Bauantrag und Baugenehmigung - Wann + Wie dürfen Sie bauen?

Die Baugenehmigung bescheinigt dem Bauherrn, dass wichtige rechtliche Voraussetzungen für den Hausbau erfüllt sind - auch bei Fertighäusern gehören das Stellen des Bauantrags und die Baugenehmigung immer dazu.

Kaum ist der Entschluss gefallen, ein Eigenheim zu bauen, da möchte man am liebsten auch schon einziehen. Doch bis es soweit ist, sind noch einige Hürden zu nehmen undunzählige Entscheidungen zu treffen. Eine Voraussetzung für jeden Hausbau sind der Bauantrag und die Baugenehmigung.

Wer stellt den Bauantrag?

Den Bauantrag stellt der Bauherr gemeinsam mit einem so genannten "Bauvorlageberechtigten". Es handelt sich dabei in der Regel um einen Architekten oder einen Ingenieur des Hausbauunternehmens. Er verantwortet den Entwurf des Bauantrags bautechnisch  und unterschreibt ihn gemeinsam mit dem Bauherrn. Der Antrag wird bei der unteren Bauaufsichtsbehörde eingereicht, also beim Bauamt der jeweiligen Kommune. Je nach Landesbauordnung und Bauvorlageverordnung umfasst der Bauantrag verschiedene Formulare, unter anderem einen Lageplan, eine Baubeschreibung, Bauzeichnungen und einen Entwässerungsplan. Ziel sollte eine möglichst gründliche Vorbereitung sein, damit das Bauamt die Baugenehmigung ohne Beanstandungen erteilt. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, wird diese sichtbar am Bauplatz ausgehängt. Danach kann mit dem Bau des Fertighauses begonnen werden. 

Mit dem gestellten Bauantrag prüft das Bauamt nicht alle Bestimmungen, die der Bauherr einzuhalten hat. Auf einige rechtliche Rahmenbedingungen muss er selbst achten. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Neubau der Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen muss. Darin ist festgelegt, welches energetische Niveau ein neu errichtetes Gebäude erreichen muss. Wer den gesetzlichen Mindeststandard beim Energieverbrauch in seinem Neubau unterbietet, hat gute Karten für eine umso bessere Förderung seines Eigenheims durch die KfW-Bank.  

Welche Rolle spielt das Bauunternehmen? 

Die gesetzlichen Bestimmungen zur Vorbereitung des Hausbaus sind sehr komplex. Bei der ordnungsgemäßen Planung und Abwicklung des Bauvorhabens spielt das Bauunternehmen daher eine Schlüsselrolle: Erfahrene Fachleute kennen den Bauprozess und die notwendigen Behördengänge und helfen beim Bauantrag stellen und bei der Baugenehmigung sowie bei der Kontaktaufnahme zu Ämtern und Institutionen. Bei einem Fertighaus gehören umfassende Beratungs- und Serviceleistungen vonseiten des Herstellers zur Tagesordnung. Auch die Einhaltung von energetischen und technischen Normen gewährleisten die Hersteller. Architekten und Planer kümmern sich um den Bauantrag – in einem eigenen Bauantragsgespräch.

Bebauungsplan und Baugenehmigung

Da moderne Fertighäuser ganz individuell geplant werden, können sie sehr gut an den jeweiligen Bebauungsplan angepasst werden. Der Bebauungsplan für ein Grundstück, eine Straße oder eine Region stellt eine weitere Grundlage für den Bauantrag dar. Wer eine Baugenehmigung erhalten möchte, muss sein Bauvorhaben an die Vorgaben des Bebauungsplans anpassen. Darin steht zum Beispiel, dass die Dachform und die Anzahl der Geschosse den Häusern der Nachbargrundstücke entsprechen muss.

Sollte für ein Grundstück kein Bebauungsplan vorliegen - das ist häufig bei Baulücken oder Altbaugebieten der Fall - dann gilt in der Regel Paragraph 34 des Baugesetzbuchs. Darin lautet die Vorgabe, dass sich der Neubau „in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist“. Zudem ist es gängige Praxis, dass Bauherr und Bauunternehmen eine Bauvoranfrage mit den Details des Bauvorhabens stellen, wenn kein Bebauungsplan vorliegt. Das gibt ihnen Planungssicherheit. Gerade auch bei derartigen Einzelfällen macht es sich bezahlt, ein erfahrenes Bauunternehmen an der Hand zu haben.

Bauordnungen der Bundesländer

Haausentwurf Gersbach mit kontrastreicher Klinkerfassade und roter HAustür

Baurecht ist Ländersache. Die Landesbauordnungen regeln das Baugenehmigungsverfahren. Die behördlichen Verfahren vor dem Bau eines neuen Hauses sind in den Landesbauordnungen geregelt und sind bundesweit entsprechend vielfältig. Sie reichen von der Genehmigungsfreistellung für Wohngebäude über ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren bis hin zur allgemein üblichen Form des Baugenehmigungsverfahrens. Der Antrag auf eine Baugenehmigung ist schriftlich bei der zuständigen Gemeinde bzw. der unteren Bauaufsichtsbehörde einzureichen. Mit dem Bauantrag müssen in der Regel bereits alle für die Prüfung erforderlichen Bauvorlagen eingereicht werden.

Die führenden Fertigbaubaufirmen sind auch bei den ganz aktuellen Bestimmungen der Landesbauordnungen sowie bei städtebaurechtlichen Vorschriften stets auf dem Laufenden. Auf Wunsch übernehmen sie die Organisation der Abwicklung mit den Bauämtern oder aber sie unterstützen die Bauherren bei der Vorbereitung des Bauantrags und bei etwaigen Rückfragen zur Baugenehmigung - diese können sich womöglich auch auf das Grundstück beziehen. Häufig hilft ein Bodengutachten mit vielen Details zur Beschaffenheit des Baugrundstücks weiter.


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