Holzbau in der Stadt – Ein sinnvoller Ansatz

Seit geraumer Zeit findet der Holzbau in der Stadt immer größeren Zuspruch, da er für Aufstockungen, die Nachverdichtung oder als Hochhaus viele Vorteile mit sich bringt.

Holzbau in der Stadt? – Im ländlichen Raum ist das Bauen mit Holz längst angekommen, aber in der Stadt? Auch dort findet es vermehrt Zuspruch, was nicht nur an der kurzen Montagezeit, der hohen Qualität dank Vorfertigung oder der ökologischen Bauweise liegt. Zum einen ermöglichen Novellierungen einiger Landesbauordnungen (LBO) nun auch, höher mit Holz zu bauen, zum anderen kann sich der Holzbau in der Stadt in vielen vorteilhaften Facetten präsentieren: Ganz gleich, ob mehrgeschossiger Holzbau, ein Hausbau in zweiter Reihe oder Aufstockungen von Bestandsgebäuden – die natürliche Bauweise kann gegenüber konventionellen Bauweisen klar punkten.

Einzug des Holzbaus in die Stadt

Laut aktuellen Studien mangelt es in Deutschland flächendeckend an Wohnraum – vor allem im städtischen Raum und in den umliegenden Speckgürteln. Zudem geben Gemeinden und Kommunen immer weniger Bauflächen frei. Gerade in den Städten finden sich nur noch ganz vereinzelt unbebaute Grünflächen, die wenn überhaupt meist zu horrenden Preisen angeboten werden. Außerdem steigen die Preise für erschlossenes Bauland immer weiter an, was für manche Bauherren den Traum vom Eigenheim zusätzlich erschwert.
 
Ein möglicher Lösungsansatz ist die Nachverdichtung im urbanen Raum. Dabei entfallen die Erschließungskosten und die Restgrundstücke können mit wenig Aufwand für Gebäude nutzbar gemacht werden. Aufstockung und das Bauen in zweiter Reihe sind Lösungen, die sich mit dem Holzbau in der Stadt einfach umsetzen lassen. Dank der schnellen Bauweise gibt es rund um die Baustelle auch keine mehrmonatige Lärmbelästigung. Und was die Anwohner ebenfalls freut: Etwaige  Einschränkungen durch Baufahrzeuge können auf eine kurze Zeit minimiert werden.

Die Aufstockung in Holzbauweise

Gerade die leichte Bauweise von Holzgebäuden ist einer der Hauptgründe, weshalb der natürliche und nachwachsende Baustoff sich ideal für Aufstockungen von Bestandsgebäuden eignet. Die mineralischen Bestandsgebäude sind im Regelfall auf eine bestimmte Statik hin ausgerichtet und damit ist der Spielraum an Zusatzlasten durch Aufbauten begrenzt. Der Holzbau als Leichtgewicht kann mehr Wohnraum oder Arbeitsfläche in den Städten schaffen, bis die maximale Last erreicht ist. Schwere Baustoffe wie Stahl und Beton kommen dabei schneller an ihre Grenzen. Zudem können die industriell vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelemente in kürzerer Zeit aufgestellt und montiert werden. Das spart massiv Bauzeit ein, während das Bestandsgebäude nur minimal durch die Bauarbeiten beeinträchtigt wird.

Holzbau in zweiter Reihe

Manche Grundstücke besitzen in der zweiten Reihe noch ungenutzte oder brachliegende Flächen, die sich mit Wohn- oder Objektbauten verdichten lassen. Allerdings sind die Zugänge zu jenen Flächen meist nur eingeschränkt nutzbar und große Baumaschinen oder Lastkraftwagen finden hier kaum ein Durchkommen. Auch beim Bauen im Bestand ist die Vorfertigung des Holzbaus der Schlüssel, um die Bauflächen in der Stadt zu verdichten. Die fertigen Bauelemente können mittels Kranwagen über die Bestandsgebäude gehievt und direkt montiert werden. Bereits im Vorfeld sind nur einfache Erdarbeiten nötig, da die Bodenplatte schnell gegossen werden kann und keine aufwändigen Fundamente nötig sind. Die Erschließungskosten halten sich auch im Rahmen, da die komplette Infrastruktur vorhanden ist und lediglich der Neubau Kanäle, Leitungen oder Rohre benötigt.

Modulbauweise erspart Bauzeit

Die einzige Bauweise, die den vorgefertigten Holzbau bei der Montagezeit auf der Baustelle übertrifft, ist die Modulbauweise. Wie der Name schon sagt, werden in der Werkshalle des Herstellers die kompletten Module gefertigt und auf die Baustelle gebracht. Dort müssen diese dann nur noch verankert und die Anschlüsse für Strom und Wasser gelegt werden. Die Modulbauweise wird sowohl für die Aufstockung, als auch für das Bauen in zweiter Reihe eingesetzt. Das liegt in erster Linie am Bauentscheider, welche Holzbauweise für die Stadt präferiert wird. Zudem hat die Modulbauweise den Vorteil, dass der Rückbau ebenso schnell vonstattengehen kann wie die Montage. Gerade für die temporäre Nutzung eignet sich dafür die Holz-Bauweise besonders.

Der mehrgeschossige Holzbau

Der mehrgeschossige Holzbau ist besonders in der Stadt gefragt, da Baugrundstücke rar und teuer sind. Durch die immer höheren Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist die konventionelle Bauweise zunehmend auf immer dickere Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) angewiesen. Da Holz aber von Haus aus ein schlechter Wärmeleiter ist, benötigen die Holzwände geringere Querschnitte und damit kann teures Bauland eingespart oder mehr Nutzfläche generiert werden. Aber auch der Faktor Ökologie wird für immer mehr Unternehmen wie auch Investoren ein wichtiger Bestandteil der Firmenphilosophie. In einigen europäischen Städten ist ein regelrechter Wettlauf in Gang gekommen, welche Stadt das höchste Holzhaus besitzt. Im norwegischen Bergen steht aktuell ein 14 geschossiger Holzbau. Im schwäbischen Aalen findet sich mit sieben Geschossen das höchste Holzgebäude Deutschlands. Auch für Hamburg oder Heilbronn liegen bereits Pläne vor, den Holzbau in die Stadt zu holen. Mitten in Wien, im Stadtteil Aspern, entsteht derzeit ein 24 geschossiger Holzbau in der Stadt, welcher mit Fertigstellung das höchste Holzgebäude in Europa wird. Aber auch in Japan liegen bereits Pläne für einen 70-geschossigen, ökologischen Holzbau vor.


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