Beim Co-Sleeping verbringen Eltern und Kind die Nächte gemeinsam in einem Familienbett. Das fördert die Entwicklung und Beziehung.

Co-Sleeping: Alle ins Familienbett

Gemeinsam im Bett zu schlafen ist beliebt – Freunde und Geschwister tun es, ja ganze Familien teilen sich ein Familienbett. Zu sehr sollten sich Kinder aber nicht an das Co-Sleeping gewöhnen, oder?

Junge Eltern wollen unbedingt alles richtig machen in der Erziehung. Gerade beim ersten Kind gesellt sich zu den guten Vorsätzen aber meist auch eine Portion Unsicherheit. „Wie lange darf mein Kind mit in meinem Bett schlafen?“ ist nur eine von vielen Fragen, die Mütter und Väter in den ersten Monaten nach der Geburt beschäftigt. Lesen Sie hier alles Wichtige rund um Co-Sleeping und das Familienbett.

Was ist Co-Sleeping?

Körperliche Nähe und Geborgenheit machen das Co-Sleeping aus. Viele Eltern praktizieren es in den ersten Monaten nach der Geburt.

Co-Sleeping meint heute vor allem, dass Eltern und Kinder in unmittelbarer Nähe schlafen, sodass sie sich berühren, den Atem hören oder auch die Körperwärme des anderen fühlen können. Das ist sowohl in einem großen Familienbett, als auch in einzelnen, nebeneinander stehenden Betten möglich. Je größer die Distanz im Schlafzimmer oder Kinderzimmer, in der Wohnung oder im Haus wird, desto eigenständiger funktioniert das Schlafen.

Die meisten Eltern genießen das Co-Sleeping in der Anfangsphase, wollen es aber nicht zu lange mit ihrem Nachwuchs praktizieren. Auf einen wohl behüteten Lebensstart mit vielen gemeinsamen Nächten folgen daher bald schon die ersten Versuche der räumlichen Trennung zwischen dem Kind und den Eltern beim Schlafen. Co-Sleeping findet dann nur noch in besonderen Situationen statt. Zum Beispiel bei Gewitter, Zahnschmerzen, im Urlaub oder nach einem Alptraum.

Den Bedürfnissen von Kind und Eltern gerecht werden

Säuglingen brauchen die elterliche Nähe. Die bekommen sie beim Co-Sleeping im Familienbett.

Die Nähe zu Mama und/oder Papa gerade beim Schlafen gibt Säuglingen Sicherheit und Geborgenheit. Sie ist ein Grundbedürfnis, welches Eltern nicht vernachlässigen dürfen. Co-Sleeping hilft auch dabei, dass sich Kind und Eltern besser kennen lernen. So lange der Säugling nachts gefüttert wird, kann es außerdem dem nächtlichen Komfort beider Seiten zugutekommen, in einem gemeinsamen Familienbett zu schlafen. Wenn sich Mama und Papa mit dem Füttern abwechseln, kann es aber auch von Vorteil sein, wenn nur ein Elternteil beim Kind schläft, während sich der andere mal eine Nacht ausruht.

Vom Familienbett zum Ehebett

Einige Monate nach der Geburt hegen viele Eltern den Wunsch, ihr Schlafzimmer für sich zurückzuerobern. Wenn es nach ihnen geht, soll das Kind lieber früher als später lernen, ohne Co-Sleeping zu Bett zu gehen. Der Idealfall für viele Eltern ist, wenn das Kind am frühen Abend ohne allzu lange Einschlafrituale im eigenen Bett einschläft und am nächsten Morgen (nicht zu früh) auch dort wieder aufwacht. Es kommt zum Spagat, um den Bedürfnissen von Eltern und Kindern gerecht zu werden. Dabei gilt: Je jünger das Kind ist, desto mehr müssen Mama und Papa sich seinen Wünschen und Gefühlen nach Co-Sleeping & Co. unterordnen. Die Rückkehr vom Familienbett zum Ehebett wird aber bald gelingen – versprochen.

Expertentipp: Seien Sie da!

Lassen Sie Ihr Kind spüren, dass Sie seinen Bedürfnissen Aufmerksamkeit schenken. Nehmen Sie sich Zeit, wenn es mal nicht so gut mit dem Einschlafen oder Wieder-Einschlafen klappt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, lesen oder singen Sie ihm oder ihr etwas vor, damit es merkt: Egal, wo ich schlafe – meine Eltern sind da und immer in der Nähe.

Diese Familienbetten gibt es:

Für Co-Sleeping im ersten Lebensjahr und darüber hinaus brauchen Sie ein geeignetes Familienbett mit viel Platz für alle Seiten-, Rücken- und Bauchschläfer. Denn wer sich allzu sehr eingeengt fühlt, findet nachts schlechter zur Ruhe und ist morgens nicht ausgeschlafen.

Diese Familienbetten bieten Platz für erholsame Nächte von zwei und mehr Personen:

  • Doppelbett mit zwei Matratzen und „Besucherritze“ (meist 1,60, 1,80 oder 2 Meter breit)
  • Doppelbett mit einer durchgehenden Matratze (meist 1,40 oder 1,60 Meter breit)
  • Einzel oder Doppelbett plus angrenzendes Beistellbett für einen Säugling
  • Einzelbetten variabler Größe, die nebeneinander gerückt werden
  • Ausgewiesene Familienbetten mit mehr als 2 Metern Breite
  • Temporäre „Liegewiesen“ aus mehreren Matratzen, Decken oder Polsterauflagen

Wann soll ich das Co-Sleeping beenden?

Im Kinderbett angekommen, kann auch ein Kuscheltier Sicherheit geben. Kinder sollten aber immer wissen, dass die Eltern in der Nähe sind.

Nicht alle Experten sind sich bei dieser Frage einig. Die Mehrheit ist sich allerdings sicher, dass jedes Kind früher oder später von sich aus den Umzug aus dem Familienbett in ein eigenes Bett wünscht. Ebenso sicher sind sie sich, dass das Co-Sleeping grundsätzlich keine Nachteile für das Kind bedeutet. Ganz im Gegenteil darf sich das Kind glücklich schätzen, in einem liebenswerten Umfeld aufzuwachsen und gemeinsam mit liebenden Eltern im Familienbett zu schlafen.

Kommt allerdings der Zeitpunkt, an dem Kinder dem elterlichen Bett entwachsen, dann müssen Mama und Papa auch loslassen können. Denn ebenso wie Kinder irgendwann ein eigenes Zimmer, selbst ausgewählte Kleidung oder sogar ein eigenes Kinderbad haben möchten, so sollte es auch ein eigenes Bett sein. Eltern, die beim Entwöhnen des Co-Sleeping selbst die Initiative ergreifen möchten, sollten ihrem Kind nicht zu früh und auch nur behutsam neue Schlafgewohnheiten vermitteln. Die elterliche Liebe sollte dabei aber nie zu kurz kommen.

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Vom Familienbett ins eigene Kinderzimmer

Dem Familienbett wird nachgesagt, dass Kinder hier weniger tief schlafen als in ihrem eigenen Bett. Andererseits ist es hier ganz besonders gemütlich, wenn sich die ganze Familie zusammenkuscheln kann. Diese gemütliche Familienzeit sollte dem Kind auch weiterhin möglich sein, wenn es sich in manchen Nächten oder Situationen am Tag danach sehnt. Tiefen und erholsamen Schlaf bekommt es in der Regel aber in seinem eigenen Kinderzimmer. Hier sollte sich das Kind pudelwohl fühlen, sowohl nachts als auch am Tag. Richten Sie das Kinderzimmer daher individuell ein, nicht zu bunt und chaotisch, aber kindgerecht. Und wählen Sie auch eine Wohnform, die der Entwicklung Ihres Kindes förderlich ist. Mit Platz zum Spielen in Ihrer Nähe, aber auch zum Rückzug in ein eigenes kleines Reich.

Expertentipp: Der Sessel im Kinderzimmer

In einem Sessel neben dem Kinderbett können auch Sie es sich im Kinderzimmer gemütlich machen und für Ihren Nachwuchs da sein oder ihm einfach nur beim Schlafen zuschauen. Denn die Zeit, in der das Kind sein Zimmer für sich allein haben möchte und zerrissene Jeans auf dem Sessel liegen, wird schneller kommen als Ihnen lieb ist. Genießen daher auch umso mehr das Co-Sleeping im Familienbett.

5 Tipps für das Familienbett

Eine gemeinsame Decke ist nicht die beste Idee im Familienbett.
  1. Planen Sie genügend Platz zum Schlafen ein. Kleinkinder drehen sich im Schlaf gerne auch schon mal um die eigene Achse, sodass es für die Eltern schnell eng werden kann.
  2. Wichtig ist ausreichend Platz für das Co-Sleeping auch deswegen, weil Ihre Kinder viel kleiner und gebrechlicher sind als sie selbst. Passen Sie auf, dass Sie sie nachts nicht verletzen.
  3. So schön Kissen, Kuscheltiere & Co. im Familienbett auch sind, übertreiben sollten Sie es damit nicht. Denn sie nehmen nicht nur Platz weg, sondern können im ungünstigsten Fall auch auf das Gesicht ihres Kindes fallen und dort das Atmen erschweren.
  4. Finden Sie einen gesunden Mittelweg für die Helligkeit und Temperatur im Schlafzimmer. Alle Teilnehmer am Co-Sleeping sollten sich wohlfühlen.
  5. Halten Sie eine Kleinigkeit zum Spielen auf Ihrem Nachttisch bereit. Wenn Ihr Kind in den frühen Morgenstunden partout nicht mehr einschlafen will, beschert Ihnen das womöglich noch ein wenig mehr Schlaf oder wenigstens Ruhe, bevor Sie aufstehen müssen.

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