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Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.
14.03.2011

„Schlüsselfertig“ ist der Idealfall für Bauherren

80 Prozent der Fertighäuser werden bezugsfertig übergeben

Bad Honnef. Ohne Stress und Staub einfach nur den Schlüssel zum bezugsfertigen Haus entgegennehmen: Dieser Idealfall für Bauherren ist im Fertigbau der Normalfall. Das zeigt eine Erhebung des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF). Demnach werden rund 80 Prozent aller Fertighäuser „schlüsselfertig“ übergeben. Die Hersteller erledigen dann aus einer Hand Rohbau und Innenausbau des Eigenheims. Die Bauherren können nach der Hausabnahme einziehen, ohne dass weitere Arbeiten notwendig wären. „Immer mehr Bauherren entscheiden sich für diese Variante“, sagt BDF-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas mit Blick auf die seit Jahren steigende Quote des schlüsselfertigen Hausbaus.

Dieser hat viele Vorteile. Ein Unternehmen koordiniert alle Leistungen, von der Hausplanung über die Herstellung des Rohbaus bis zum Innenausbau. Ein Bauleiter steht den Bauherren als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung. Er leitet gemeinsam mit dem Baustellen-Polier das Fachpersonal an. Weil alle Beteiligten aus einem Bauunternehmen kommen, entstehen keine Reibungsverluste. Das begünstigt einen problemlosen Bauverlauf.

Schneller Einzug serienmäßig
Von Planungsbeginn bis Einzug vergehen meist nur wenige Monate. Nach Vertragsabschluss und grundstücksbezogener Hausplanung folgt die so genannte „Bemusterung“. Die Bauherren wählen in einem Einrichtungszentrum des Herstellers von Bodenbelägen und Dachziegeln bis zu Steckdosen und Lichtschaltern alle Komponenten für den Ausbau ihres Eigenheims aus. Anschließend werden die Bauteile für Wände, Decken und Dach im Werk vorproduziert und in maximal zwei Tagen auf dem Bauplatz zu einem wetterfesten Rohbau montiert. Nach dem Innenausbau ist das Haus bezugsreif.

Alternative Ausbauhaus
Handwerklich begabte Bauherren können ihr Fertighaus alternativ als kostengünstigeres „Ausbauhaus“ erwerben. Sie geben dann nur einen Rohbau in Auftrag. Der Haushersteller produziert die Wand- und Deckenelemente und stellt sie auf der Baustelle auf. Der weitere Ausbau erfolgt in Eigenleistung. Wer selbst mit Freunden oder Verwandten Fliesen legt oder Malerarbeiten übernimmt, der kann im Verglich zu einem schlüsselfertigen Haus Geld sparen. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Auch Ausbauhäuser sind hochwertig und unterliegen den gleichen Prüfbestimmungen der brancheneigenen Qualitätssicherung, die für schlüsselfertige Fertighäuser angewendet werden.

Individuell vereinbarter Leistungsumfang
Der Begriff „schlüsselfertig“ ist rechtlich nicht eindeutig definiert. Allgemein versteht man darunter, dass das Haus bewohnbar ist – und deshalb als im Wortsinne „Schlüssel-fertig“ bezeichnet wird. Die Haustechnik ist installiert, die Bodenbeläge liegen und das Badezimmer ist funktionsfähig. Doch egal, ob „schlüsselfertig“ oder Ausbauhaus: Der Leistungsumfang wird individuell im Bauvertrag zwischen Haushersteller und Bauherr vereinbart. Eine Bau- und Leistungsbeschreibung listet detailliert auf, welche Materialien und Leistungen der Häuslebauer erwirbt. Zwischen der Ausbaustufe „schlüsselfertig“ und einem reinen Rohbau können auch Zwischenstufen verabredet werden. Dazu werden einfach Leistungen aus dem Katalog, der dem Bauvertrag zugrunde gelegt wird, gestrichen.

Foto: Die meisten Bauherren erwerben ihr Fertighaus schlüsselfertig.(Quelle: BDF/ Fertighaus Weiss)

Christoph Windscheif