Baum beschneiden im Garten

Bäume beschneiden - Worauf zu achten ist

Sträucher und Bäume beschneiden ist eine Kunst und sollte mit Bedacht angegangen werden. Auf was Sie hierbei achten sollten, lesen Sie in den nachfolgenden Zeilen.

Baum mit abgeschnittenem Ast

Im Herbst beginnt für viele Besitzer von Gärten- und Streuobstwiesen die Zeit, in der sie ihre Bäume und Sträucher zurückschneiden. Hierbei sollten Hobbygärtner und die, die es gerne werden wollen, einige Dinge beachten. Denn es gibt sowohl gesetzliche als auch biologische Vorgaben, an die sie sich halten sollten. Wer Bäume richtig beschneidet, vermeidet Ärger und verbessert das Wachstum und das Blühen der Pflanzen. Nachfolgend finden Sie einen ersten Einstieg für Ihren gepflegten Garten am Haus.

Wann darf geschnitten werden?

Geschnittenes Holz nach dem Beschneiden eines Baumes

Laut § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes ist im Zeitraum vom 1. März bis zum 20. September das Zuschneiden, auf den Stock setzen oder Beseitigen folgender Pflanzen untersagt:

  • Hecken
  • Sträucher
  • "lebende Zäune"
  • sonstige Gehölze

Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Dementsprechend dürfen Hobbygärtner ihre Bäume und Sträucher in diesem Zeitraum in Form schneiden, aber nicht komplett entfernen. Im Zweifel ziehen Sie vorher einen Fachmann zu Rate. In Ausnahmefällen, wie etwa Gefahrensituationen, dürfen Bäume und Sträucher auch ganzjährig entfernt werden.

Grundstücksbesitzer haften für eigene Pflanzen

Professionelles Beschneiden eines Baumes

Ein korrekt ausgeführter Schnitt sorgt nicht nur für gesunde Pflanzen, sondern vermeidet auch Astbruch an den Gehölzen. Schließlich darf keine Verletzungsgefahr von Bäumen und Sträuchern ausgehen. Dies geht aus der Verkehrssicherungspflicht für Bäume und Sträucher hervor. Gerade durch große Pflanzen an Grundstücksgrenzen kann es zu einer potenziellen Gefährdung der Sicherungspflicht kommen. Mitunter ist dort aber auch die Fällung nicht ganz ohne. Daher kann es sein, dass Sie eine Genehmigung hierfür benötigen. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer lokalen Behörde und lassen Sie eine solche Gefahrfällung auf jeden Fall von einem Profi durchführen.

Schlecht abgeschnitten: Wie geht man vor?

Weniger risikoreiche Schneidearbeiten an Bäumen und Sträuchern können Sie – passendes und gut geschärftes Schneidewerkzeug vorausgesetzt – natürlich auch selbst vollziehen. Bevor Sie allerdings die Säge oder Schere in die Hand nehmen, sollte klar sein, wie das Resultat später aussehen soll. Einfach drauf losschneiden kann so manche Pflanzenart schwächen. Spätestens im Frühjahr sieht man ihr den falschen Schnitt an. 

Erst informieren, dann Bäume beschneiden

Beschneiden eines Baumes mit einer Kettensäge

Informieren Sie sich zu den Besonderheiten des Strauchs oder Baums, den Sie beschneiden wollen. Es ist wichtig zu wissen, wie sehr die jeweiligen Schnitte die Pflanze verletzen können. Der Saftstrom einzelner Pflanzenarten variiert in der kalten Jahreszeit und mitunter führen falsche Schnitte zum Verderb einer Pflanze. Überlegen Sie sich auch vorher, wie das Endergebnis aussehen soll und entfernen Sie erst dann die unerwünschten Zweige. 

Wichtige Tipps beim Schneiden:

Baum beschneiden mit einer Kettensäge
  • Vermeiden Sie komplizierte oder gefährliche Schneideaktionen
  • Holen Sie im Zweifel vorher den Rat eines Fachmanns ein
  • Schneiden Sie alle unerwünschten Äste möglichst auf einmal und ohne großen Zeitverzug ab
  • Bei größeren Ästen sollten Sie möglichst auf der Unterseite anfangen und dann von oben gegensägen
  • Um die Verletzungsgefahr zu vermeiden können große Äste auch stückweise verkleinert werden
  • Die eigene Standsicherheit ist sehr wichtig und sollte von einer gesicherten Leiter ausgehen und nicht von einem Ast aus
  • Arbeiten mit der Motorsäge dürfen von Laien ausschließlich vom Boden aus getätigt werden. Alle anderen Schnitte müssen durch einen professionellen Baumschneider ausgeführt werden 

Sommer- oder Winterschnitt?

Kirschblüten im Garten im Frühling

Die Winterruhe der Pflanzen war früher die Hauptschneidezeit von allen Gehölzen, da sie kaum im Saft stehen. Heutzutage raten Experten je nach Pflanze eher in der warmen Jahreszeit tätig zu werden, da die natürlichen Schutzmechanismen der Bäume schneller Wunden und Verletzungen versorgen können. Dementsprechend haben sowohl der Sommer- als auch der Winterschnitt Vorteile, die Sie in Betracht ziehen sollten, bevor die große Schere angesetzt wird. Die Vorteile des Sommerschnitts:

  • Keine Frostschäden an Schnittwunden
  • Schnellere Wundheilung (Überwallung)
  • Ergebnis ist unmittelbar sichtbar, da Blätter vorhanden
  • Wasserreiser werden im kommenden Jahr weniger gebildet
  • Kaum pilzliche Erreger unterwegs
  • Weniger Windereignisse, die freigelegte Äste zum Brechen bringen
  • Blütenfülle: Ziergehölze wachsen im Sommer buschiger und mit mehr Blüten
  • Erkrankte Äste und Zweige sind leichter erkennbar 

Allerdings hat auch der Winterschnitt seine Vorteile, die dagegen abgewogen werden sollten. Die Vorteile des Winterschnitts:

  • Schnitte während des sommerlichen Wachstums können den Baum stärker schwächen
  • Nährstoffe durch Blätter werden nicht entfernt, da Bäume bereits weitestgehend blattlos
  • Da nach dem Winterschnitt weniger Äste im Frühjahr vorhanden sind, gelangen mehr Nährstoffe in die verbliebenen Äste -> Holzwachstum bedeutend gesteigert
  • Sonnenbrand stellt kein Problem dar
  • Besserer Überblick und einfachere Entsorgung durch fehlendes Laub 

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Was passiert bei der Wundheilung im Baum?

Genaugenommen findet beim Baum keine Wundheilung statt, sondern die betroffene Stelle wird vom Baum abgeschottet, sodass diese abstirbt. Egal, ob die Verwundung durch Astbruch oder einen Schnitt erfolgt, die betroffene Stelle wird nicht mehr versorgt und die Holzzellen verschließen ihre Poren. Zusätzlich beginnt die Rinde mit dem Überwallen der Stelle, bis diese eines Tages überwachsen ist. Damit ist ein natürlicher Pflanzenschutz gegeben. 

Größere Schnittwunden an Bäumen verschließen

Baumharz nach dem beschneiden eines Baumes

Insekten, Pilze oder Nässe sollten möglichst nicht in die Stelle eindringen, da der Baum sonst weiter geschwächt wird. Schnitte sind übrigens einfacher für den Baum zu bewältigen als Astbrüche mit großen Oberflächen. Schnittwunden, die einen größeren Durchmesser als 5 Zentimeter haben, sollten mit Wundverschlussmittel behandelt werden, damit keine Bakterien in die offene Wunde gelangen. Somit heilt die Schnittwunde schneller und Schädlinge (Pilze, Bakterien, Fäulnis) haben weniger Chancen sich breitzumachen. Bei Schnittflächen von über 10 Zentimeter Durchmesser reicht es auch aus, wenn Sie das Wundverschlussmittel auf dem Rand der Schnittwunde auftragen.

Praxistipp: Auch bei Rindenverletzungen sowie Frost- oder Sonnenbrandrissen kann das Wundheilmittel für Bäume aufgebracht werden. 

Welche Schnittarten gibt es?

Baum beschneiden im Garten

Baumschnitt ist nicht gleich Baumschnitt: Gerade im Obstbaumschnitt gibt es verschiedene Bezeichnungen von Schnitten, die ein bestimmtes Ziel verfolgen.

  • Pflanzschnitt: hierbei wird der Haupt- und maximal 3 Nebentriebe geschnitten, die die Kronenbildung sowie das Anwachsen fördern
  • Formschnitt: der Kronendurchmesser wird reduziert und unpassende Äste werden entfernt
  • Entlastungsschnitt: die Gesunderhaltung des Baumes steht hier im Vordergrund. Geschädigte Äste (Sturm, Schädlinge, Schneelast) werden entfernt
  • Ertragsschnitt: Die Krone wird ausgedünnt, sodass mehr Blüten an den übrigen Ästen entstehen und der Ertrag von Obst gesteigert wird

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