News
Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.
08.09.2010

Klimaschutz-Siedlung aus Holz-Fertighäusern: Vorzeige-Projekt für ökologisches Bauen ist in Sachen Heizung energieautark

Bad Honnef. Man nehme ein Top-Baugebiet in einer mittelgroßen Stadt, vereinbare mit dem Rathaus eine ökologisch nachhaltige Bebauung und suche dann umweltbewusste Bauherren: Nach diesem Rezept entsteht derzeit in Hameln im Rahmen eines Public-Private-Partnership eine heizenergie-autarke Fertighaus-Siedlung. Geplant sind cirka 30 Holzhäuser ohne Anschluss an das Wärmenetz, aber mit optimaler Nutzung erneuerbarer Energien. Die Idee dazu hatte der traditionsreiche Haushersteller Meisterstück-Haus, der die Grundstücke vermarktet. In der Branche findet das Vorhaben viel Lob: „Immer mehr Bauherren wollen umweltbewusst bauen. Die Hamelner Klimaschutz-Siedlung trifft den Zeitgeist perfekt“, urteilt Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).


Gerade einmal zwei Kilometer vom historischen Kern der Rattenfängerstadt entfernt liegt das Baugebiet Riesackweg idyllisch an einem Hang. Dort entstehen in einem außergewöhnlichen Bauprojekt auf drei Hektar Fläche frei geplante Ein- und Zweifamilienhäuser in Holz-Fertigbauweise. Der Clou dabei: Nach einer Vereinbarung mit der Stadt müssen alle Eigenheime nachhaltig gebaut werden. Möglich wird das durch die Holz-Tafelbauweise und den Einsatz erneuerbarer Energien. Fertighäuser sparen zum Beispiel Platz, weil die Bauteile aufgrund der guten Dämmeigenschaften der Holzkonstruktion dünner sind als bei anderen Bauweisen. Das verhindert unnötige Flächenversiegelung.

Von Wärmedämmung bis Energiebedarf: Strenge Auflagen sind zu erfüllen
Das Prinzip ist einfach: Bauherren kaufen Grundstücke – unter der mit der Stadt rechtlich bindend festgelegten Auflage, dass dort nur besonders umweltschonende Häuser errichtet werden dürfen. Mit dem Erwerb verpflichten sich die neuen Eigentümer, die Bauauflagen zu erfüllen. Und die sind streng: Alle Bauteile, vom Keller über die Außenwände und Fenster bis hin zum Dach, müssen optimal gedämmt sein. Wärmeverlust und Energiebedarf müssen unter den gesetzlichen Vorgaben liegen. Die Energieeffizienz der Eigenheime wird von Sachverständigen geprüft. Bei Abweichungen vom geforderten Standard drohen empfindliche Vertragsstrafen. Danach sieht es allerdings nicht aus: Einige der bisher errichteten Häuser erreichen sogar energetische Werte, die 50 % besser sind als es die Energieeinsparverordnung 2009 vorschreibt.

Kein Öl, kein Gas, keine Fernwärme: Unabhängig in Sachen Energie
Ganz verzichten können die Bauherren auf fossile Energieträger: Öl, Gas und Kohle sind für die Versorgung der Häuser tabu. Dass das funktioniert, hat in erster Linie mit dem Baustoff Holz zu tun. Die Meisterstück-Häuser sind so wärmegedämmt, dass sie wenig Heizenergie benötigen. Die obligatorische Lüftungsanlage sorgt für ein gutes Raumklima. Der Restbedarf an Energie wird zum Beispiel über Wärmepumpen abgedeckt. Deshalb konnte bei der Erschließung des Baugebietes ein Punkt ganz außer acht gelassen werden: Die Anbindung an das Wärmenetz. Die Siedlung kann schließlich ihren Bedarf an Heizenergie selbst stillen.

Neues Leben im „etwas anderen“ Viertel
Es war ein langer Weg bis zum Baustart im April 2010: Zunächst musste die Stadt von dem innovativen Konzept überzeugt werden. Dann wurden die Bauauflagen vertraglich fixiert und ein Bebauungsplan aufgestellt. Nach den Erschließungsarbeiten fiel dann der Startschuss für die Bauphase. Mittlerweile haben die ersten fünf Familien ihre neuen Häuser bezogen, viele weitere werden folgen. Sie füllen nach und nach das neue und „etwas andere“ Stadtquartier mit Leben. Und zeigen damit, dass modernes Wohnen und ökologisches Bauen keine Gegensätze sind.

Weitere Informationen stehen im Internet unter www.riesackweg.de .

Foto: Energieeffiziente Holz-Fertighäuser entstehen in einer heizenergie-autarken Fertighaus-Siedlung in Hameln. (Bildquelle: BDF/Meisterstück)

Anselm Kipp