann der Nistkasten für eine eventuelle Säuberung geöffnet werden.
  6. Die Außenwände mit dem Leinöl einpinseln und die wasserfeste Folie auf dem Dach befestigen.
  7. Der Nistkasten kann danach an einem geeigneten Platz im Garten angebracht werden.

Solche Nisthöhlen eignen sich für viele einheimische Vogelarten. So sind Meisen, Feldsperlinge, Trauerschnäpper, Kleiber, Wendehälse, Gartenrotschwänze und Stare – der ehemals so verbreitete Star ist übrigens der Vogel des Jahres 2018 – allesamt Höhlenbrüter, die so in den eigenen Garten gelockt werden können.

Anleitung: Nisthilfen für Wildbienen

Nisthilfen für Wildbienen müssen nicht kompliziert sein, sondern nur durchdacht.

Auch wer sich nicht zum Imker berufen fühlt, kann etwas für die Bienenpopulation tun, genauer gesagt für die Wildbienenbevölkerung. Allerdings muss hierbei von vorneherein bedacht werden, dass die meisten Wildbienenarten eine ganz andere Lebensweise haben als die verwandten Honigbienen: Sie leben nicht in einem Staat mit Arbeitsteilung zusammen, sondern solitär.

Das heißt, jedes Weibchen legt ein eigenes Nest an, ohne dabei von Artgenossen unterstützt zu werden. Etwaige Nisthilfen müssen daher besondere Anforderungen erfüllen – vor allem, wenn sie langfristig ihren Zweck erfüllen sollen. Da Wildbienen ortstreu sind, kommt einem attraktiven und ausreichenden Nistangebot umso größere Bedeutung zu. Gleiches gilt übrigens auch für das Nahrungsangebot, aber das sollte in einem abwechslungsreichen Naturgarten kein Problem darstellen.

Die einfachste Möglichkeit für einen Wildbienennistplatz ist ein sogenanntes Nistholz aus einem großen Stück Hartholz. Nadelhölzer sind dafür nicht geeignet, am besten also zu Eiche oder Buche greifen. In diesen werden einfach Gänge mit unterschiedlichem Durchmesser (3 bis 10 Millimeter) gebohrt und zwar so tief wie möglich, quer zu den Jahresringen. Allerdings sollten die Gänge hinten immer noch geschlossen sein. Die Kanten der Bohrlöcher abschleifen, damit die Eingänge wirklich frei sind.

Damit ist das Nistholz schon fertig, bei der Aufstellung sollten aber ein paar Dinge beachtet werden:

  • Der Standort sollte ausreichend Schutz vor Regen bieten.
  • Die Gänge immer waagerecht und Richtung Süden zur Sonne ausrichten.

Selbstverständlich besteht durchaus die Möglichkeit, bei den Nistgelegenheiten für die Wildbienen einen kreativeren Ansatz zu wählen. Damit die Ergebnisse aber tatsächlich ihren Zweck erfüllen und den Bienen nicht unbeabsichtigt sogar Schaden zufügen, sollten zur Vorbereitung die Hinweise auf wildbienen.info gelesen werden. Es wäre schade, wenn die Arbeit am Ende nichts zum gewünschten Schutz der Artenvielfalt im eigenen Naturgarten beiträgt.


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