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Persönlich und individuell: Gestaltungsmöglichkeiten beim Fertighaus

Auch ein „Haus von der Stange“ kann sehr individuell werden. Und das geht auch, ohne dass man den Grundriss ändert oder ähnliche Radikalmaßnahmen impliziert.  

Es gibt im Bereich der Fertighäuser eine beeindruckende Menge an Anbietern. Jeder von ihnen offeriert mehrere Haus-Modelle, welche sich teilweise weiter unterteilen. Ein ähnliches Prinzip, wie man es vom Autokauf kennt und das es ermöglicht, sich trotz des Faktors „in Serie gebaut“ ein sehr individuelles Stück zusammenzustellen. Aber: sowohl beim Automobil wie beim Fertighaus gibt es natürlich Hersteller-übergreifende Trends, die dafür sorgen, dass sich die Angebote in gewisser Hinsicht ähneln. Und, abermals passt die Parallele zum PKW: Viele Besitzer möchten deshalb ihr Fertigheim weiter individualisieren und sich so von der Masse abheben. Kein Problem, das ist ziemlich einfach möglich. Auf den folgenden Zeilen präsentieren wir einige besondere Schmankerl für Individualisten.

1. Clever planen

Wenn man vor Baubeginn die Nachbarschaft inspiziert, sieht man schnell, was man vermeiden muss, will man nicht mit dem Strom schwimmen. (fotolia.com © Ralf Geithe)

Wenn man vor Baubeginn die Nachbarschaft inspiziert, sieht man schnell, was man vermeiden muss, will man nicht mit dem Strom schwimmen. (Bild  fotolia.com © Ralf Geithe)

Es ist der grundlegendste Schritt zu mehr Individualismus. Leider funktioniert dieser „Trick“ aber nur, wenn man sein Haus nicht in ein leeres Neubaugebiet stellt, sondern in ein Wohngebiet.

Dazu:

  • Geht man mit offenen Augen mehrfach durch das Wohngebiet und macht sich Notizen zu Farbe, besonderen Merkmalen usw. der Häuser
  • Legt man per Handykamera einen Katalog an, aus dem man vergleichen kann
  • Schaut man sich via Satellitenbild-Funktion im Internet das Neubaugebiet von oben an

Kurz: Man verschafft sich einen genauen Überblick darüber, was die nahe und entfernte Nachbarschaft so baut und versucht, herausstechende Features beim Aussuchen des eigenen Fertigheims zu vermeiden. Das schafft bereits einen starken Grund-Individualismus.

2. Farbvariationen im Innenraum

Nur weil ein Wandbelag aus einer früheren Epoche stammt, muss er nicht altbacken sein. Hier die „kleine Gestreifte“, aus der Zeit des Art déco. (fotolia.com © ostap25)

Nur weil ein Wandbelag aus einer früheren Epoche stammt, muss er nicht altbacken sein. Hier die „kleine Gestreifte“, aus der Zeit des Art déco. (Bild: fotolia.com © ostap25)

Die Wandfarbe ist reine Trendsache. Und so kommt es, dass sich viele von dem leiten lassen, was sie in Katalogen, Ausstellungen, bei Freunden und Verwandten gesehen haben.

In der Tat, inspirieren lassen kann man sich. Aber nicht, um es nachzumachen. Wer seine Wände persönlich haben will, lässt sich von anderen Dingen leiten. Etwa den Stimmungen, die Farben hervorrufen können. Vielleicht von dem, was in anderen Ländern, anderen Epochen trendig war – oder auch einfach nur davon, was man selbst schön findet.

3. Materialien anders gedacht

Beton muss sich nicht verstecken. Ganz im Gegenteil, durch die Vielfalt von Beton Cire wird er zum individualistischen Hingucker. (fotolia.com © Wilm Ihlrenfeld)

Beton muss sich nicht verstecken. Ganz im Gegenteil, durch die Vielfalt von Beton Cire wird er zum individualistischen Hingucker. (Bild: otolia.com © Wilm Ihlrenfeld )

Der Boden aus Laminat, die Decke Trockenbau, an der Wand Tapete oder, etwas neumodischer, Rollputz. Auch wenn es an die Materialien geht, die im Innenraum dominieren, schwimmen viele Hausbauer mit dem Strom. Individualismus lässt sich darüber allerdings nicht generieren. Wohl aber darüber, dass man die Materialien neu denkt. Beispiel: Beton. Es ist nicht unbedingt notwendig, dass dieser grau oder verputzt sein muss. Wer hier seinen Blick auf ein sehr individualistisches Material richtet, dem Beton Ciré, wird in den eigenen vier Wänden eine einzigartige Wandgestaltung umsetzen können.

Es handelt sich dabei um Beton, der jedoch wie Putz aufgetragen wird und sich zudem nahezu beliebig einfärben lässt. Heraus kommt eine völlig andere Oberfläche, als man es von dem Material gewohnt ist.

 

Und wenn nicht Beton, warum nicht mal Metall? Nicht außen in Form von Stufen und Geländern, sondern innen. Tatsächlich ist es einfach, eine Wand metallisch zu verkleiden. Dazu muss nur auf der fertigen Wand eine Blechplatte befestigt werden. Durch Pulverbeschichtungen wird darauf nicht nur Farbe generiert, sondern auch ein Schutz, der weit über sämtliche Innenraum-Ansprüche – falls man die Wand nicht natürlich belassen möchte.

Tipp: Sich von den ganz Großen der Architektur inspirieren zu lassen, kann auch hilfreich sein. So etwa von Frank Lloyd Wright, der im weltberühmten „Fallingwater-House“ im Innenraum ganze Felsen integrierte.

4. Weg vom Einrichtungshaus-Flair

Man kann in seinem Fertighaus die bisherigen drei Schritte durchexerzieren, und dennoch ein eher weniger individualistisches Haus bekommen. Der Grund ist, dass die Möbel allesamt aus normalen Einrichtungshäuser stammen.

Nicht falsch verstehen. Wer durch die gigantischen Gänge eines Möbelhauses wandelt, findet dort sehr viele verschiedene Stile vor. Aber sie alle entsprechen dem heutigen Zeitgeist. Und egal aus wie vielen unterschiedlichen Materialien und Farbkompositionen man wählen kann, man bekommt dennoch massenproduzierte Möbel, die dem breiten Geschmack der ausgehenden 2010er entsprechen.

Nun gibt es viele Möglichkeiten, hier Individualismus umzusetzen.

  • Man könnte natürlich entsprechende Möbelbauer beauftragen. Allerdings wäre das ein sehr teures Vergnügen, je nachdem, wie viel man dort individuell anfertigen ließe. In Sachen Individualismus ist es aber das absolute Optimum.
  • Man könnte die Möblierung Stück für Stück aus dem Antiquariat zusammenstellen. Das würde allerdings lange dauern und benötigt auch viel Stilsicherheit, um keine Epochen-Mixe zu produzieren.

Viel einfacher, sowohl was die Preise wie die Wirkung und Durchführbarkeit (mit heimwerkenden Hausbesitzern im Hinterkopf) anbelangt, wäre es dagegen, Regale in Eigenregie zu bauen. Dazu braucht es wenig mehr als passend geschnittene Bretter und die entsprechenden Befestigungsmaterialien. Es klingt vielleicht nach nicht viel, aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man im Wohnzimmer seine Bücher und Co. in den immergleichen „Billy“-Abmessungen unterbringt, oder dort Regale hat, die sich in ihren Ausmaßen haargenau der vorhandenen Architektur anpassen.

5. Fotos

Alles, was es wert war, den Kamera-Auslöser zu betätigen, ist auch gut genug, um damit das Haus-Innere zu individualisieren. (fotolia.com © Iryna Tiumentseva)

Alles, was es wert war, den Kamera-Auslöser zu betätigen, ist auch gut genug, um damit das Haus-Innere zu individualisieren. (Bild: fotolia.com © Iryna Tiumentseva)

Individualismus ist ein anderes Wort für Persönlichkeit. Wer sein Haus individualisiert, gibt ihm eine persönliche Note. Und was könnte persönlicher sein, als die Erlebnisse, die man selbst mit seiner Familie, Freunden, Kollegen bestritten hat? Natürlich, die meisten Hausbesitzer dekorieren innen mit Fotos. Ebenfalls bei den meisten ist die reine Menge aber sehr beschränkt. Hochzeitsfoto, Einschulung der Kinder – typische „Feiertags-Momente“.
Doch weil so beinahe alle vorgehen, werden selbst diese, an sich individuellen Fotos, wieder zur Massenware – die Posen kennt man, die Motive ähneln sich bis auf die Personen. Dabei lagern bei den meisten Menschen hunderte von individuellen Schätzen auf Festplatte, Handyspeicher und der Cloud.

 

Und es gibt keinen Grund diese dort in Vergessenheit geraten zu lassen. Ganz im Gegenteil, günstige Bilderrahmen gibt es im Einrichtungshaus für wenige Euros. Man muss sich nur vor den Computer setzen, großzügig alle Fotos, die „Leben“ zeigen, in einem Ordner zusammenführen und diesen auf einen USB-Stick verschieben. Dann noch ausdrucken, einrahmen und überall im Haus verteilen – oder alternativ eine Wand zur gigantischen Fototapeten-Bildergalerie erklären mit Momenten, die so garantiert niemand sonst im Neubaugebiet vorzeigen kann.

6. Extravagante Fliesen

Jeder, der schon mal ein Haus baute, kann es bestätigen: Man kann unzählige Feierabende und Wochenenden in der Fliesenabteilung verbringen, kann Webseiten durchstöbern und doch auf keinen Nenner kommen. Dazu ist die Welt der Fliesen einfach zu umfangreich – und doch wieder auch nicht, weil sich Muster und Farbtöne immer ähneln und natürlich ebenfalls Trendprodukte sind.

Wer sich da noch mehr von der Masse abheben möchte, kann seine Fliesen auch bedrucken lassen. Noch gibt es nur wenige Anbieter, aber der Trend ist auch noch ziemlich jung. Doch worum geht es? Um maximal personalisierte Fliesen. Diese werden vor dem Brennvorgang mit beliebigen Motiven oder Mustern versehen. Grenze ist hier nur die Phantasie des Kunden. Es ist quasi die Steingut-gewordene Variante der Fototapete, mit der sich unglaubliche Effekte im Haus erzielen lassen – egal ob als ein großes Mosaik oder eine Ansammlung in Eigendesign kreierter Einzelfliesen.


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