Kontrollierte Be- und Entlüftung
Lüftung unter Kontrolle
Die wichtigste Grundlage für Energiesparhäuser sind gut gedämmte Außenwände. Je besser die Dämmung, desto mehr lohnt es sich, auch die Lüftungswärmeverluste zu verringern. Beim Lüften in den Wintermonaten geht zwangsläufig Energie verloren, wenn die verbrauchte Raumluft durch kalte Frischluft ersetzt und wieder auf Raumtemperatur erwärmt wird.
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung - wie zum Beispiel ein Frischluft-Heizsystem mit automatischer, kontrollierter Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung und Zuheizung mittels zusätzlicher Heizelemente - kann diese Energieverluste halbieren. Sie verbessert zudem die Wohnhygiene, denn sie transportiert CO2 und Feuchtigkeit ab und filtert Staub und Pollen aus der Raumluft. In einem 4-Personen-Haushalt wird pro Tag eine Frischluftmenge von 2.000 bis 3.000 m3 benötigt, was in einem Einfamilienhaus einer kompletten Lufterneuerung etwa alle drei Stunden entspricht.
Automatische Lüftungsanlagen stellen hohe Ansprüche an die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle, die von qualitätsgesicherten Fertighäusern vorbildlich erfüllt werden. Wichtig ist, die Lüftungsanlage frühzeitig bei der Planung des Hauses zu berücksichtigen. Fertighaushersteller haben hier den Vorteil, optimal auf das Haus abgestimmte Lüftungssysteme als Ausstattungspakete aus einer Hand anbieten zu können.
Weniger Energieverbrauch, mehr Komfort
Man unterscheidet dezentrale Lüftungsanlagen für einzelne Räume und Zentrallüftungsanlagen für das gesamte Gebäude. Einfache Abluftanlagen leiten die verbrauchte Luft aus Bad und Küche ab, die Frischluft strömt durch Ventile in die Wohnräume nach.
Für Effizienzhäuser ist eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung empfehlenswert. Sie sorgt nicht nur für den notwendigen Luftaustausch, sondern erwärmt zugleich die angesaugte Außenluft. Dazu werden Abluft- und Frischluftstrom in einem Kreuzwärmetauscher aneinander vorbei geführt, wobei der Abluft bis zu 90 Prozent ihrer gespeicherten Wärme entzogen wird.
Ein Erdwärmetauscher verbessert den Wirkungsgrad und kann die Luft im Sommer auch ein wenig kühlen. Dazu wird die Luft durch ein langes Kunststoffrohr in ein bis zwei Meter Tiefe im Erdboden geleitet. Im Idealfall kann die Lüftung mit einer Mini-Wärmepumpe gekoppelt werden und die komplette Heizung, Kühlung, Belüftung und Warmwasserversorgung des Hauses übernehmen.
Eine solche Luftheizung ist ein vollwertiges Heizsystem, das einen herkömmlichen Kessel ebenso überflüssig macht wie Heizkörper. Pro kWh Antriebsenergie für Ventilatoren und Pumpen sollte eine solche Lüftungsanlage mindestens 5 kWh Wärme gewinnen.
Die Luftwechselrate
ist entscheidend für die Höhe der Wärmeverluste durch die Lüftung. Eine Luftwechselrate von 1 bedeutet, dass die Luft in einem Raum ein Mal pro Stunde komplett ausgetauscht wird. Das Institut Wohnen und Umwelt hat ausgerechnet, dass diese Luftwechselrate bei einem 140 m2 großen Einfamilienhaus etwa 1.250 Litern Heizölverbrauch pro Winter entspricht.