Die Baufeuchte

Die Baufeuchte lässt sich beim konventionellen Bauen kaum vermeiden und Handwerker wie Bauherren müssen hierbei besonders aufpassen, dass sie nicht zu Schäden führt.

Die Baufeuchte entsteht während des Bauprozesses in Gebäuden, wenn mit feuchten Baustoffen gearbeitet wird. Viele Baumaterialien benötigen zur Verarbeitung Wasser oder sind durch unsachgemäße Lagerung durchnässt. Zwar können die Baustoffe nach dem Einbau wieder trocknen, doch dann befindet sich die Feuchtigkeit im Inneren des Hauses. Gerade beim konventionellen Bauen ist dies ein häufig anzutreffendes Problem. Bei einem undichten Rohbau kann ebenfalls Feuchtigkeit ins Gebäude eindringen, was den Baufortschritt bremst. Mehr zur Baufeuchte und was angehende Bauherren dagegen tun können, wird in den folgenden Abschnitten erklärt.

Die Baufeuchte beim Hausbau

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Bundesverband befinden sich in einem frisch fertiggestellten Gebäude rund 90 Liter Wasser pro Quadratmeter Wohnfläche. Maßgeblich sind hierfür die Baumaterialien verantwortlich wie zum Beispiel Beton, Estrich, Farbe, Mörtel und Putz. Solange das Gebäude auch kein Dach besitzt, kann an regnerischen Tagen ebenfalls viel Feuchtigkeit ins Gebäude gelangen. Daher kann mit dem Innenausbau erst begonnen werden, wenn das Gebäude eine gewisse Zeit nachdem der Rohbau abgeschlossen getrocknet ist. Ansonsten kann es zur Schimmelbildung unter den Innenausbaumaterialien kommen. Grundsätzlich ist es ratsam, nach der Fertiggestellung des Hauses in Nassbauweise auch eine ausreichende Zeit zum Trocknen einzuplanen. Zudem sollten Sie auf ein richtiges Lüftungs- und Heizverhalten nach dem Einzug achten. Damit wird das Risiko für mögliche Feuchteschäden reduziert. Dies gibt allerdings keine absolute Sicherheit dahingehend, dass nicht doch noch Schäden auftreten werden.

Abgrenzung zur Wohnfeuchte

Neben der Baufeuchte gibt es auch die sogenannte Wohnfeuchte, die ausschließlich beim Bewohnen des Gebäudes entsteht. Gerade beim Kochen, Duschen und Waschen bildet sich Wasserdampf, der sich im Inneren breit macht. Auch Zimmerpflanzen oder -brunnen sowie Aquarien können zu hoher Luftfeuchtigkeit im Haus führen. Diese Feuchtigkeit lässt sich allerdings durch Stoßlüften schnell nach außen bringen.

Unterschied zwischen Diffusion und Konvektion

Die Diffusion stellt einen Unterschied der Gaskonzentration von außen und innen dar. Maßgeblich Einfluss haben hierbei Temperatur, Luftdruck und relative Luftfeuchte. Diese Faktoren bestimmen die Geschwindigkeit der Diffusion und damit verbunden die Mengen des diffundierenden Dampfes. Da die Diffusion nicht vermeidbar ist, werden die Dicken von Bauelementen und deren Eigenschaften immer von Bauingenieuren errechnet, um so schnell eine niedrige Baufeuchte zu erhalten. Allerdings wird im Mauerwerksbau oft mit Dampfsperren gearbeitet, die dafür sorgen, dass die Diffusion gestoppt wird. Somit kann die Feuchtigkeit nur über Fenster und Türen entweichen, was zusätzlich den Bauprozess verlangsamt.

Die Konvektion ist eine unvorhergesehene Belastung durch Feuchtigkeit. Sie entsteht bei undichten Bauteilen. Diese ermöglichen dann Luftströmungen, die sogenannte Konvektion. Trifft warme Luft von Innen auf kalte außenliegende Bauteile (z.B. Wärmedämmung) kann sich Kondenswasser bilden und zu Schimmel führen. Das muss unter allen Umständen vermieden werden, da sonst auch die Funktion der Bauteile beeinträchtigt wird.

Baufeuchte messen

Die Baufeuchte in Bauteilen kann mit direkten oder indirekten Verfahren bestimmt werden. Um Bauteile nicht zu beschädigen, werden meist indirekte Methoden gewählt, wobei diese nicht so präzise wie die direkten Methoden sind. Meist müssen dazu Bauteile angebohrt oder Proben entnommen werden und durch chemische Verfahren untersucht werden. Bei den indirekten Methoden werden Strom oder Infrarot eingesetzt und geben zum Beispiel die Leitfähigkeit an.

Auswirkungen durch Feuchtigkeit

Die Feuchtigkeit in Baustoffen sorgt nicht nur für Schäden am Gebäude oder am Material, sondern kann sich auch gesundheitsgefährdend auf die Bewohner auswirken. Solange die Feuchtigkeit im Haus schnell wieder entweichen oder trocknen kann, besteht keine Gefahr. Beleibt die Nässe aber dauerhaft im Gebäude, führt dies meist zu Schimmelbildung und damit verbunden zu einer hohen Konzentrationsbelastung durch Bakterien. Diese können dann Allergien, Infektionskrankheiten und Vergiftungen bei den Bewohnern verursachen.

Zudem haben nasse Baustoffe andere Festigkeiten und dies kann zu einer negativen Änderung der Baustatik führen. Eine dauerhafte Einwirkung von Nässe, die nicht trocknet, kann jedes Baumaterial langfristig zerstören. Finden sich zum Beispiel Salzausblühungen auf dem Mauerwerk, ist die Wand stark durchnässt. Neben Schimmel kann sich auch der sogenannte Hausschwamm bilden, welcher ebenfalls Baumaterialien zersetzt.

Baufeuchte reduzieren

Während der kompletten Bauphase sollten Handwerker so gut es geht unnötige Baufeuchte vermeiden. Eine gute Koordinierung durch den Polier ist hierbei besonders hilfreich. Aber auch Einflüsse von außen wie Regen, Schnee und Grundwasser sollten tunlichst abgeschirmt werden und Bauteile rechtzeitig geschützt werden. Gerade Rohdecken, Baumaterialien und unverputzte Wände sollten mit Folien abgedeckt werden. Wurden die Baustoffe verarbeitet, muss eine ausreichende Trocknungszeit beachtet werden. Fachleute sprechen auch vom Trockenheizen mittels Bautrocknern. In Kombination mit Luftentfeuchtern kann der Prozess zusätzlich unterstützt werden.

Baufeuchte komplett vermeiden

Der beste Schutz vor Baufeuchte ist die Wahl einer anderen Bauart. Mit der Trockenbauweise wie sie der Holzbau bietet, werden hohe Feuchtigkeit von vornherein ausgeschlossen. Möglich macht dies die industrielle Vorfertigung der Holzhäuser. Da sie unter optimalen Bedingungen im Werk vorgefertigt werden, haben Regen und Schnee keine Chance. Zudem werden natürliche Baumaterialien und Baustoffe (z.B. Einsatz von Dünnbettmörtel und Trockenestrich) verwendet, die kaum oder nur in geringem Umfang Feuchtigkeit mit sich bringen, was maßgeblich die Baufeuchte reduziert. Zudem werden die Fertighäuser – je nach Größe – innerhalb von ein bis zwei Tagen komplett errichtet. Da Holz ein natürlicher Baustoff ist, werden die Wand-, Decken- und Dachelemente oftmals in diffusionsoffener Bauweise erstellt und besitzen eine Dampfbremse statt einer Dampfsperre. So kann die Feuchtigkeit von innen nach außen diffundieren, ohne dabei Schäden am Gebäude zu verursachen.

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