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Bauhaus - Pioniere des Fertigbaus

Die wohl berühmteste deutsche Architekturschule, begründet von Walter Gropius, entwickelten die Idee des Bauens mit vorgefertigten Elementen.

Wegweisende Architekten wie Gropius und Konrad Wachsmann entwickelten die Idee des Bauens mit vorgefertigten Elementen in den 1920er Jahren: Standardisierte und damit kostengünstig herzustellende Bauelemente aus der Fabrik, mit denen nach dem Baukastenprinzip höchst individuelle Bauten errichtet werden konnten. Noch heute ist der Bauhaus-Stil mit seiner klaren, auf das Wesentliche reduzierten Formensprache eine Inspiration für die Fertighaus-Architektur.

Pioniere des modernen Fertigbaus in Deutschland

In Deutschland gelang dem Fertigbau in den 1920er Jahren der entscheidende Entwicklungsschritt. Nachdem in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ein Rückgang der Holzbauweise verzeichnet wurde, stiegen um die Jahrhundertwende Interesse und Nachfrage wieder an. In dieser Zeit wurden viele der heutigen Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) als kleine handwerkliche Zimmereien gegründet. Der Werk- und Baustoff Holz geriet wieder stärker in den Blick von Baumeistern und Architekten. Der Modernisierungsschub, der nun folgte und die Geburtsstunde des modernen Fertigbaus in Deutschland war, ist eng mit bedeutenden Namen der deutschen Technik- und Architekturgeschichte verbunden.

Der erste ist der des Tüftlers und Baumeisters Gustav Lilienthal, Bruder des berühmten Flugzeug-Erfinders Otto Lilienthal. Er entwickelte um 1900 die so genannten „Terrast-Häuser“, die vollständig vorgefertigt waren und nur noch zusammengesetzt werden mussten. Sie waren wetterunabhängig herstellbar und in drei Tagen fix und fertig aufgebaut. Die schmuck- und schnörkellosen Häuser wurden unter anderem für Wohnkolonien für sozial Bedürftige eingesetzt. Lilienthal errichtete Häuser gemeinsam mit dem späteren Gründer der diakonischen Bethel-Anstalten, Pastor Friedrich von Bodelschwingh.

Nach dem Ersten Weltkrieg zeichneten sich neue Chancen für den Baustoff Holz ab: Holz war als einziger Rohstoff  in Zeiten von Wirtschaftskrise und Nachkriegsreparationen zunächst im Überfluss vorhanden. Die Herstellung eines Holzhauses benötigte wenig Energie, beispielsweise weniger von der knappen Kohle. Die Kehrseite der Medaille: Die Preise für Holz kletterten schnell, der Holzhausbau wurde für viele unerschwinglich.  

Erst Mitte der 1920er Jahre nahm die Baukonjunktur überhaupt wieder Fahrt auf, Siedlungen von vorgefertigten Häusern entstanden. War Gustav Lilienthal der frühe Wegbereiter des Fertigbaus, so folgte ihm der berühmte Architekt Walter Gropius als Motor für den endgültigen Durchbruch zur Moderndes Hausbaus. Gropius gründete 1919 die Architekturschule BAUHAUS in Weimar. Unter seiner Leitung wurde die Idee der Fertigbauweise gefördert und zu Perfektion und ästhetischem Anspruch gebracht.

Gropius erhielt tatkräftige Unterstützung von dem Architekten Konrad Wachsmann, der sich intensiv mit der Vorfertigung von Bauteilen beschäftigte. Später entwarf er sogar für den berühmten Albert Einstein ein Sommerhaus in Fertigbauweise, das im brandenburgischen Caputh bei Potsdam steht. Wachsmann arbeitete von 1926 bis 1929 als Chefarchitekt bei der damals größten europäischen Holzhausfabrik Christoph & Unmack in Niesky in der Oberlausitz. Hier begann er mit Forschungs- und Versuchsarbeiten zur Rationalisierung und Verfeinerung des Holzbaus. Er erkannte die Vorteile der Vorfertigung und trieb die Idee voran, die Industrialisierung der Fertigung mit dem Baustoff Holz neu zu kombinieren.

Walter Gropius setzte sich vor seiner Emigration in die USA im BAUHAUS mit dem Massenwohnbau auseinander und forderte programmatisch eine Rationalisierung in der Bauwirtschaft . Schnell kam er auf den Gedanken, mit Standardisierung und massenhafter Vorfertigung architektonisch ansprechende Häuser für breite Bevölkerungskreise bezahlbar zu machen. Er entwarf zahlreiche Mustersiedlungen, unter anderem in Dessau und in Stuttgart-Weissenhof. Für den Fertigbau haben Gropius‘ Ideen in Sachen Architektur und Ästhetik bis heute Vorbildcharakter. Seit einigen Jahren steht der von ihm geprägte BAUHAUS-Stil mit schlichten und klaren Formen bei Bauherren wieder hoch im Kurs. Die Massenfertigung sollte den Hausbau erschwinglich machen. Das Angebot war nicht auf Standard-Typenhäuser festgelegt. Man konnte nach dem Baukasten-Prinzip einen Grundtyp individuell variieren. Von Vorfertigung und individueller Planung über den Festpreis bis hin zur architektonischen Modernität sind in dieser Epoche die Fundamente gelegt worden, die bis heute den deutschen Fertigbau prägen. 

Die deutsche Fertighausindustrie ist stolz auf ihre BAUHAUS-Wurzeln. Von Architektur über Konstruktion bis zu den Baustoffen ist der heutige Fertigbau seinen Ursprüngen treu geblieben: Individualität trotz Vorfertigung, Ressourcen schonender Einsatz des Werkstoffes Holz, zeitsparende und flexible Hausmontage, auf das Wesentliche reduzierte Formensprache der Architektur, innovative Bauingenieursleistungen.      


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