Die Traufhöhe ist ein zentrales Maß im Hausbau.

Die Traufhöhe gehört neben der Firsthöhe zu den wichtigsten Maßen im Hausbau und ist grundlegend für den Bauantrag. Ohne dieses Maß gibt es keine Baugenehmigung für die Baufamilie.

Die Traufhöhe ist unter Architekten, Bauleitern und Handwerkern eine geläufige Maßeinheit, doch für angehende Baufamilien, die bisher noch keinen Einblick in das Bauwesen hatten, ein Fremdwort. Die Dachtraufe, kurz Traufe, bezeichnet die Tropfkante am Dach eines Gebäudes, an der Regenwasser abläuft. In niederschlagsreichen Gebieten wie Deutschland findet sich an der Traufe meistens eine Dachrinne, die aber nicht zwangsläufig auf Traufhöhe montiert sein muss. Die Länge der Traufe entspricht oftmals der Dachflächenbreite. Genau an diesem Punkt spricht man von der sogenannten Traufhöhe. Einfach gesagt ist es die Höhe zwischen Bodenniveau und Traufe.

Die Traufhöhe im Bebauungsplan

Die Traufe begrenzt Dachfläche und Fassade und hat damit Einfluss auf die Optik des Hauses.

In den meisten Bebauungsplänen wird die Traufhöhe vorgeschrieben – ebenso die Firsthöhe, welche die oberste Kante am Dach bezeichnet. Daher sollte in der Bauvoranfrage, wie auch im Bauplan, die Traufhöhe klar ersichtlich sein. Ansonsten können Bauämter den Bauantrag ablehnen und damit auch keine Baugenehmigung erteilen. Oftmals orientiert sich die Traufhöhe an den Höhen der bestehenden Nachbargebäude, damit ein einheitliches Straßenbild entsteht. Die Traufhöhe gilt nicht zwangsläufig vom Erdboden bis zur Traufe und wird daher immer zeichnerisch ermittelt. 

Je nach Dachart kann eine andere Traufhöhe beim Haus ermittelt werden. Auch die Dachneigung kann entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Traufe haben. Besitzt ein Dach eine Neigung von 45 Grad, so wird die Traufhöhe ca. 3,5 Meter festgelegt. Liegt die Dachschräge bei einem Winkel von 35 Grad, wird die Höhe der Traufe auf vier Meter festgesetzt. Als Faustformel kann sich der Laie an Folgendem orientieren: Je flacher der Neigungswinkel des Dachs, desto niedriger wird die Traufhöhe ausfallen. Die Abstandsflächen der Giebelseiten ergeben sich ebenfalls aus First- und Traufhöhe.

Der Traufkasten bietet etwas Spielraum

Mittels eines Dach- oder Traufkastens kann die Traufhöhe optisch etwas verschoben werden. Hierfür sollte man aber auch einen Blick in den Bebauungsplan werfen, da manche Regelungen das nicht zulassen. Der Traufkasten wird direkt unter dem Dachüberstand montiert und sorgt gleichzeitig für dessen Verdeckung.

Tipp:

Nur in manchen Baugebieten wird die First- und Traufhöhe durch die zuständigen Ämter nicht festgesetzt. Daher sollte man sich vor dem Grundstückskauf ausführlich über den Bebauungsplan informieren, da sonst das Traumhaus später nur mit Einschränkungen gebaut werden kann.

Die Berechnung der Traufhöhe

Zur Berechnung der Traufhöhe werden Bezugspunkte benötigt, die sich teilweise aus der Umgebung ergeben. Meisten wird hierzu die Oberkante einer Straße herangezogen. Optional lässt sich mit dem Schnittpunkt des Dachsparrens (Balken an der Dachschräge) der Außenwand und dem Straßenniveau die Höhe der Traufe als Bezugspunkt berechnen werden. Zudem ist die Traufhöhe immer in Verhältnis zur Decke eines Vollgeschosses zu sehen. Dementsprechend muss auch die dazugehörige Außenwand mit einkalkuliert werden. 

Das Traufrecht beachten

Angehende Baufamilien sollten grundsätzlich das Traufrecht beachten, da ein Haus immer so gebaut werden muss, dass auch das Traufwasser problemlos kaum, abtropfen ohne dabei auf das Nachbargrundstück zu kommen. Ausnahmen gibt es nur bei freistehenden Mauern, die in Richtung der öffentlichen Straße verlaufen. Allerdings darf bei der Ableitung des Wassers kein Eis auf dem Gehweg oder der Straße entstehen. Übrigens: Das Traufrecht unterscheidet sich maßgeblich vom Dachtraufrecht!

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